
Lucas persönlich bestand darauf, dass für "THE CLONE WARS" ein eigener visueller Stil entstehen sollte, der sich von den bisherigen Konzepten absetzt. "THE CLONE WARS" ist in einer Zeit angesiedelt, die vor Anakins Abstieg in die Finsternis liegt - daher waren Lucas und Filoni überzeugt, dass die Story von positiver Stimmung und Spaß getragen werden soll, die sich auf die Heldentaten des jungen Jedi konzentrieren, statt auf sein düsteres Schicksal zu verweisen. Alles in diesem Universum erhält nun ein unverwechselbares optisches Konzept - von den Schlachten bis zu den einzelnen Figuren. Dadurch bietet "THE CLONE WARS" ein kühnes neues Konzept - und gleichzeitig eine angemessene Ergänzung der Saga.
"George möchte, dass die Figuren ein Eigenleben entwickeln und sich so von den Darstellern der bisherigen Filme absetzen", sagt Filoni. "Damit das gelingt, mussten wir den Figuren zunächst auf den Grund gehen, ihnen Leben einhauchen, ohne dass wir einfach nur ihre realen Vorbilder nachahmen. Wir wollen uns von allen bisherigen Konzepten lösen, die man mit ,STAR WARS- assoziiert."
Aus diesem Grund vermieden die Filmemacher bewusst den fotorealistischen Look und entwickelten lieber ein völlig neues Konzept, das sich mit keiner herkömmlichen Kinoanimation vergleichen lässt. Natürlich gibt es bereits Vorläufer, die die "weit, weit entfernte Galaxis" animiert haben, darunter auch die "Mikro-Serie" des Cartoon Network, die 2004-2005 über die Epoche der Klonkriege berichtete.
"Uns gefiel das visuelle Konzept der Mikro-Serie, und wir schauten uns die Modelle an, die für die Serie lizenziert wurden - so konnten wir uns gut vorstellen, wie die Figuren als 3-D-Animation aussehen würden", sagt Produzentin Catherine Winder. "Aber wir wollten einen deutlichen Schritt weitergehen und uns von ,STAR WARS- und der bisherigen Animation absetzen. Mithilfe von Computergrafiken integrierten wir solche stilistischen Aspekte in eine Welt mit ganz neuen Dimensionen und neuer Körperlichkeit. Damit war ein Anfang gemacht, das Projekt wurde weiterentwickelt, und das Ergebnis ist jetzt auf der Leinwand zu sehen."
Das radikal neue Design macht auch eine neue Gestaltung der visuellen Dynamik nötig, die den Fans der Serie seit Langem vertraut ist. Bei Lucasfilm ließ man sich von zahllosen Vorbildern inspirieren, um einen extremen Kamerastil zu entwickeln, der von aggressiver Ausleuchtung und Bildperspektive geprägt wird. So entstand eine angemessene Umgebung für den eleganten neuen Look der Hauptfiguren.
"Mir hat der Look der Animes immer schon gefallen: Die japanische Animation und die Mangas haben bahnbrechende Neuerungen in der Bildkomposition eingeführt - diese Ideen haben wir aufgenommen", sagt Filoni. "Das ist der eine Aspekt. Aber die Animation bietet generell unerschöpfliche Möglichkeiten - wir wollen uns also nicht auf einen bestimmten Stil festlegen. Auch Gerry Andersons Marionetten in der Serie ,Thunderbirds- aus den 1960er-Jahren haben uns inspiriert. All diese höchst unterschiedlichen Einflüsse haben wir dann zu einem wirklich einzigartigen Konzept kombiniert."
Filoni ist überzeugt, dass sich das von Executive Producer George Lucas angeregte kreative Risiko für Lucasfilm Animation auszahlen wird, weil es nicht nur eingefleischten Fans gefällt, sondern auch neue Fans begeistern wird. "In ,STAR WARS: THE CLONE WARS- zeigen wir neue Helden, neue Planeten, neue Fahrzeuge, neue Schlachten und eine neue Story - und alles wird in einem völlig neuen Stil animiert", sagt er. "Tatsächlich haben wir ,STAR WARS- so noch nie erlebt."
Auf Forschungsreise durch die Galaxis
"CLONE WARS"-Regisseur Dave Filoni und Executive Producer
George Lucas über das neueste "STAR WARS"-Abenteuer
Am
14. August bringen Lucasfilm Ltd. und Warner Bros. Pictures den allerersten
animierten "STAR WARS"-Spielfilm in die Kinos: "STAR WARS: THE
CLONE WARS". Dieses monumentale Weltraumabenteuer handelt von den
Klonkriegen, die die Galaxis nachhaltig verändern - die Epoche erbitterter
Schlachten und gewaltiger Abenteuer ist zeitlich zwischen "STAR WARS:
Episode II - Angriff der Klonkrieger" und "STAR WARS: Episode
III - Die Rache der Sith" angesiedelt. Im Interview sprechen "STAR
WARS"-Schöpfer George Lucas und "CLONE WARS"-Regisseur Dave Filoni
über diesen innovativen neuen Film von Lucasfilm Animation.
Wie hat sich die Idee eines animierten "STAR WARS"-Films entwickelt-
GEORGE LUCAS: Interessanterweise werden die Klonkriege und alles, was in dieser Epoche passiert ist, im Verlauf der sechs "STAR WARS"-Filme, die die Skywalker-Saga erzählen, nicht gezeigt, sondern einfach übergangen. Ein wenig erfahren wir darüber am Anfang von Episode II und etwas auch am Ende von Episode III. Aber natürlich gibt es während eines Krieges jede Menge Geschichten zu erzählen - äußerst spannende Action, Dramatik, herzzerreißende und sogar lustige Ereignisse. Die Idee, "THE CLONE WARS" als animierten Film zu drehen, hat mich gereizt, denn dadurch können wir ganz andere Storys erzählen, andere Jedi-Ritter zeigen, neue Figuren vorstellen und sogar Geschichten über die Klone selbst erzählen. Einige habe sehr interessante Storys erlebt. Dadurch erweitern wir die Bandbreite des "STAR WARS"-Universums.
DAVE FILONI: Mich hat immer wieder überrascht, wie viele Geschichten es in dieser scheinbar doch so kurzen Zeit zu berichten gibt. Zwischen den Episoden II und III liegen nur etwa drei Jahre. Trotzdem können wir sehr viele neue Storys erzählen, neue Figuren und neue Welten vorstellen - wir erforschen ein Terrain, das ich mir nicht mal vorstellen konnte.
Was bringt die Animation für die "STAR WARS"-Saga-
GEORGE LUCAS: Von Anfang an stand fest, dass wir die im Computer generierten Bilder auf ganz neue, bahnbrechende Art einsetzen wollen. Wir sind überzeugt, dass wir etwas Innovatives, Ungewöhnliches geschaffen haben. Stilistisch unterscheidet sich ein im Computer animierter Film völlig von einem Realfilm. Durch die Animation werden die Möglichkeiten ungeheuer erweitert. Animation ist wie ein Skizzenblock.
DAVE FILONI: Beim Gestalten einer Szene ergeben sich unendliche Möglichkeiten. Wir müssen weder Originalrequisiten auftreiben noch die Schauspieler zum Nachdreh bestellen. Bei der Animation können wir uns die Szene in der Rohfassung ansehen und sie am nächsten Tag noch einmal völlig neu gestalten. Das wäre bei einem Realfilm unmöglich. Doch hier stehen uns alle Sets, alle Schauspieler rund um die Uhr zur Verfügung. Wir gestalten alles genauso, wie wir uns das vorgestellt haben - das ist richtig spannend.
Was können Sie uns über die neueste "STAR WARS"-Heldin Ahsoka sagen-
GEORGE LUCAS: Anakin und Obi-Wan verbindet eine wunderbare Beziehung, die wir aber aus den Filmen bereits kennen.
DAVE FILONI: Wir waren der Meinung, dass wir unbedingt eine Figur einführen müssten, deren Temperament irgendwo in der Mitte zwischen Anakin und Obi-Wan angesiedelt ist. Anakin stürzt sich kopfüber ins Getümmel, während Obi-Wan erst überlegt, bevor er handelt. Ahsoka weiß Anakins Frechheit zu schätzen, bewundert aber auch Obi-Wans Geduld und Überlegtheit. Sie kann von beiden eine Menge lernen, bringt aber eigene Stärken und Fähigkeiten mit, sodass sie Anakin manchmal damit überrascht, wie sie plötzlich auftauchende Situationen meistert. Sie bildet einen tollen Gegenpol zu Anakin - rein optisch, aber auch in ihrer Persönlichkeit, in ihrem Auftreten. Sie treibt ihn manchmal zum Wahnsinn, wächst ihm aber auch ans Herz, wie der Film zeigt.
GEORGE LUCAS: In den "STAR WARS"-Filmen gibt es die Tradition, dass jemand eine erstaunliche Erfahrung macht und auf diese Weise lernt, ein Jedi zu werden. Luke war ein Farmerjunge, der in die Allianz der Rebellen aufgenommen wurde. Anakin war ein kleiner Junge auf Tatooine. In "THE CLONE WARS" ist Anakin kein Padawan mehr, sondern ein Jedi. Also übernimmt Ahsoka die Rolle der jüngeren Person, die ausgebildet werden muss und als "Schülerin" der Story Dynamik verleiht. Wir haben lange überlegt, was für ein Wesen sie sein soll: Mensch oder Alien, Mann oder Frau- Und wir waren der Meinung, dass ein Mädchen in der Story wohl am meisten Spaß bringen wird.
"THE CLONE WARS" gibt Ihnen Gelegenheit, Figuren außerhalb der Skywalker-Saga vorzustellen. Haben Sie besondere Favoriten-
GEORGE LUCAS: Die Duros mochte ich immer schon - die blauen Aliens aus der Kantine in "Eine neue Hoffnung". Sie stammen von den Neimoidianern ab - die Neimoidianer sind grüner. Runzliger.
DAVE FILONI: Für mich ist es der Jedi-Rat. Ich freue mich über die Chance, diese Figuren auszugestalten, die wir nur so kurz zu sehen bekamen, die aber Legenden ihrer Epoche sind: Kit Fisto, Ki-Adi-Mundi, Luminara, Plo Koon-