
Anlässlich des einjährigen Fanboys-Jubiläums haben die Kollegen von TheForce.Net mit dem Mann hinter dem Film veröffentlicht - Kyle Newman.
In dem Interview spricht der Regisseur der Fankomödie über seine aktuelle Arbeit, über sein Fansein und über seine zukünftigen Projekte:
Wie wir bereits aus dem ForceCast wissen, bist Du ein Sammler. Was ist Dein wertvollstes Sammelstück, gefühlsmäßig?
Ich mag meine alten Spielzeuge einfach. Sie sind mir einfach sehr teuer. Ich erinnere mich daran, wie ich jedes einzelne von Ihnen bekommen habe. Einige habe ich von meinen älteren Brüdern bekommen, aber sie haben sich dann irgendwann in meiner Sammlung wiedergefunden. Ha! Ich war nämlich schon ein Sammler als ich zwei Jahre alt war. Aber wenn ich nur ein einziges Stück behalten dürfte... das wäre wahrscheinlich mein alter Ep. V Yoda. Ich liebe den kleinen Kerl. Aber ehrlicherweise, müsste ich alle von ihnen behalten.
Ich weiß, dass Du auch Emo Boy drehen sollst. Hat die Vorproduktion oder Produktion bereits begonnen?
Emo Boy steht definitiv auf meiner Liste, aber es könnte sich ein wenig anders entwickeln. Ich kann noch nicht mehr sagen, aber ich bin ein großer Fan von Steve Emonds Comics und bin entschlossen diesen Leben einzuhauchen. Emo Boy ist so ein einzigartiger "Held".
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Du bist ja ein lautstarker Verfechter von The Clone Wars. Worauf freust Du Dich am meisten in Staffel 2?
Jedesmall, wenn sich der Fan in mir etwas wünscht, dann liefert die Show das auch. Also lehne ich mich einfach zurück und genieße die Fahrt. Ich bin begeistert von den Mandalorianern und dass klassische Charaktere wie Boba Fett und Bossk zurück sind. Und ich finde Cad Bane großartig.
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Deine Frau ist die liebenswerte und vielseitige Jaime King. Machen Dich die Vertrauchlichkeitsvereinbarungen verrückt, bzgl. ihrer Rolle als Aurra Sing?
Ich habe Spaß daran mit ihr zu den Aufnahmen zu gehen, aber natürlich wünsche ich mir, dass ich hinterher darüber sprechen könnte, was uns Fans erwartet. Aber soviel sei gesagt: Es sind ein paar wirklich tolle Sachen im Rohr. Star Wars ist immer noch ein aufregendes, wachsendes und sich ständig wandelndes Universum. Und obwohl die Serie zwischen zwei Filmen liegt, sind es die Handlungsbögen der Charaktere und nicht ihre Schicksale, die sie interessant machen. Aurra ist einfach ein wirklich gute Kopfgeldjägerin und Jaime liebt es einfach ein Teil des Star Wars-Universums zu sein und mit dem Team von The Clone Wars zu arbeiten. Dave Filoni ist ein toller Kerl. Er ist der beste Captain der Galaxis für dieses Schiff.
Das ganze Interview findet ihr unter obigem Link und wer noch Nachholbedarf in Sachen Fanboys hat, sollte ich einmal unser Special zum Film ansehen.
Bekannterweise sieht man von Mark Hamill nicht viel vor der Kamera - selten ist er in Filmen oder Serien zu sehen. Ebenso bekannterweise, ist seine Arbeit als Synchronsprecher dafür geradezu legendär. So hat er in zahlreichen Animationssendungen verschiedenen Figuren, vor allem aber dem Joker aus Batman, seine Stimme geliehen und dies auch in einer Reihe von Computerspielen getan.
Auf ComputerAndVideogames.Com wurde nun ein Interview mit Mark Hamill veröffentlicht, in dem er über seine Arbeit als Synchronsprecher erzählt und auch eine Aufstellung der verschiedenen Spiele zu finden ist, bei denen er mitwirkte - dem geneigten Leser wird dabei vielleicht auffallen, dass darunter nicht ein einziger Titel von Star Wars ist, dazu aber später mehr in der Übersetzung des Artikels:
Mark Hamill lässt ein teuflisches Gegackere los, dass so klingt als würde man Haut vom Fleisch reißen und gleichzeitig mit den Fingernägeln über Wellblech kratzen. Wenn die Eingeweide der Hölle einen Soundtrack haben, dann klingt er so.
Aber sein Abstieg in den Wahnsinn dauert nur einen Moment lang an und für jeden der Batman: Arkham Asylum gespielt hat, ist er nur zu vertraut [Anmerkung: Mark Hamill hat bereits in mehreren Animationsserien ebenfalls die Rolle des Joker verkörpert]. Um seine Rolle des Jokers zu üben, hat er immer wieder mit sich selbst im Auto gelacht - eine Tatsache, wie er witzelt, die nicht selten in Los Angeles vorkommt.
"Joker setzt es wie ein Musikinstrument ein. Er lacht in völlig unpassenden Situationen und findet Dinge komisch, die kein geistig gesunder Mensch komisch findet. Ich wollte, dass dies ein wichtiges Werkzeug sein sollte, um Joker darzustellen. Ich zolle damit auch einigen Leuten Tribut: Eine Prise Dwight Schultz [Murdock aus A-Team] hier, ein wenig von Draculas Renfield da."
Im Falle der Behauptung, dass Mark Hamills Karriere mit der ersten Star Wars-Trilogie endete, hat er das letzte Lachen. Nachdem er Luke Skywalker hinter sich gelassen hatte, verschwand er offenbar aus der Welt des Films. Aber er war stets vor unserer Nase in verschiedenen PC-Spielen: Arkham Asylum und ebenso bei Klassikern wie Wing Commander III [Anmerkung: ebenso in den Teilen IV und V] und Tim Schafers Full Throttle. Er war der Mentor in Soldier of Fortune II: Double Helix, der Erzähler in Call of Duty 2 und er hat den haarigen Helden in X-Men: Wolverine's Revenge gespielt.
Während die meisten Schauspieler im Spielgenre nur für Filmadaptionen herumplanschen, hat sich Hamill diesem ganz gewidmet. Star Wars hat die Karriere von Harrison Ford zwar gestartet, aber Hamill und seine Kollegin Carrie Fisher wurde durch die Trilogie ein Stempel aufgedrückt, den sie nicht wieder loswurden. Aber da sein Vater Captain der US Navy gewesen war, war er es gewöhnt umzuziehen und so tat Hamill das, was er immer getan hatte, als er Luke am Set von Die Rückkehr der Jedi-Ritter zurückließ: Er zog weiter.
Dieser Bruch mit Konventionen brachte ihn 1993 schließlich zu einem neuen Medium: Dem Videospiel. In Gabriel Knight: Sins of the Fathers war er einer der ersten, etablierten Schauspieler, die überhaupt in einem Spiel auftraten. Einige sahen dies als Rücksschritt, aber das kümmerte ihn nicht. "Man bekommt dann so einiges zu hören, wie 'Kannst du keine richtige Arbeit finden', aber diese Art von snobhaftem Verhalten gehört zum Beruf."
Als es in der Mitte der 90er üblich wurde richtige Filmaufnahmen für PC-Spiele zu drehen, blieben diesen Kollegen ihre Worte im Halse stecken. Es gab zahlreiche Spiele dieser Art und auch viele talentierte Kollegen, wie Hamill feststellte, als er Colonel Christopher Blair in drei Wing Commander-Spielen darstellte.
"Da waren einige großartige Kollegen dabei: Malcolm McDowell [A Clockwork Orange], John Rhys-Davis [Lord of the Rings] und John Spencer [The West Wing]. Malcolm ist einer der witzigsten Schauspieler, mit denen ich je gearbeitet habe. Er hat einen geradezu brutalen Humor und foltert einen gnadenlos, wenn man vor der Kamera steht. Er hat immer irgendwelche Grimassen gezogen und ich habe ihm gesagt, 'Weißt Du, Ich schaue Dir nie in die Augen, sondern immer auf Dein Kinn, Du A.-Loch.'"
Parallel zu seiner Karriere als Synchronsprecher - seine Darstellung des Joker in Batman: The Animated Series wurde Kult - setzte er seine Arbeit an Spielen wie Starsiege fort und genoss dabei die Herausforderungen der interaktiven Unterhaltung. In einem Film kann ein Schauspieler selten alle Nuancen eines Charakters ausloten. In einem Spiel ändert sich die Figur in Abhängigkeit der Spielerentscheidungen. In einigen Spielen, wie Full Throttle hatte er sogar die Möglichkeit mehrere Figuren zu spielen. Dies war der einzige LucasArts-Titel für Hamill.
Wenn man die Masse an Star Wars-Spielen bedenkt, die über die Jahre ohne ihn erschienen sind, hat er sich aktiv widersetzt Skywalker auch in Spielen darzustellen? "Als ich Luke von 1977 bis 1983 gespielt habe, steckten Spiele noch in ihren Kinderschuhen," erklärt er. "Wie ich sagte, es ging darum ein neues Kapitel zu starten. Diese Filme hatten einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende und jeder ging danach seiner Wege. Ich weiß nicht, wie ich das beantworten soll, denn man hat mich nie gefragt. Das ist aber auch in Ordnung. Wenn man Luke spielt, wie er in den Filmen war - vom Ende seiner Teenagerzeit bis zu seinen Mitt-Zwanzigern - dann bin ich aus der Rollen herausgewachsen. In der Geschichte ist Luke einfach der nette Junge von nebenan, wie Dorothy in Oz. All die anderen Charaktere um ihn herum, sind toll."
Er wartete einen Moment. "Ich weiß nicht genau, wann Georges animierte Klonkriegsserie spielt, aber ich glaube es ist vor Lukes Geburt, vielleicht als er ein Kleinkind ist." Vielleicht könnte er dann Kindergeräusche liefern? "Ja, ich könnte mich in den Schlaf jammern."
Als Luke abgehakt war, wurde Hamill für die Darstellung einer anderen Ikone berühmt, wenn auch eine, die den Star Wars-Helden erschaudern lassen würden. Durch die 90er hindurch hat er den Joker in Batman: The Animated Series gespielt und auch in verschiedenen Ablegern und im Computerspiel Batman: Vengeance.
"Ich habe den Joker von 1992 bis 2004 in allen animierten Versionen gespielt, inklusive der Filme," erzählt er. "Es hörte 2004 auf und ich war nicht davon ausgegangen, dass ich zu ihm zurückkehren würde, als sie mich dann doch fragten, wurde ich neugierig." Die Tatsache, dass auch Kevin Conroy als Batman und Arleein Sorkin als Harley Quinn ihre Rollen aus der animierten Serie wieder aufleben lassen würde und die Beteiligung des Lost-Autors Paul Dini an Arkham Asylum überzeugten ihn schließlich mitzumachen.
"Ich dachte mir, dass könnte die letzte Gelegenheit sein, Joker zu spielen und es macht einfach unheimlich viel Spaß einen eindeutig Wahnsinnigen zu spielen." Was treibt seiner Meinung nach den Erzfeind von Batman an? "Ich bin ein Comicbuchfan der alten Schule und ich denke, Heath Ledger war großartig in The Dark Knight: Eine grauenerregende Interpretation ohne die geringste Freude. Aber ich glaube, Joker hat ein riesiges Ego und ist beinahe ärgerlich, dass Batman seinen Aufstieg aufhält. Er denkt, dass er Lob für sein Genie verdient hat."
In Hollywood trifft Hamill sicherlich einige solcher Leute. "Natürlich, aber all diese Dinge sind Übertreibungen des realen Lebens." Obwohl er in Kinofilmen, im Fernsehen, im Theater und bei Animationsserien dabei war, gibt Hamill die Spiele nicht auf. Sein nächstes Projekt, Black Peark ist die Adaption einer Comicreihe, die er in den 90ern geschrieben hat und es gibt auch einen Animationsfilm. Der Schauspieler hätte schon vor Jahren mit seinem Star Wars-Ruhm in Rente gehen können, aber die Liebe zur Arbeit lässt ihn weitermachen.
Er lacht wieder, diesmal allerdings nicht auf die Art und Weise eines furchterregenden Verrückten. "In dem Moment in dem ich dessen müde werde, ziehe ich meinen Pyjama nicht mehr aus."
Nun bleibt zu hoffen, dass wir bei Mark Hamills Hang zu Animationsserien vielleicht doch einmal ein Wort von ihm in The Clone Wars hören werden oder aber vielleicht einen Blick in der Realsserie erhaschen können.
Mark "Luke Skywalker" Hamill ist einer der Saga-Stars, der eher selten zu Wort kommt und weniger im Rampenlicht steht, als z.B. Harrison Ford. Auf Lucasfilms hauseigener Webpräsenz wurde vor kurzem ein Ausschnitt eines Interviews mit dem Skywalker-Mimen aus dem neuesten Insider veröffentlicht. Darin spricht er z.B. über seine eigene Rolle, aber auch über die Arbeit an den Filmen:
Über seine Rolle als Luke Skywalker:
Ich hätte lieber den Roboter (C-3PO) oder Han Solo gespielt als Luke! Luke ist bloß die Schnittstelle für das Publikum, er ist weder besonders talentiert noch imposant. Das ist gerade der springende Punkt. Es muss den Zehnjährigen ansprechen, damit er sagt "Oh, das könnte ich sein!" Es ist ein wenig so, wie Robin zu Batman kam, damit das junge Publikum einen besseren Bezug dazu bekam. Als ich zum Vorsprechen ging, war ich mir sicher, dass Han Solo der Protagonist ist, wie Buck Rogers und ich nur sein Helfer. Es konnte gar nicht anders sein - warum sollte der Junge der Protagonist sein? Selbst die Marketing-Leute konnten nicht damit leben. Sie haben Luke auf die Poster gedruckt und ihm dieses breite Kreuz verpasst. Das bin nicht ich. Als der Film dann populär wurde, gab es auch Poster, die mir ähnelten. Ist das nicht lustig? Der Film musste erst 60 Millionen Dollar einbringen, bevor ich die Rolle bekam.
Über Sir Alec Guinness:
Er nahm mich einmal zum Mittagessen mit, weil ich so zurückhaltend war. Ich durfte ihn nicht Sir Alec nennen. Er sagte (mit Alec-Guinness-Stimme): "Ich will mit meinem Namen bekannt sein, nicht mit meinem Titel." Ich fragte ihn. "Wie soll ich Sie dann nennen? Big Al?" Als ich mich ein wenig beruhigte, kam mein Humor durch, der ein wenig respektlos ist. Ich wollte über Ladykillers, Das Glück kam über Nacht oder Der Mann im weißen Anzug reden... "Nein, ich will etwas über Deine Karriere hören," sagte er. Ich antwortete: "Was wollen Sie zuerst hören? Die Seifenoper oder die Hundefutterwerbung?" Natürlich gab es da noch mehr, ich wollte ihm nur klar machen, dass meine Karriere im Vergleich zu seiner winzig war...
Das vollständige Interview gibt es in der Special Edition des Insider, die allerdings in Deutschland nur schwer zu bekommen ist. In den USA ist das Heft bereits am 17. November erschienen.
Ein Essay von Aaron Spacerider
Seit mehreren Jahren schon frage ich mich, wie George Lucas’ Frühwerk mit seinen späteren Produktionen zusammenpasst: Lucas begann seine Regiekarriere als stilistischer wie inhaltlicher Revolutionär mit einer dystopischen Vision der Zukunft und endete mit Krieg der Sterne und Indiana Jones im Hollywood-Mainstream. Wie kam es dazu? Wo und wieso vollzog sich der Wandel? Und finden sich vielleicht doch noch Spuren des Revoluzzers und jungen Wilden in den scheinbar so glattgebügelten Monumental-Blockbustern späterer Jahre?
Beginnen wir beim stärksten und krassesten Werk des jungen Avantgardisten: In THX-1138 ist die Menschheit einem im klassischsten Sinne faschistischen System unterworfen - Wirtschaft und Staat sind eins, Menschen existieren nur noch, um zu konsumieren, Leidenschaft und Leben sind verboten oder mit Drogen ruhiggestellt worden, statt freien Individuen bevölkern geistlose Zahlenwesen eine entmenschlichte Unterwelt. Dagegen stellt sich ein Individuum, das die kollektive Gleichschaltung überwindet und schließlich an die Oberfläche entkommt, wo ein neuer Morgen wartet, im Film dargestellt als leuchtend rote Sonne über einer ansonsten trostlosen Landschaft. Ein Hauch Sozialismus liegt in der Luft.

Dass es Lucas ernst war mit seiner Gesellschaftskritik, machte er 1971 deutlich: „[Das Studio] wollte, dass es um eine totalitäre Gesellschaftsordnung geht, während ich wollte, dass es um das Hier und Jetzt geht, darum, wie ich die Welt, wie ich das Los Angeles des Jahres 1969 sehe. Das war der Grundgedanke. Und sie wollten, dass alles im 25. Jahrhundert spielt.“
Oder anders gesagt: Hollywood wollte THX-1138 als Kommentar über die Sowjetunion und den Ostblock verstehen, während Lucas eigentlich die Vereinigten Staaten meinte, über die er zur gleichen Zeit erklärte: „In diesem Land zählt der Dollar mehr als das Individuum. Der Geist, die Erfahrung, das Talent eines Menschen ist weniger wert als der Dollar.“
Auf den ersten Blick scheint es nun, als habe Lucas mit THX-1138 zum Thema Polizeistaat und Faschismus alles gesagt, doch auch in seinem zweiten Kinowerk American Graffiti und in den Drehbuchentwürfen zu Krieg der Sterne dringt vielerorts der THX-Lucas durch. Überspitzt gesagt, bilden die drei Filme sogar eine Trilogie: THX-1138 ist die Gegenwart oder nahe Zukunft, kalt, brutal, gleichgeschaltet, praktisch hoffnungslos. American Graffiti ist die gute, alte Zeit, die alte Republik, wenn man so will. Das Leben ist schön und unbeschwert, die Außenwelt mit ihren Sorgen und Nöten ist weit weg. Am Ende des Films sind allerdings bereits Änderungen zu spüren, nicht nur, weil die Hauptfigur Curt Henderson seine Heimatstadt und seine Freunde zurücklässt, um sich in die Welt hinauszuwagen, sondern auch weil Texttafeln Auskunft über das Schicksal der (männlichen) Filmfiguren geben: Einer der Jungs wird von einem betrunkenen Autofahrer totgefahren, ein anderer stirbt in Vietnam. Von den beiden Überlebenden wird der eine Versicherungsagent, der andere – Curt, der Ausreißer – Autor, allerdings nicht in den Vereinigten Staaten, sondern in Kanada. Ein unangepasstes Leben in den USA räumt Lucas also keiner seiner Hauptfiguren ein, der THX-Lucas scheint diese Möglichkeit nicht zu sehen. Den Abschluss der Trilogie bildet Krieg der Sterne, in dem das faschistische Regime auf dem Höhepunkt seiner Macht angelangt ist, und der Kampf dagegen beginnt. Ende: Noch nicht absehbar.
Wer diese Interpretation absurd findet, sollte hier aussteigen, denn in Krieg der Sterne findet sich noch viel mehr: Der THX-Lucas hat in den Drehbüchern die gesamten 60er- und 70er-Jahre aufgegriffen, auch wenn im fertigen Film davon nicht mehr viel enthalten ist. Nehmen wir beispielhaft das Jahr 1967, das Jahr, in dem Lucas die Vorlage seines späteren Kinofilms THX-1138 schuf, Electronic Labyrinth: THX 1138 4EB. In diesem Jahr versuchten die Vereinigten Staaten verzweifelt, das Steuer im Vietnamkrieg herumzureißen, worauf die Öffentlichkeit mit Antikriegsdemonstrationen reagierte. In Lucas’ Wahlheimat San Francisco kamen allein 10.000 Menschen zusammen, in New York führte Martin Luther King 200.000 durch die Straßen. Im US-Bundesstaat Georgia wurde ein bekennender Rassist Gouverneur, während Rassenunruhen zahlreiche Großstädte der Vereinigten Staaten erschütterten. Che Guevara starb in Bolivien, Benno Ohnesorg in Berlin. Und sie waren nicht die einzigen Opfer politischer Gewalt jener Jahre: 4 Jahre zuvor war John F. Kennedy ermordet worden, ein Jahr später sollten ihm zunächst Martin Luther King und keine zwei Monate später Kennedys Bruder Robert folgen.

Eine hochpolitische, äußerst angespannte Zeit, die in den ersten Drehbüchern zu Krieg der Sterne viele Spuren hinterließ. Am besten zu sehen ist dies im zweiten Entwurf von 1975, in dem viele dieser Themen aufgegriffen werden, von den Rassenunruhen über die politisch motivierten Attentate, bis hin zu den Befürchtungen zahlreicher Zeitgenossen, die westlichen Demokratien mutierten zu Polizeistaaten:
Als die Republik sich über die Galaxis erstreckte und schließlich über eine Million Welten umfasste, wurde der Große Senat so riesig, dass er nicht länger auf die Bedürfnisse seiner Bürger einging. Nach einer Reihe von Attentaten und Wahlfälschungen, übernahmen die Energie- und Transportgilden insgeheim die Macht im Großen Senat. Als die Jedi die Verschwörung enttarnen und versuchen wollten, den Senat zu reinigen, wurden sie zu Verrätern erklärt. Viele ließen sich vor Gericht stellen und hinrichten, doch die meisten flohen in die äußeren Systeme, wo sie suchten, den Menschen Kunde von der Verschwörung zu bringen. Doch die Ältesten beschlossen zurückzubleiben, und der Große Senat lenkte sie ab, indem er Chaos verbreitete. Heimlich stiftete der Senat Rassenkriege an und unterstützte regierungsfeindliche Terroristen. So wurde das Justizsystem gehemmt und die Verbrechensrate stieg so weit an, dass die Systeme die Schaffung eines totalitären Polizeistaats begrüßten. Dies war die Geburtsstunde des Imperiums.
Im fertigen Film ist davon zugegebenermaßen nicht mehr viel zu hören, „dunkel“ sei es in der Welt geworden, heißt es nun nur noch. Doch hat der Film seine politische Dimension damit schon verloren? Auf den ersten Blick mit Sicherheit: Ein böses Imperium, eine Prinzessin, Ritter und Rebellen, ein dunkler Herrscher, eine mächtige Festung, all das sind Standardbestandteile von Märchen, die – von ihrer archetypischen Symbolwirkung mal abgesehen – nicht viel Politisches an sich haben. Auf den zweiten Blick aber, ist auch der fertige Krieg der Sterne voll von Andeutungen und Gesellschaftskritik.
Ein erstes Beispiel dafür findet sich gleich zu Beginn des Films: Die Prinzessin, die in einem guten Märchen gefälligst zu warten hätte, bis man sie rettet, erscheint nicht mit Thron und Krone, sondern mit der Waffe in der Hand. Sie gibt sich nicht damit zufrieden, sich von ihren Wächtern verteidigen zu lassen, um dann sang- und klanglos gefangen genommen zu werden, sondern streckt einen ihrer Häscher nieder, nachdem sie mit R2-D2 das Mittel zu ihrer Befreiung selbst ins Spiel gebracht hat. Auch bei ihrer Konfrontation mit dem dunklen Herrscher, wirkt sie nicht wirklich prinzessinnenhaft, sondern tritt - ganz im Gegenteil - als selbstbewusste Persönlichkeit auf, deren Wille noch lange nicht gebrochen ist. Wenn Leia hier eine archtetypische Rolle spielt, dann weniger die der Prinzessin oder der Jungfrau in Not, sondern vielmehr die der selbstbewussten, unabhängigen Frau in der besten Tradition der Studenten- und Emanzipationsbewegung.

Und auch ihr Widersacher bei ihrem ersten Auftritt ist nur auf den ersten Blick ein typischer Märchenschurke: Sicher, Darth Vader wirkt bedrohlich und eiskalt, doch für eine ultimative Ausgeburt des Bösen, ist er nicht nur zu sehr bloßer Häscher, wie der Lauftext erklärt, sondern durch seine Atemnot auch offensichtlich eingeschränkt. Sein kurz darauf enthüllter Verrat und Mord an Lukes Vater machen Vader dann zwar einerseits so richtig gemein und böse, andererseits klingt bei der Beschreibung aber vor allem eine gewisse Hinterhältigkeit mit, so als habe Vader Lukes Vater von hinten erstochen, anstatt ihm ehrlich entgegenzutreten. Wie Jahre später bei Palpatines Bericht über die Ermordung von Darth Plagueis in Die Rache der Sith, kommt man nur schwer umhin, in erster Linie Feigheit und Unfähigkeit zu attestieren.
Doch Lucas macht bei (zu) starken Prinzessinnen und (zu) rückgratlosen Schurken noch lange nicht Schluss. Die nächste Filmfigur, die einerseits perfekt ins Märchenraster passt und andererseits nicht so recht passen will, ist der Held des Films, Luke Skywalker. Dies fängt mit seinem Äußeren an: Luke ist ein kleiner, schmächtiger und so überhaupt nicht beeindruckender Kerl mit Farrah-Fawcett-Frisur. Statt Heldentaten zu begehen, starrt er zudem nur in den Sonnenuntergang oder verschwendet sein Leben mit stumpfsinniger Arbeit – es sei denn, man findet das Feuchtfarmergewerbe auf einem Wüstenplaneten besonders aussichtsreich – oder bei Wettrennen mit seinen Freunden. Heldenhafter Aufbruchsgeist sieht anders aus, und selbst, als er quasi in seine Heldenrolle hineingezwungen wird, bleibt Luke zunächst zögerlich bis zur Apathie.

Nun lässt sich all dies natürlich mit Campbells Heldenreise erklären: Der zum Abenteuer berufene Held, weigert sich, diesem Ruf zu folgen. „Die Weigerung verkehrt das Abenteuer ins Negative.“, so Campbell. „Der Held – von Langeweile, harter Arbeit oder ‚Kultur’ eingezwängt – verliert die Kraft, selbstbestimmt zu agieren und wird stattdessen zum bloßen Opfer, das gerettet werden muss. Seine blühende Welt verwandelt sich in eine Wüste, sein Leben wirkt bedeutungslos.“
Auf der anderen Seite bestimmt die Beschäftigung mit dieser Weigerung zum Leben Lucas’ Frühwerk mehr als alles andere. In seinem Studentenfilm Freiheit thematisiert Lucas erstmals die Flucht eines Individuums aus seiner ummauerten Welt. Es folgt THX-1138, wo Lucas’ Hauptfigur lange Zeit ein typischer Mitläufer ist, bis er aus seiner Apathie befreit wird und – ganz am Schluss – tatsächlich das Heft des Handelns an sich reißt. Auch Lucas’ zweites Kinowerk, American Graffiti, beschäftigt sich intensiv mit der Entscheidung, eigenständig zu handeln oder zurückzubleiben: Die Hauptfigur Curt Henderson kann die Stadt verlassen und anfangen zu leben, oder zuhause und damit im Alltagstrott stecken bleiben.
Begreift man Krieg der Sterne in diesem – wie in den anderen Punkten – nun nicht als Märchen oder als Science-Fiction-Oper, sondern als Gesellschaftskommentar und Fabel, verkörpert Luke hier die apathische Jugend, die passiv bleibt, anstatt die Welt aktiv mitzugestalten und damit Mitschuld trägt am Aufkommen faschistischer Unterdrückung. Diese – möglicherweise etwas gewagte – Interpretation lässt sich von Luke auf die anderen Jugendlichen des Films ausweiten: Auf der einen Seite Han Solo, ein noch immer relativ junger Kerl, der sich allerdings an das Kapital verkauft hat, auf der anderen die beiden Rebellenpiloten Wedge und Biggs.

Anders als Luke trifft Han Solo zwar eigenständige Entscheidungen – er handelt aktiv und wartet nicht nur passiv ab -, aber er tut dies nicht etwa aus Überzeugung, sondern einzig und allein für Geld. Die moralische Ambivalenz dieser Figur macht Lucas im Zusammentreffen mit Greedo schon in den Figurennamen deutlich: Solo, der geldbesessene Einzelgänger, trifft auf Greedo, die geldbesessene Gier, oder anders gesagt: Der minimal bessere Solo trifft auf sein minimal schlechteres Spiegelbild und begeht bei seinem kaltblütigen Mord an Greedo im Grunde halben Selbstmord. Wollte man die gewagten Interpretationen auf die Spitze treiben, wäre diese Szene eine Radikalkritik am Kapitalismus: Gier und Kapital führen bis an den Rande der Selbstvernichtung.
Biggs und Wedge auf der anderen Seite sind zwar aktiv, aber stehen doch nur in der zweiten Reihe. Erst ganz zum Schluss, als praktisch schon alles verloren ist, kommen sie zum Einsatz und dürfen heldenhaft sterben oder angeschlagen überleben. Käme man auch hier wieder mit Interpretationen, ist dies, als wollte Lucas sagen, erst wenn die Jugend aktiv wird, bewegt sich etwas, denn die älteren Rebellenpiloten gehen sang- und klanglos unter oder erheben das „bin fast da“ zum hoffnungslosen, man möchte fast sagen apathischen Mantra.
Wechselt man von der Rebellion zum Imperium, stimmt auch hier etwas nicht. Im Märchen würde man, frei nach Tolkien gesprochen, einen „dunklen Herrn auf dunklem Thron“ an der Spitze von Lucas’ Reich des Bösen erwarten. Stattdessen ist das Einzige, was auch nur ansatzweise an eine imperiale Schaltzentrale heranreicht, ein Raum mit einem großen runden Tisch, an dem Uniformierte mittleren Alters in Bürokratensprech diskutieren. Ihr Kaiser ist weit weg, man könnte was sagen, er ist der Große Bruder des Films. Ob er wirklich existiert, ist aufgrund seiner Gesichtslosigkeit und Abwesenheit unmöglich zu sagen, genauso gut könnte es sich bei ihm wie in 1984 um eine Propagandaillusion handeln, die vom starken Mann des Films – Gouverneur Tarkin – aufrechterhalten wird, um Kontinuität oder Führung vorzugaukeln.

Denn kontrolliert jener Kaiser, der angeblich den imperialen Senat aufgelöst und die Regionalgouverneure zum direkten Durchgreifen ermächtigt hat, tatsächlich die Galaxis, oder herrscht nicht in Wahrheit doch eine Militärjunta? Der Film bleibt vage, die frühen Drehbücher waren es nicht. Dort taucht der Große Führer zwar noch persönlich auf, aber mehr als ein Operettenkaiser ist er nie. Andere Leute ziehen die Strippen, während er Reden schwingen und Paraden abnehmen darf. Es fällt schwer, sich hier nicht an die Warnungen von US-Präsident Dwight D. Eisenhower vor dem „militärisch-industriellen Komplex“ zu erinnern: „Wir dürfen niemals zulassen“, hatte Eisenhower 1961 erklärt, „dass die Stärke dieser Verbindung unsere Freiheiten oder demokratischen Entscheidungsprozesse gefährdet.“ In Lucas’ Reich des Bösen herrscht der Komplex, vertreten durch Militärbürokraten.
Eine weitere interessante Rolle in Lucas’ 70er-Trilogie nimmt neben Aufbruchshoffnungen und Faschismusangst auch die Technik ein. In THX-1138 ist sie zunächst ein Mittel der Unterdrückung. Dies wird in kaum einer Szene deutlicher, als in jener am Arbeitsplatz der Hauptfigur, die dort Roboterpolizisten zusammenbaut: Maschinengewordene Menschen schaffen Maschinen, die sie weiter unterdrücken. Der Film endet trotzdem mit einer etwas positiveren Techniksicht, denn allein durch die Technik seines futuristischen Rennwagens, kann THX-1138 dem totalen Staat entfliehen und auf die technik- und leblose Planetenoberfläche fliehen.
In einem anderen, wenn auch ähnlichen Licht beleuchtet Lucas die Technik in seinem Blick in die Vergangenheit: In American Graffiti sind Autos Prestige, Lebensfreude und Alltagsflucht in einem. Und der Umgang mit ihnen symbolisiert die Welt an sich: Der Film endet mit einem Autorennen, bei dem eines der Autos zerstört wird. Die Welt beginnt zu zerbrechen, und selbst technisierte Schnelligkeit kann dies nicht aufhalten. Einzig Curt, die Hauptfigur, realisiert dies und sagt seiner rätselhaften Freundin in spe ab, abends wieder durch die Straßen zu kreuzen. Für ihn liegt dieser Lebensstil hinter ihm. Am Ende des Films fliegt Curt davon.

In Krieg der Sterne schließlich treibt Lucas seinen Technik-Kommentar auf den Höhepunkt. Auf der einen Seite tut er dies äußerst geschickt durch die Mischung von Märchen- und Science-Fiction-Welt. Auf den ersten Blick erscheint die Technik damit absolut entscheidend: Der Rasende Falke, der Todesstern, sind sie nicht das Hauptelement des Films? Auf den zweiten Blick wird klar: Nein, sie spielen überhaupt keine Rolle, sondern sind kaum mehr als Requisiten. Nähme man jede Technik aus dem Film, bliebe die Geschichte identisch. Der Todesstern würde zum Drachen im Labyrinth, das Lichtschwert verlöre sein Licht und bliebe ansonsten identisch, Pferde würden Raumschiffe ersetzen, Fabelwesen Außerirdische, die Technik ist unterm Strich also nichts als schöner Schein.
Auf der anderen Seite geht Lucas aber noch weiter. Er lässt Luke erwachsen werden, indem er ihn seinen Landgleiter verkaufen lässt. Han Solo macht er durch sein eigenwilliges Schiff sympathisch. Die ganze Machtfülle und Machtarroganz des Imperiums wird nicht zuletzt dadurch deutlich, dass der Todesstern zwar einerseits riesig ist, andererseits aber der kleine Lüftungsschacht übersehen wird. Und die Perversion von Darth Vaders Existenz symbolisiert seine Atemmaske: Ohne Technik, wäre Vader tot. Die größte Pointe bewahrt sich Lucas allerdings bis zum Schluss auf: Nicht die Macht der Technik besiegt den faschistischen Drachen, sondern die Macht des Glaubens.
Und noch ein zweites Standardthema von Lucas findet sich am Ende des Films: Die Stärke des Individuums. In THX-1138 wagt sich dieses Individuum am Ende hinaus ins Nichts der Planetenoberfläche, und gerade in dieser scheinbaren Hoffnungslosigkeit der Zukunft liegt der ultimative Triumph: Leben am Limit, ja, aber dafür echtes Leben, ohne Angst und frei von Unterdrückung. In American Graffiti stellt sich das Individuum gegen Gruppenzwang und überwindet wiederum die Angst vor den Unwägbarkeiten der Zukunft. Am Ende steigt es hinauf in die Wolken und findet später, wie kurz darauf verraten wird, individuelle, kreative Selbsterfüllung. In Krieg der Sterne schließlich siegt das Individuum, nachdem es aus seinem lähmenden Alltag gerissen und von der Apathie seiner Erziehung befreit wurde, über die geballte materielle wie personelle Macht des Bösen.

Wobei das Wort „Sieg“ hier sehr vorsichtig zu gebrauchen ist, denn Lucas bleibt auch in seinem auf den ersten Blick lebensfrohen Krieg der Sterne pessimistisch. In THX-1138 siegt sein Held auf einer Mondoberfläche. Wird THX-1138 in dieser toten Welt überleben? Realistisch gesehen, hat er kaum eine Chance. In American Graffiti hat der Held nur dann eine Überlebenschance als selbstbestimmter Mensch, wenn er sein Heimatland verlässt. Ewiges Exil ist der Preis seines Triumphs. In Krieg der Sterne verliert Luke seine Heimat, seine Familie und enge Freunde. Er gewinnt im besten Fall eine kurze Atempause, denn Darth Vader lebt, und das Imperium ist noch lange nicht geschlagen.
Die Vergleiche lassen sich nun problemlos durch Lucas’ Werk weiterführen: In Indiana Jones greift der Held auf Peitsche und eine einfache Pistole zurück, die technische Überlegenheit hat immer der Feind. Am Ende siegt der Held, doch der Schatz landet auf Nimmerwiedersehen in einem riesigen Lagerhaus. Der Staat erstickt den Erfolg des Individuums, und die Nazis haben kaum mehr als einen Rückschlag hinnehmen müssen. In Das Imperium schlägt zurück treiben Yodas Lebensstil und seine gleichzeitige Macht die Technikkritik auf die Spitze, während Vaders Menschwerdung, Lukes Höhlenprüfung und seine spätere Technisierung mit seiner Kunsthand das Wertesystem ähnlich radikal in Frage stellt wie es die Anfangsapathie von Luke und die Nebenrolle der Jugend in Krieg der Sterne taten: Wenn Vader ein Mensch ist, wenn er ein Vater ist, kann er dann abgrundtief böse sein? Und wird Luke jetzt zu einem neuen Vader? Letztere Frage greift Die Rückkehr der Jedi-Ritter zunächst auf: Luke erscheint ganz in schwarz, nutzt die Macht zum Angriff und kommt dem Bösen beim Endkampf sehr nahe. An diesem Punkt erst kippt Die Rückkehr der Jedi-Ritter ins Versöhnliche: Vader als Verkörperung einer verlorenen Generation opfert sich, um die Zukunftshoffnung in Gestalt seines Sohnes zu retten, die technische Macht des Imperiums scheitert an der Naturverbundenheit der Ewoks, Han und Leia finden zueinander, das Gute triumphiert, diesmal endgültig.

Ist Die Rückkehr der Jedi-Ritter damit das Ende des THX-Lucas? Nun, so direkt wohl nicht. Tempel des Todes weist THX-Anleihen auf, wobei hier der Thuggee-Kult die Rolle des Kollektivs übernimmt, welches das Individuum zu überwinden hat. Auch in Willow und Tucker ist das Thema präsent, und in Die Abenteuer des jungen Indiana Jones wird daraus der rote Faden einer ganzer Serie, in der Indy sich stets gegen Vorurteile, Gruppenzwang oder kulturelle Unterschiede durchsetzen muss. Daneben bietet Young Indy die Themen Technik – im Guten wie im Schlechten - und Siege, die keine sind, insbesondere bei der Abhandlung des Ersten Weltkriegs.
Und die Faschismusängste und Kapitalismuskritik von THX? Sowohl Tucker, als auch Young Indy enthalten fundamentale Kritik an Machtmonopolen. In Tucker lähmt das Kartell der US-Automobilindustrie den Schaffensdrang und Innovationsgeist eines Visionärs, in Young Indy verzweifelt Indy an der Sinnlosigkeit des Grabenkriegs an der Westfront und muss als französischer Geheimagent schnell erkennen, wie schmutzig und korrumpiert der Krieg auch von den scheinbar Guten geführt wird. In den Prequels schließlich werden beide Themen an zentraler Stelle aufgegriffen.

Denn auch wenn Die dunkle Bedrohung früher wie heute dafür kritisiert wurde, zu bunt, zu infantil und zu simpel zu sein, besitzt der Film eine politische Dimension, in der die Überzeugungen und Ängste des THX-Lucas 1:1 aufgegriffen wird: Die edle Republik ist festgefahren und stagniert, Wirtschaftsunternehmen haben mehr und mehr Einfluss gewonnen und blockieren Entscheidungen, der militärisch-industrielle Komplex bedroht das Paradies Naboo, das so paradiesisch allerdings auch nicht ist, weil die Einheimischen nichts miteinander zu tun haben wollen, was an die Rassenkriege der ersten Drehbuchfassungen erinnert. Gleichzeitig sind die Verteidiger der Freiheit machtlos gegen kleine Sklavenhalter und Kriminelle, zwei dunkle Strippenzieher genügen, um das gesamte System zu bedrohen, und in ihrem Elfenbeinturm tun die Ritter des Lichts absolut nichts. Was bleibt, ist wiederum die Jugend, diesmal in Form von Anakin, Padmé und Obi-Wan, die Regeln brechen, um eine Versöhnung zwischen den Paradies-Völkern herbeizuführen, das Paradies selbst zu retten und mit ihm den Frieden. Die Alten tun gleichzeitig allerdings nichts oder nicht genug, sodass der wahre Schurke auch weiterhin ungestört tun kann, was er will.
In den beiden Folge-Prequels finden diese THX-Anklänge ihre Fortsetzung: Dort ist Liebe verboten – ganz wie einst in THX-1138 –, und Anakin zerbricht nicht zuletzt deshalb, weil er gegen dieses Verbot aufbegehrt. Alte Männer schüren Kriege, deren Aussichts- und Sinnlosigkeit schon darin deutlich wird, dass hier Technik auf Kollektivismus stößt, Droiden auf uniforme, gesichts- wie morallose Retortenkrieger. Ein Sieg des Rechts und der Freiheit ist angesichts dieser Ausgangslage ausgeschlossen. Die angeblich so edlen wie weisen Jedi-Ritter sterben wie die Fliegen in sinnlosen Kämpfen, und als diese endlich vorbei sind, kommt es im Senat zum Kampf der Greise: Ein knapp 900jähriger, der seit 800 Jahren in Starre verharrt gegen einen zweiten, der stets manipuliert hat, anstatt offen zu kämpfen und in komplettem Wahn Rache übt für etwas, das ihn persönlich gar nichts angeht. So traurig geht die Welt zugrunde. Als die alte Generation dann alles in den Sand gesetzt hat, was in den Sand zu setzen war, bleibt vom alten Paradies nichts als zwei Säuglinge, um die Welt wieder geradezubiegen. An Hoffnungslosigkeit wird das eigentlich nur von der öden Oberfläche von THX-1138 übertroffen.

Gab es dann also in Wahrheit niemals einen Bruch in George Lucas’ Schaffen? Lucas hat einmal erklärt, er sei mit dem Erfolg von Krieg der Sterne selbst zum Darth Vader geworden. 1983 formulierte er es noch etwas anders: „Jetzt bin ich ausgebrannt.“, meinte er damals. „Ich war eigentlich schon vor einigen Jahren ausgebrannt und habe mich seither nur vom Schwung des ersten Films weitertreiben lassen. Krieg der Sterne hat mein Leben gepackt und es gegen meinen Willen übernommen. Jetzt muss ich mein Leben zurückbekommen, bevor es zu spät ist!“
Seine revolutionäre Anfangsphase hat so gesehen also nie aufgehört, sie ist nur langsam verblasst, und als Lucas nach 16 Jahren als Familienvater und Teilzeit-Rentner wieder auf den Regiestuhl zurückkehrte, bestimmten noch immer die alten Themen in neuem Gewande das gelassenere, heitere Bild. Lucas, so scheint es, hat in weiten Teilen seinen Frieden mit der Welt gemacht und darüber seine Verbissenheit – und damit vielleicht auch seine Bissigkeit – hinter sich gelassen. Mit anderen Worten, er ist einfach älter geworden, und was Han und Leia am Ende von Die Rückkehr der Jedi-Ritter zu wünschen ist, hat Lucas für sich wahrgemacht: Und er lebte glücklich und zufrieden bis ans Ende seiner Tage. Schöne, neue Welt.

Hinweis: Die in diesem Essay geäußerten Ansichten und Meinungen spiegeln nicht notwendigerweise die Meinungen der Redaktion von StarWars-Union.de.
Tim Dry ist Autor, Songschreiber, Musiker, Fotograf und auch Schauspieler. Letztere Profession hat ihn auch zur Saga gebracht, wo er in Episode VI einen Whipiden und einen Mon Calamari Offizier gespielt hat.
Mit ersterer Profession, nämlich als Autor, kehrt er nun zur Saga zurück. In dem Ebook Continuum liefert er seine ganz eigene Sicht der Dinge ab und erzählt, was es bedeutet bei einem Projekt wie der Saga dabei zu sein und wie sich seine Arbeit noch immer für ihn auswirkt - z.B. in Form von Conbesuchen.
Das Buch ist eine lustige Reise durch Mr. Drys Star Wars-Zeit und für Außenseiter ein Bericht mit Einblicken hinter die Kulissen. Oben drauf gibt es ein Vorwort von Robert Watts dem Produzenten der Saga und der Indyfilme.
Unter obigem Link könnt Ihr das Buch für 7 Euronen bestellen und dann auch gleich herunterladen.
George Lucas ist wohl einer der wichtigsten Regisseure und Filmemacher der letzten vierzig Jahre und hat nicht zuletzt mit neuen Technologien die Welt der Filme verändert.
Beim World Business Forum hat sich der Filmvisionär nun zur möglichen Zukunft des Kinos und der Filmbranche geäußert, wie die Kollegen von clubjade.net melden. Aber auch seine Vergangenheit und die klassische Trilogie blieben nicht unberührt:
Ich musste erfinden, was ich nicht hatte. Ich wollte eine Kamerafahrt um die Raumschiffe haben, also mussten wir die Technik dafür entwickeln.
Mit dem Hintergedanken im Kopf, dass George Lucas seine Filme gerne ins Optimum verbessert und z.B. über eine Veröffentlichung in 3D-Format nachdenkt, ist seine Antwort auf die Frage, ob er auch Filme für Handys machen würde, interessant:
Ich mache Filme, mir ist es egal, wo sie gezeigt werden.
Ich mache meine Filme so, dass sie an einem bestimmten Ort gezeigt werden können. Das war einmal das Kino, denn früher gab es dazu keine Alternative. Jetzt mache ich Filme hauptsächlich für DVD.
Das ist wie bei Michelangelo, der es liebte Skulpturen zu machen, aber auch malen musste - wer kann schon sagen, was besser ist? Man arbeitet einfach mit dem, was man bekommt.
George Lucas sieht sich also mittlerweile als Filmemacher für DVD und nicht mehr so sehr für die Kinoleinwand. Bleibt abzuwarten, wie sich das in Zukunft auf seine Arbeit auswirken wird.
George Lucas on Technology from Gizmodo on Vimeo.
Auf der Dragon Con war Timothy Zahn am vergangenen Wochenende zu Gast im Podcast von SwordandLaser.com.
Im Podcast geht es auch um eine ganze Reihe anderer Themen, er ist also nicht rein "Star-Wars-orientiert".
Der Teil mit Timothy Zahn hat aber logischerweise auch Star-Wars-Inhalte, so wird unter anderem die Zuhörer-Frage gestellt, was mit der Galaxie wohl passiert worden wäre, wenn Großadmiral Thrawn gewonnen hätte. Ob es wohl besser oder schlechter geworden wäre, als es dann in der Neuen Republik geworden sei?
Timothy Zahns Thrawn-Trilogie läutete seinerzeit den Erfolg des Erweiterten Universums richtig ein und auch seine Reihe Die Hand von Thrawn war ein großer Erfolg.
Eine Liste über all seine Star-Wars-Bücher findet Ihr hier bei uns.
Für 2011 wurde im April ein neues Star-Wars-Buch aus der Hand des Erfolgsautors angekündigt, das derzeit unter dem Arbeitstitel "Choices" geführt wird: Die neue Handlung "voller Intrigen und Action" ist zur Zeit der klassischen Star-Wars-Trilogie angesiedelt und spielt kurz nach den Ereignissen seines letzten Romans Allegiance. "Die legendären Helden kehren zurück - Han Solo, Luke Skywalker, Prinzessin Leia und Chewbacca - zusammen mit einigen von Zahns populärsten Kreationen: Thrawn, Mara Jade und die Sturmtruppen Hand of Judgment." Das Buch hat noch keinen Titel, soll aber im Herbst 2011 erscheinen. Das Jahr markiert den 20. Geburtstag seines ersten Star-Wars-Romans, Heir to the Empire. Das Buch setzte seinerzeit den Startpunkt für "die moderne Ära der Star-Wars-Publikationen", wie StarWars.com schrieb.
Carrie Fisher wird demnächst in dem Horrorfilm Sorority Row zu sehen sein und war in diesem Zusammenhang Gast der Late Late Show von Craig Ferguson. In dem Video spricht sie allerdings vor allem über sich selbst, erzählt ein paar lustige Anekdoten und z.B. auch Details über ihr Weihnachtsfest mit Michael Jackson oder warum Attentäter immer so schlechte Laune haben. Witze über ihre Rolle als Prinzessin Leia fehlen natürlich auch nicht.
Mit viel Esprit und Charme ist sie in dem Video zu sehen, dass die Kollegen von ClubJade.Net aufgetan haben. Natürlich gibt es das nur in Englisch, aber es lohnt sich auch.
Die California Hall of Fame ist eine Einrichtung des California Museums und dort werden wichtige Persönlichkeiten geehrt, die sich um kulturelle, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Belange in Californien verdient gemacht und dem Sonnenstaat so zu mehr Bekanntheit verholfen haben.
Dieses Jahr, so berichtet TheForce.Net, ist auch George Lucas unter den neuen Angehörigen dieser Ehrenriege, die von Governeur Arnold Schwarzenegger und seiner Frau Maria Shriver ausgewählt werden. Weitere Neuzugänge dieses Jahr sind Berühmtheiten aus anderen Branchen wie Andrew Grove (CEO Intel) oder Chuck Yeager (Pilot). Insgesamt sind jetzt 51 Personen Teil dieser Ehrenliste.
Schirmherrin Maria Shriver äußerste sich wie folgt:
Wenn Talent und unnachgiebiger Antrieb gleich groß sind, kann ein einzelnes Individuum ein Vermächtnis der Veränderung, der Hoffnung und Stärkung schaffen. Jeder, der in die California Hall of Fame eingeführt wird, symbolisiert die größten Herzen, größten Antrieb und größte Inspiration. Es ist eine Ehre, diese Personen, einzuführen, von denen jede die Geschichte auf ihre Weise beeinflusst hat.
Na, dann: Herzlichen Glückwunsch, Mr. Lucas!
Hauptsächlich aus Spaß an der Freude, aber auch, um etwas Farbe ins Alltagsgrau der Nachrichten zu bringen, gehen wir heute mal wieder in der Zeit zurück. Zielpunkt diesmal: Die People Magazine-Ausgabe vom 14. August 1978. Damals widmete sich die Zeitschrift den Großen Dreien, die gerade zwischen dem Triumph des ersten Kinofilms und den Dreharbeiten zum zweiten versuchten, mit ihrer neuen Berühmtheit klarzukommen.
Inwieweit ihnen das gelungen ist und wie es im August 1978 um Krieg der Sterne stand, erfahrt ihr jetzt:
Der Krieg der Sterne geht weiter
Nicht Filmsternchen, sondern Anwälte kämpfen jetzt um den erfolgreichsten Film der Geschichte, doch in der Fortsetzung kommt Liebe auf
"Wenn man seine Karriere mit einer Hauptrolle im erfolgreichsten Film aller Zeiten beginnt", meinte Carrie Fisher sorgenvoll, "kann es hinterher nur noch bergab gehen." Doch keine Sorge, Carrie. Die Macht könnte immer noch mit uns sein. Schließlich wird Krieg der Sterne eines Tages, in einer weit, weit entfernten Galaxis weniger wie ein Kinofilm wirken, denn wie eine Supernova der Vermarktungskunst und des Showgeschäfts. Allein in San-Francisco haben unglaublicherweise mehr Erdlinge Kinokarten für den Film gekauft, als es Einwohner gibt. Bislang hat der Film in Nordamerika eine Viertelmilliarde eingespielt, und selbst die Erlöse aus dem Kaugummiverkauf haben die Millionenmarke überschritten. Den Beweis für seine Zugkraft lieferte Krieg der Sterne letzten Monat mit seiner Neuveröffentlichung, als der Film sowohl Grease, als auch Der Weiße Hai 2 am ersten Wochenende hinter sich ließ.
Inzwischen sind Carrie und die beiden anderen jungen Krieg der Sterne-Helden - Mark Hamill und Harrison Ford - auf dem Papier bereits Millionäre. Zwar haben sie für ihre eigentliche Arbeit bloße Peanuts erhalten, doch George Lucas (34) hat Weihnachten 1977 den Weihnachtsmann gegeben und jedem seiner Jungstars jeweils 0,25 % der Einnahmen geschenkt. Diese Großzügigkeit gehört zu Lucas' himmlischem Gesamtplan. Genau wie Walt Disney vor ihm, will er sein Fantasy-Epos in eine Marke verwandeln. So wird es nicht nur den simpel betitelten Krieg der Sterne II geben, nein, nicht weniger als 11 Fortsetzungen sind schon in Vorbereitung. Die Arbeiten an der ersten haben unter dem Arbeitstitel "Das Imperium schlägt zurück" bereits begonnen. "Ich habe den Prototyp geliefert.", erklärt Lucas, der als Produktionsleiter an Bord sein wird, die eigentliche Regiearbeit aber Irvin (Die Augen der Laura Mars) Kershner überlässt. Der hat bereits Drehorte zwischen Norwegen (der Eisplanet) bis Afrika (der Dschungelplanet) abgeklappert und plant den Kinostart für Anfang 1980. Kershner verspricht, dass die Handlung, in der das finstere Galaktische Imperium darum kämpft, seine Macht zurückzuerlangen, "komplett anders" sein wird, "abgesehen davon, dass einige der beliebten Figuren wieder mit dabei sein werden".
Dazu zählen die Droiden R2-D2 und C-3PO (deren Roboterfußabdrücke vor dem Mann's Chinese Theater in Zement verewigt wurden), Chewbacca der Wookie, Darth Vader und eine Fülle neuer (und für die Spielzeugindustrie verwertbarer) außerirdischer Geschöpfe. Von den menschlichen Hauptpersonen, wird einzig Sir Alec Guinness nicht mehr dabei sein - im Originalfilm lieferte sich der Prophet Obi-Wan Kenobi einen tödlichen Zweikampf mit Darth Vader, wobei er in der zweiten Fortsetzung wiederbelebt werden könnte. Es soll diesmal eine Romanze geben, auch wenn deren genauer Ablauf eines der bestgehütetsten Geheimnisse der jüngeren Filmgeschichte ist. Da Hamill jedoch für zwei Fortsetzungen unterschrieben hat und Ford nur für eine, steht zu erwarten, dass Luke Skywalker Han Solo in der Gunst von Prinzessin Leia ausstechen wird.
Wenn die Dreharbeiten nächsten Februar in London beginnen, wird es wie ein Familientreffen sein. Die enge Beziehung der Hauptdarsteller - Mark und Harrison besuchen Carrie regelmäßig, wenn sie in New York sind - geht auf die ursprünglichen Dreharbeiten in London zurück, als die Drei noch verhältnismäßig unbekannte Größen waren. "Es war wie ein Ferienlager", erinnert sich Fisher. "Statt Bastelstunden, hatten wir Kulissen, die in die Luft gesprengt wurden." Carrie (21) ist die Tochter von Eddie Fisher und Debbie Reynolds, doch ihr einziges Erlebnis im Showgeschäft vor Krieg der Sterne war eine 3-Tage-Rolle (und ein schlimmes Wort mit vier Buchstaben) in Shampoo. Hamill (26) hatte bereits Dutzende Fernsehauftritte, während Ford (36) bereits für Lucas in American Graffiti mitgespielt hatte. "Er war der Erwachsene", meint Carrie, "und Mark und ich, wir waren die Kinder." Sie und Mark bezeichneten Harrison auf der Promotour immer als "Paps", während er Fisher liebevoll seine "Schwester" nannte. Die Freundschaft entstand während einer Werbetour, die, so Carrie, "wir alle unnatürlich und peinlich fanden. Jeden Abend haben wir uns in Vergnügungsparks ausgetobt, um davon Abstand zu gewinnen." Den Höhepunkt erreichte die Reise, als "wir uns in meiner Suite im Sherry Netherland in New York eine Essensschlacht lieferten. Es war toll: Ich hatte Spinat im Haar und Bier im Ausschnitt. Wir haben noch versucht, aufzuräumen, bevor George und Marcia Lucas hereinkamen - wie Vater und Mutter -, aber ein Stück Spinat hatte ich trotzdem noch auf dem Bademantel."



Auch als Millionäre, toben sie sich noch aus. Bei einer Spendengala für das Equal Rights Amendment in Los Angeles, schlich sich Mark an Carrie heran und flüsterte ihr zu: "Keine Sorge. Ich habe Deinen Viertelprozentpunkt gespendet." (tatsächlich spendete sie 1000 US-Dollar). Mark erzählt, er habe von seinem Anteil an der Beute noch nicht viel gesehen. "Wo ist das Geld bloß?", witzelt er. "Wird irgendwer eines Tages einen Kipplaster mieten und mir das Geld vor die Tür schütten?" Seine letzte rhethorische Frage an unseren Reporter Lois Armstrong war entsprechend: "Könnten Sie mir bis Donnerstag 2 Dollar pumpen?"



Es ist eine seltsame Art von Erfolg", findet Carrie. "Ich fühle mich nicht berühmt." Noch immer lebt sie in ihrer alten 500-Dollar-im-Monat-Bude in Central Park West. "Ich wasche meine Wäsche, ich habe kein Hausmädchen. Ich koche selbst, und ich wasche selbst ab." Dreimal die Woche geht sie zum Psychiater ("Ich gehe um 1 Uhr mittags hin, da ist meine Persönlichkeit fast fertig entwickelt") und nimmt bei Diane Keatons Schauspiellehrerin Marilyn Fried private Schauspielstunden. Als sie von großen Geistern wie Truman Capote und Louis Malle auf einer Literatenpartie in die Zange genommen wurde (sie selbst hat die Beverly Hills Highschool nie abgeschlossen), rauchte Carrie einmal "etwa neun Millionen Zigaretten" und betrank sich. Sie fühlt sich, wie sie sagt, noch immer "wie ein Drittligist bei einem Pokalspiel". Letztes Jahr wurde bei ihr Unterzuckerung diagnostiziert, weshalb sich Fisher nun von Gemüse, Salat und Protein-Drinks ernährt. Jetzt wiegt sie 45 kg bei 1,55 m Körpergröße. "Ich wollte immer dünn sein, aber ich habe die fehlenden Wangenknochen meiner Mutter geerbt", sagt sie.
Die Beantwortung von Fanpost hat Carrie aufgegeben, wobei sie gesteht: "Die Aufmerksamkeit ist mir gleichgültig. Ich bin auf dem Filmstarradar aufgewachsen, also habe ich sowieso keine große Ahnung von Privatsphäre." Als Debbie ihrer Tochter zum 21. Geburtstag einen marineblauen Mercedes schenkte, gab Carrie im Gegenzug ihre Gage aus einem Fernsehfilm (mit John Ritter) für einen grünen Cadillac Seville für ihre Mutti aus. "Als erstes sagte sie zu mir: 'Das kannst Du Dir doch gar nicht leisten. Ich weiß, wieviel Geld Du hast.'" Auch Eddie schaut ab und zu vorbei, doch Carries einziger regelmäßiger Übernachtungsgast ist Teri Garr, die in Unheimliche Begegnung der 3. Art Richard Dreyfuss' Ehefrau spielte. Jetzt probt Carrie für das Musical Sleeparound Town für Joe Papps Public Theater. "Die Leute werden überrascht sein.", sagt ihr Cheerleader Hamill. "Carrie hat die beste Stimme in ihrer Familie." "Krieg der Sterne hat nicht gerade gezeigt, dass irgendwer von uns schauspielen kann.", findet Fisher. "Wir wurden einfach nur berühmt. Was ich kann, muss ich erst noch zeigen."


"Von uns Dreien", denkt Mark Hamill, "hat der Film mich wohl am meisten verändert." Damit bezieht er sich teilweise auf die Nachwirkungen seines beinahe tödlichen Autounfalls im vergangenen Jahr, nachdem es drei Operationen bedurfte, sein Bauernjungengesicht wiederherzustellen. "Das war der Tiefpunkt meines Lebens", erinnert sich Hamill. "Innerhalb eines Jahres hatte ich den größten Durchbruch meiner Karriere, und dann das. Ich dachte schon, ich würde nie wieder arbeiten." Seine Rückkehr ins Filmgeschäft wurde nicht zuletzt von seiner Schauspielfreundin Diana Hyland inspiriert, deren Sohn er in der ABC-Serie Eight Is Enough spielen sollte. Diana besuchte ihn noch drei Wochen vor ihrem Tod im Krankenhaus.
In seinem Haus nördlich von Malibu, ist der leutselige Hamill ("Motor-Mouth" für seine Freunde) ein Strandjockey, der besonders gerne Monopoly-Marathonsitzungen abhält und Kuchen backt. "Ich warte noch darauf, dass mein Körper meinem Alter entspricht.", meint er. "Alec Guinness hat mir gesagt, es sei nur eine Frage der Zeit, bis ich genug Selbstsicherheit hätte, um an mich zu glauben."
Harrison Ford, sagt Mark, "ist der Fels in der Brandung. Er ist für meinen Seelenfrieden eine echte Stütze." Das mag zwar stimmen, doch Ford ist ein Einzelgänger und selbst ein wenig aus dem Tritt geraten. Erst kürzlich hat er sich nach 14 Ehejahren von seiner Frau getrennt und lebt nun zurückgezogen zur Miete in West Hollywood, nahe genug, um seine Söhne Benjamin (11) und Willard (9) zu besuchen. "Ich wollte in diesem Geschäft immer nur genug Geld verdienen, um als Schauspieler über die Runden zu kommen.", erklärt er. Die Jahre, in denen das nicht möglich war, hat er als Tischler überbrückt und unter anderem für 100.000 US-Dollar ein Studio für den Musiker Sergio Mendez gebaut. Auch nach seinem Durchbruch, hat er das Handwerk nicht aufgegeben und das Haus seiner Frau renoviert. "Ich muss jetzt nicht mehr jede Rolle annehmen.", brummt Ford. Fast hätte er Henry Winkler letztes Jahr dessen Rolle in Helden von Heute abgejagt, und unlängst hat er mit Robert Shaw Der wilde Haufen von Navarone abgedreht. "Ich will kein Filmstar sein", betont er trotzdem. "Ich will einfach nur in Filmen mitspielen, die selbst Starqualität besitzen."
Die jüngste Schlacht im Krieg der Sterne wird unterdessen nicht im Weltraum, sondern im Gerichtssaal ausgefochten. Alle Hauptdarsteller sind Anwälte. Der Filmverleih 20th Century Fox hat Arco Industries verklagt, weil die Firma Kopien von Krieg der Sterne-Spielzeug auf den Markt gebracht haben soll. Gleichzeitig schlägt sich Fox mit Universal wegen der nicht unähnlichen Kampfstern Galaktika-Serie herum, die nächsten Monat auf ABC laufen soll. Da nach den Sommerferien demnächst die Schule wieder anfängt und danach die Weihnachtssaison ins Haus steht, kann der Streit um die Krieg der Sterne-Lizenzen für alles mögliche - von Schlafsäcken bis Digitaluhren - nur heißer werden. Bislang haben diese Produkte über 200 Millionen US-Dollar eingebracht, Unproduziertes wie R2-D2-Whiskeyflaschen gar nicht eingerechnet. "Das hätte 750.000 US-Dollar Lizenzgebühren gebracht", seufzt Fox-Vizepräsident Marc Pevers, "aber es hätte dem Image geschadet. Wir haben hier die Möglichkeit, eine neue Micky Maus zu machen. Jedesmal, wenn ich einen Vertrag abschließe, muss ich mich fragen: 'Wäre das etwas für Micky?'" Auf ihre eigene Weise, könnten Krieg der Sterne und George Lucas damit für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts das sein, was Walt Disney für die erste Hälfte war - zumindest wenn die Macht weiter mit ihnen ist.
Weiteres aus den alten Tagen, demnächst wieder in diesem Theater.
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