
Zu behaupten Harrison Ford wäre der Schauspieler, der nach Star Wars die steilste Karriereentwicklung hatte, wäre sicherlich nicht falsch. In einem Interview mit der FAZ spricht der berühmte Hollywoodmime über seine Arbeit, wie er Schauspieler wurde und natürlich auch Star Wars.
War das nicht schwierig, nachdem man Sie so sehr mit Han Solo und Indiana Jones identifizierte?
Das hat mich nie gestört und nie behindert. Dass ich Teil des Erfolgs war, hat mir nur genützt. Die Studios trauten damals ihren Stars, sie waren für sie eine Art Versicherung. Deshalb konnte ich „Der einzige Zeuge“ machen, „Mosquito Coast“ oder „Aus Mangel an Beweisen“. Letztlich gehören von den mehr als vierzig Filmen, in denen ich gespielt habe, nur sieben zu den „Star Wars“- und „Indiana Jones“-Sequels.
Dennoch sind Sie mit diesen Rollen verwachsen. Ist es deshalb nicht ein seltsames Gefühl, dass Kinder heute „Lego Star Wars“ oder „Indiana Jones“ spielen, dass Ihre eigenen Enkel sich mit Ihren Avataren beschäftigen?
Ich denke darüber nicht nach, geschweige denn, dass ich es persönlich nähme. Ich bin damit beschäftigt, mein eigenes Leben zu leben. Ich habe kein Bedürfnis, einen Sinn in diesen alten Rollen zu finden. Ich suche den Sinn in der nächsten Aufgabe, in der nächsten Schwierigkeit in meiner Beziehung, ich lebe nicht in der Vergangenheit.
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Wir müssen, aus gegebenem Anlass, noch kurz über die Oscars reden. Sie haben viele Preise erhalten, nur den Oscar nicht. Haben Sie davon geträumt?
Nein. Es ist toll, wenn man ihn bekommt; aber wenn nicht, ist das auch in Ordnung. Ich glaube nicht an Wettkampf in den Künsten, weil ich nicht kapiere, warum von den nominierten Filmen einer der beste sein soll. Für mich lässt sich das nicht vergleichen. Mir ist die Anerkennung meiner Kollegen, der Branche wichtig.
Dies nur als kleiner Ausschnitt. Wer z.B. wissen will, wie Harrison Ford seine Liebe zur Fliegerei und sein Engagement für den Umweltschutz unter einen Hut bringt oder was ihn an der Schauspielerei so begeistert, sollte das ganze Interview lesen, was unter obigem Link zu finden ist.
Am vergangenen Donnerstag verlieh Präsident Obama Medals in Arts and Humanities für das Jahr 2009 (Orden für Kunst und Geisteswissenschaften). Unter den Preisträgern war auch niemand Geringeres als John Williams. Die Verleihung fand im East Room des Weißen Hauses statt.
Per Klick auf das Video wird direkt die Stelle gestartet, wo John Williams an der Reihe ist.
Dem Sprecher zufolge erhielt John Williams den Orden wegen seiner Leistungen im Zusammenhang mit sinfonischer Filmmusik als überragender Komponist und Dirigent. Seine Werke hätten über Jahrzehnte den modernen Kinobesuch definiert und inspiriert.
Ewan McGregor, Obi-Wan Kenobi in der Prequel-Trilogie, ist derzeit mit dem Polit-Thriller The Ghost Writer im Kino zu sehen. Im Zusammenhang mit diesem Film wurde er zusammen mit seinem Kollegen Pierce Brosnan von MTV interviewt. Dabei kam auch die Frage auf, welche Auswirkung die Rolle des Obi-Wan auf seine Karriere hatte.
Ich habe drei Star Wars-Filme gemacht und für mich war es immer ein Film nach dem anderen. Manche glauben, dass man Star Wars gehört, zu Lucas für neun Jahre, aber das ist einfach nicht wahr. Ich habe drei Monate am ersten Film gearbeitet, drei Jahre später habe ich drei Monate am zweiten Film gearbeitet und wieder drei Jahre später drei Monate am dritten. Und ich war jedes Mal froh, wieder dabei zu sein.
Es waren technisch sehr schwierige Filme, wegen des großen Anteils an Green-Screen-Anteilen. Ich habe nie verschwiegen, dass es sehr schwierig war, technisch gesehen. Aber zwischendurch habe ich viele andere Sachen gemacht. Ich bin mit den anderen Filmen, die ich gedreht habe, zufrieden und denke nicht, dass ich nur durch Star Wars bekannt bin.
Einen kleinen Scherz erlaubte sich der Reporter ebenfalls, indem er Ewan McGregor mit einer Jar-Jar-Binks-Imitation konfrontierte, wie Ihr hier sehen könnt.
Bernd Dötzer, unseren Besuchern bekannt als Macher des BDFC sandte uns eben diesen Fernsehtipp, den wir gern weiter geben möchten:
Heute Nacht um 1.05 Uhr läuft im Bayerischen Fernsehen der Spielfilm "Grüße aus Hollywood" ("Postcards from the Edge").
Carrie Fisher hat bekanntlich das Drehbuch dazu geschrieben.
"Grüße aus Hollywood" ist die Literaturverfilmung von Carrie Fishers ersten selbstgeschriebenen Roman, mit dem Titel "Postcards from the edge", den sie 1987 herausbrachte und der stark autobiographisch anmutet.
Das Buch wurde ein Bestseller und Carrie erhielt dafür den Los Angeles Pen Award für die "Best First Novel".
In Deutschland trug der Roman den Titel "Bankett im Schnee", der Titel wurde dann in den Neuauflagen zugunsten des deutschen Filmtitels geändert: "Grüße aus Hollywood".
Die Schauspielrriege ist absolut erste Sahne: Meryl Streep, Shirley MacLaine und Dennis Quaid!
Carrie Fisher hat seit einiger Zeit endlich mal wieder ihre offizielle Website aufgefrischt:
http://carriefisher.com/
Passend dazu die Programminformationen des Bayrischen Fernsehens:

Originaltitel: Postcards from the Edge (USA, 1990)
Regie: Mike Nichols
Darsteller: Meryl Streep, Shirley MacLaine, Dennis Quaid, Gene Hackman, Rob Reiner
Länge: 96 Min.
Die Schauspielerin Suzanne Vale hat Probleme mit ihrer Tabletten- und Kokainsucht und ihrer ehrgeizigen, dominanten Mutter, dem Exmusicalstar Doris Mann. Mike Nichols inszenierte diese grandiose Tragikomödie mit den Weltstars Shirley MacLaine und Meryl Streep.
Suzanne Vale ist eine erfolgreiche Schauspielerin - karrieresüchtig, ein Workoholic und von Versagensangst gequält, nicht so gut wie die Mutter, der legendäre Musical-Star Doris Mann, zu sein. Die Quittung für ihren übersteigerten Ehrgeiz bekommt sie bald zu spüren: Sie wird depressiv, kann ihre Ängste nur noch mit Koks und Ähnlichem unterdrücken - ein Teufelskreis, denn ihre Arbeit leidet darunter, sie vergisst die Texte, schmeißt beinahe den Film ihres Regisseurs und Mentors Lowell Kolchek. Und schließlich erwischt Suzanne eine Überdosis Tabletten.
Sie hat Glück im Unglück. Der Mann, der sie bei einer Party aufgegriffen hat und zu sich mit nach Hause genommen hatte, entdeckt ihren lebensbedrohlichen Zustand gerade noch rechtzeitig und liefert die Bewusstlose in der Notaufnahme eines Krankenhauses ab, ein wenn auch - zunächst - namenloser Retter. Von der Notaufnahme kommt sie in die Reha-Klinik, lässt eher unwillig die Sitzungen der Anonymen Suchtkranken über sich ergehen. Zu aller Erstaunen wird sie sogar wieder für einen Film engagiert. Sie ahnt nicht, dass eine Kette von Demütigungen und Enttäuschungen auf sie wartet.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen autobiographischen "Roman" von Carrie Fisher, der Tochter von Debbie Reynolds, die ihren 1987 nach erfolgreichem Drogenentzug erschienenen Bestseller selbst für das Kino adaptierte. Carrie Fisher wurde als Prinzessin Leia in "Star Wars" überaus populär. Doch die Erfolge blieben aus, die manisch-depressive Tochter von Eddie Fisher und Debbie Reynolds stürzte ab, Drogen und Alkohol waren für Jahre ihre Begleiter, bis sie sich befreien konnte und inzwischen ein begehrte Drehbuchautorin ist: ähnlich wie ihre Heldin Suzanne alias Meryl Streep, die sich hier mit Shirley MacLaine ein faszinierendes Schauspieler-Duell liefert. Mike Nichols zeigte sich wie schon in dem Ehekrieg "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" und in der tiefschwarzen Antikriegs-Satire als Schauspielerregisseur, der seine Protagonisten zu Höchstleistungen führen kann.
Anlässlich des einjährigen Fanboys-Jubiläums haben die Kollegen von TheForce.Net mit dem Mann hinter dem Film veröffentlicht - Kyle Newman.
In dem Interview spricht der Regisseur der Fankomödie über seine aktuelle Arbeit, über sein Fansein und über seine zukünftigen Projekte:
Wie wir bereits aus dem ForceCast wissen, bist Du ein Sammler. Was ist Dein wertvollstes Sammelstück, gefühlsmäßig?
Ich mag meine alten Spielzeuge einfach. Sie sind mir einfach sehr teuer. Ich erinnere mich daran, wie ich jedes einzelne von Ihnen bekommen habe. Einige habe ich von meinen älteren Brüdern bekommen, aber sie haben sich dann irgendwann in meiner Sammlung wiedergefunden. Ha! Ich war nämlich schon ein Sammler als ich zwei Jahre alt war. Aber wenn ich nur ein einziges Stück behalten dürfte... das wäre wahrscheinlich mein alter Ep. V Yoda. Ich liebe den kleinen Kerl. Aber ehrlicherweise, müsste ich alle von ihnen behalten.
Ich weiß, dass Du auch Emo Boy drehen sollst. Hat die Vorproduktion oder Produktion bereits begonnen?
Emo Boy steht definitiv auf meiner Liste, aber es könnte sich ein wenig anders entwickeln. Ich kann noch nicht mehr sagen, aber ich bin ein großer Fan von Steve Emonds Comics und bin entschlossen diesen Leben einzuhauchen. Emo Boy ist so ein einzigartiger "Held".
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Du bist ja ein lautstarker Verfechter von The Clone Wars. Worauf freust Du Dich am meisten in Staffel 2?
Jedesmall, wenn sich der Fan in mir etwas wünscht, dann liefert die Show das auch. Also lehne ich mich einfach zurück und genieße die Fahrt. Ich bin begeistert von den Mandalorianern und dass klassische Charaktere wie Boba Fett und Bossk zurück sind. Und ich finde Cad Bane großartig.
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Deine Frau ist die liebenswerte und vielseitige Jaime King. Machen Dich die Vertrauchlichkeitsvereinbarungen verrückt, bzgl. ihrer Rolle als Aurra Sing?
Ich habe Spaß daran mit ihr zu den Aufnahmen zu gehen, aber natürlich wünsche ich mir, dass ich hinterher darüber sprechen könnte, was uns Fans erwartet. Aber soviel sei gesagt: Es sind ein paar wirklich tolle Sachen im Rohr. Star Wars ist immer noch ein aufregendes, wachsendes und sich ständig wandelndes Universum. Und obwohl die Serie zwischen zwei Filmen liegt, sind es die Handlungsbögen der Charaktere und nicht ihre Schicksale, die sie interessant machen. Aurra ist einfach ein wirklich gute Kopfgeldjägerin und Jaime liebt es einfach ein Teil des Star Wars-Universums zu sein und mit dem Team von The Clone Wars zu arbeiten. Dave Filoni ist ein toller Kerl. Er ist der beste Captain der Galaxis für dieses Schiff.
Das ganze Interview findet ihr unter obigem Link und wer noch Nachholbedarf in Sachen Fanboys hat, sollte ich einmal unser Special zum Film ansehen.
Bekannterweise sieht man von Mark Hamill nicht viel vor der Kamera - selten ist er in Filmen oder Serien zu sehen. Ebenso bekannterweise, ist seine Arbeit als Synchronsprecher dafür geradezu legendär. So hat er in zahlreichen Animationssendungen verschiedenen Figuren, vor allem aber dem Joker aus Batman, seine Stimme geliehen und dies auch in einer Reihe von Computerspielen getan.
Auf ComputerAndVideogames.Com wurde nun ein Interview mit Mark Hamill veröffentlicht, in dem er über seine Arbeit als Synchronsprecher erzählt und auch eine Aufstellung der verschiedenen Spiele zu finden ist, bei denen er mitwirkte - dem geneigten Leser wird dabei vielleicht auffallen, dass darunter nicht ein einziger Titel von Star Wars ist, dazu aber später mehr in der Übersetzung des Artikels:
Mark Hamill lässt ein teuflisches Gegackere los, dass so klingt als würde man Haut vom Fleisch reißen und gleichzeitig mit den Fingernägeln über Wellblech kratzen. Wenn die Eingeweide der Hölle einen Soundtrack haben, dann klingt er so.
Aber sein Abstieg in den Wahnsinn dauert nur einen Moment lang an und für jeden der Batman: Arkham Asylum gespielt hat, ist er nur zu vertraut [Anmerkung: Mark Hamill hat bereits in mehreren Animationsserien ebenfalls die Rolle des Joker verkörpert]. Um seine Rolle des Jokers zu üben, hat er immer wieder mit sich selbst im Auto gelacht - eine Tatsache, wie er witzelt, die nicht selten in Los Angeles vorkommt.
"Joker setzt es wie ein Musikinstrument ein. Er lacht in völlig unpassenden Situationen und findet Dinge komisch, die kein geistig gesunder Mensch komisch findet. Ich wollte, dass dies ein wichtiges Werkzeug sein sollte, um Joker darzustellen. Ich zolle damit auch einigen Leuten Tribut: Eine Prise Dwight Schultz [Murdock aus A-Team] hier, ein wenig von Draculas Renfield da."
Im Falle der Behauptung, dass Mark Hamills Karriere mit der ersten Star Wars-Trilogie endete, hat er das letzte Lachen. Nachdem er Luke Skywalker hinter sich gelassen hatte, verschwand er offenbar aus der Welt des Films. Aber er war stets vor unserer Nase in verschiedenen PC-Spielen: Arkham Asylum und ebenso bei Klassikern wie Wing Commander III [Anmerkung: ebenso in den Teilen IV und V] und Tim Schafers Full Throttle. Er war der Mentor in Soldier of Fortune II: Double Helix, der Erzähler in Call of Duty 2 und er hat den haarigen Helden in X-Men: Wolverine's Revenge gespielt.
Während die meisten Schauspieler im Spielgenre nur für Filmadaptionen herumplanschen, hat sich Hamill diesem ganz gewidmet. Star Wars hat die Karriere von Harrison Ford zwar gestartet, aber Hamill und seine Kollegin Carrie Fisher wurde durch die Trilogie ein Stempel aufgedrückt, den sie nicht wieder loswurden. Aber da sein Vater Captain der US Navy gewesen war, war er es gewöhnt umzuziehen und so tat Hamill das, was er immer getan hatte, als er Luke am Set von Die Rückkehr der Jedi-Ritter zurückließ: Er zog weiter.
Dieser Bruch mit Konventionen brachte ihn 1993 schließlich zu einem neuen Medium: Dem Videospiel. In Gabriel Knight: Sins of the Fathers war er einer der ersten, etablierten Schauspieler, die überhaupt in einem Spiel auftraten. Einige sahen dies als Rücksschritt, aber das kümmerte ihn nicht. "Man bekommt dann so einiges zu hören, wie 'Kannst du keine richtige Arbeit finden', aber diese Art von snobhaftem Verhalten gehört zum Beruf."
Als es in der Mitte der 90er üblich wurde richtige Filmaufnahmen für PC-Spiele zu drehen, blieben diesen Kollegen ihre Worte im Halse stecken. Es gab zahlreiche Spiele dieser Art und auch viele talentierte Kollegen, wie Hamill feststellte, als er Colonel Christopher Blair in drei Wing Commander-Spielen darstellte.
"Da waren einige großartige Kollegen dabei: Malcolm McDowell [A Clockwork Orange], John Rhys-Davis [Lord of the Rings] und John Spencer [The West Wing]. Malcolm ist einer der witzigsten Schauspieler, mit denen ich je gearbeitet habe. Er hat einen geradezu brutalen Humor und foltert einen gnadenlos, wenn man vor der Kamera steht. Er hat immer irgendwelche Grimassen gezogen und ich habe ihm gesagt, 'Weißt Du, Ich schaue Dir nie in die Augen, sondern immer auf Dein Kinn, Du A.-Loch.'"
Parallel zu seiner Karriere als Synchronsprecher - seine Darstellung des Joker in Batman: The Animated Series wurde Kult - setzte er seine Arbeit an Spielen wie Starsiege fort und genoss dabei die Herausforderungen der interaktiven Unterhaltung. In einem Film kann ein Schauspieler selten alle Nuancen eines Charakters ausloten. In einem Spiel ändert sich die Figur in Abhängigkeit der Spielerentscheidungen. In einigen Spielen, wie Full Throttle hatte er sogar die Möglichkeit mehrere Figuren zu spielen. Dies war der einzige LucasArts-Titel für Hamill.
Wenn man die Masse an Star Wars-Spielen bedenkt, die über die Jahre ohne ihn erschienen sind, hat er sich aktiv widersetzt Skywalker auch in Spielen darzustellen? "Als ich Luke von 1977 bis 1983 gespielt habe, steckten Spiele noch in ihren Kinderschuhen," erklärt er. "Wie ich sagte, es ging darum ein neues Kapitel zu starten. Diese Filme hatten einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende und jeder ging danach seiner Wege. Ich weiß nicht, wie ich das beantworten soll, denn man hat mich nie gefragt. Das ist aber auch in Ordnung. Wenn man Luke spielt, wie er in den Filmen war - vom Ende seiner Teenagerzeit bis zu seinen Mitt-Zwanzigern - dann bin ich aus der Rollen herausgewachsen. In der Geschichte ist Luke einfach der nette Junge von nebenan, wie Dorothy in Oz. All die anderen Charaktere um ihn herum, sind toll."
Er wartete einen Moment. "Ich weiß nicht genau, wann Georges animierte Klonkriegsserie spielt, aber ich glaube es ist vor Lukes Geburt, vielleicht als er ein Kleinkind ist." Vielleicht könnte er dann Kindergeräusche liefern? "Ja, ich könnte mich in den Schlaf jammern."
Als Luke abgehakt war, wurde Hamill für die Darstellung einer anderen Ikone berühmt, wenn auch eine, die den Star Wars-Helden erschaudern lassen würden. Durch die 90er hindurch hat er den Joker in Batman: The Animated Series gespielt und auch in verschiedenen Ablegern und im Computerspiel Batman: Vengeance.
"Ich habe den Joker von 1992 bis 2004 in allen animierten Versionen gespielt, inklusive der Filme," erzählt er. "Es hörte 2004 auf und ich war nicht davon ausgegangen, dass ich zu ihm zurückkehren würde, als sie mich dann doch fragten, wurde ich neugierig." Die Tatsache, dass auch Kevin Conroy als Batman und Arleein Sorkin als Harley Quinn ihre Rollen aus der animierten Serie wieder aufleben lassen würde und die Beteiligung des Lost-Autors Paul Dini an Arkham Asylum überzeugten ihn schließlich mitzumachen.
"Ich dachte mir, dass könnte die letzte Gelegenheit sein, Joker zu spielen und es macht einfach unheimlich viel Spaß einen eindeutig Wahnsinnigen zu spielen." Was treibt seiner Meinung nach den Erzfeind von Batman an? "Ich bin ein Comicbuchfan der alten Schule und ich denke, Heath Ledger war großartig in The Dark Knight: Eine grauenerregende Interpretation ohne die geringste Freude. Aber ich glaube, Joker hat ein riesiges Ego und ist beinahe ärgerlich, dass Batman seinen Aufstieg aufhält. Er denkt, dass er Lob für sein Genie verdient hat."
In Hollywood trifft Hamill sicherlich einige solcher Leute. "Natürlich, aber all diese Dinge sind Übertreibungen des realen Lebens." Obwohl er in Kinofilmen, im Fernsehen, im Theater und bei Animationsserien dabei war, gibt Hamill die Spiele nicht auf. Sein nächstes Projekt, Black Peark ist die Adaption einer Comicreihe, die er in den 90ern geschrieben hat und es gibt auch einen Animationsfilm. Der Schauspieler hätte schon vor Jahren mit seinem Star Wars-Ruhm in Rente gehen können, aber die Liebe zur Arbeit lässt ihn weitermachen.
Er lacht wieder, diesmal allerdings nicht auf die Art und Weise eines furchterregenden Verrückten. "In dem Moment in dem ich dessen müde werde, ziehe ich meinen Pyjama nicht mehr aus."
Nun bleibt zu hoffen, dass wir bei Mark Hamills Hang zu Animationsserien vielleicht doch einmal ein Wort von ihm in The Clone Wars hören werden oder aber vielleicht einen Blick in der Realsserie erhaschen können.
Mark "Luke Skywalker" Hamill ist einer der Saga-Stars, der eher selten zu Wort kommt und weniger im Rampenlicht steht, als z.B. Harrison Ford. Auf Lucasfilms hauseigener Webpräsenz wurde vor kurzem ein Ausschnitt eines Interviews mit dem Skywalker-Mimen aus dem neuesten Insider veröffentlicht. Darin spricht er z.B. über seine eigene Rolle, aber auch über die Arbeit an den Filmen:
Über seine Rolle als Luke Skywalker:
Ich hätte lieber den Roboter (C-3PO) oder Han Solo gespielt als Luke! Luke ist bloß die Schnittstelle für das Publikum, er ist weder besonders talentiert noch imposant. Das ist gerade der springende Punkt. Es muss den Zehnjährigen ansprechen, damit er sagt "Oh, das könnte ich sein!" Es ist ein wenig so, wie Robin zu Batman kam, damit das junge Publikum einen besseren Bezug dazu bekam. Als ich zum Vorsprechen ging, war ich mir sicher, dass Han Solo der Protagonist ist, wie Buck Rogers und ich nur sein Helfer. Es konnte gar nicht anders sein - warum sollte der Junge der Protagonist sein? Selbst die Marketing-Leute konnten nicht damit leben. Sie haben Luke auf die Poster gedruckt und ihm dieses breite Kreuz verpasst. Das bin nicht ich. Als der Film dann populär wurde, gab es auch Poster, die mir ähnelten. Ist das nicht lustig? Der Film musste erst 60 Millionen Dollar einbringen, bevor ich die Rolle bekam.
Über Sir Alec Guinness:
Er nahm mich einmal zum Mittagessen mit, weil ich so zurückhaltend war. Ich durfte ihn nicht Sir Alec nennen. Er sagte (mit Alec-Guinness-Stimme): "Ich will mit meinem Namen bekannt sein, nicht mit meinem Titel." Ich fragte ihn. "Wie soll ich Sie dann nennen? Big Al?" Als ich mich ein wenig beruhigte, kam mein Humor durch, der ein wenig respektlos ist. Ich wollte über Ladykillers, Das Glück kam über Nacht oder Der Mann im weißen Anzug reden... "Nein, ich will etwas über Deine Karriere hören," sagte er. Ich antwortete: "Was wollen Sie zuerst hören? Die Seifenoper oder die Hundefutterwerbung?" Natürlich gab es da noch mehr, ich wollte ihm nur klar machen, dass meine Karriere im Vergleich zu seiner winzig war...
Das vollständige Interview gibt es in der Special Edition des Insider, die allerdings in Deutschland nur schwer zu bekommen ist. In den USA ist das Heft bereits am 17. November erschienen.
Ein Essay von Aaron Spacerider
Seit mehreren Jahren schon frage ich mich, wie George Lucas’ Frühwerk mit seinen späteren Produktionen zusammenpasst: Lucas begann seine Regiekarriere als stilistischer wie inhaltlicher Revolutionär mit einer dystopischen Vision der Zukunft und endete mit Krieg der Sterne und Indiana Jones im Hollywood-Mainstream. Wie kam es dazu? Wo und wieso vollzog sich der Wandel? Und finden sich vielleicht doch noch Spuren des Revoluzzers und jungen Wilden in den scheinbar so glattgebügelten Monumental-Blockbustern späterer Jahre?
Beginnen wir beim stärksten und krassesten Werk des jungen Avantgardisten: In THX-1138 ist die Menschheit einem im klassischsten Sinne faschistischen System unterworfen - Wirtschaft und Staat sind eins, Menschen existieren nur noch, um zu konsumieren, Leidenschaft und Leben sind verboten oder mit Drogen ruhiggestellt worden, statt freien Individuen bevölkern geistlose Zahlenwesen eine entmenschlichte Unterwelt. Dagegen stellt sich ein Individuum, das die kollektive Gleichschaltung überwindet und schließlich an die Oberfläche entkommt, wo ein neuer Morgen wartet, im Film dargestellt als leuchtend rote Sonne über einer ansonsten trostlosen Landschaft. Ein Hauch Sozialismus liegt in der Luft.

Dass es Lucas ernst war mit seiner Gesellschaftskritik, machte er 1971 deutlich: „[Das Studio] wollte, dass es um eine totalitäre Gesellschaftsordnung geht, während ich wollte, dass es um das Hier und Jetzt geht, darum, wie ich die Welt, wie ich das Los Angeles des Jahres 1969 sehe. Das war der Grundgedanke. Und sie wollten, dass alles im 25. Jahrhundert spielt.“
Oder anders gesagt: Hollywood wollte THX-1138 als Kommentar über die Sowjetunion und den Ostblock verstehen, während Lucas eigentlich die Vereinigten Staaten meinte, über die er zur gleichen Zeit erklärte: „In diesem Land zählt der Dollar mehr als das Individuum. Der Geist, die Erfahrung, das Talent eines Menschen ist weniger wert als der Dollar.“
Auf den ersten Blick scheint es nun, als habe Lucas mit THX-1138 zum Thema Polizeistaat und Faschismus alles gesagt, doch auch in seinem zweiten Kinowerk American Graffiti und in den Drehbuchentwürfen zu Krieg der Sterne dringt vielerorts der THX-Lucas durch. Überspitzt gesagt, bilden die drei Filme sogar eine Trilogie: THX-1138 ist die Gegenwart oder nahe Zukunft, kalt, brutal, gleichgeschaltet, praktisch hoffnungslos. American Graffiti ist die gute, alte Zeit, die alte Republik, wenn man so will. Das Leben ist schön und unbeschwert, die Außenwelt mit ihren Sorgen und Nöten ist weit weg. Am Ende des Films sind allerdings bereits Änderungen zu spüren, nicht nur, weil die Hauptfigur Curt Henderson seine Heimatstadt und seine Freunde zurücklässt, um sich in die Welt hinauszuwagen, sondern auch weil Texttafeln Auskunft über das Schicksal der (männlichen) Filmfiguren geben: Einer der Jungs wird von einem betrunkenen Autofahrer totgefahren, ein anderer stirbt in Vietnam. Von den beiden Überlebenden wird der eine Versicherungsagent, der andere – Curt, der Ausreißer – Autor, allerdings nicht in den Vereinigten Staaten, sondern in Kanada. Ein unangepasstes Leben in den USA räumt Lucas also keiner seiner Hauptfiguren ein, der THX-Lucas scheint diese Möglichkeit nicht zu sehen. Den Abschluss der Trilogie bildet Krieg der Sterne, in dem das faschistische Regime auf dem Höhepunkt seiner Macht angelangt ist, und der Kampf dagegen beginnt. Ende: Noch nicht absehbar.
Wer diese Interpretation absurd findet, sollte hier aussteigen, denn in Krieg der Sterne findet sich noch viel mehr: Der THX-Lucas hat in den Drehbüchern die gesamten 60er- und 70er-Jahre aufgegriffen, auch wenn im fertigen Film davon nicht mehr viel enthalten ist. Nehmen wir beispielhaft das Jahr 1967, das Jahr, in dem Lucas die Vorlage seines späteren Kinofilms THX-1138 schuf, Electronic Labyrinth: THX 1138 4EB. In diesem Jahr versuchten die Vereinigten Staaten verzweifelt, das Steuer im Vietnamkrieg herumzureißen, worauf die Öffentlichkeit mit Antikriegsdemonstrationen reagierte. In Lucas’ Wahlheimat San Francisco kamen allein 10.000 Menschen zusammen, in New York führte Martin Luther King 200.000 durch die Straßen. Im US-Bundesstaat Georgia wurde ein bekennender Rassist Gouverneur, während Rassenunruhen zahlreiche Großstädte der Vereinigten Staaten erschütterten. Che Guevara starb in Bolivien, Benno Ohnesorg in Berlin. Und sie waren nicht die einzigen Opfer politischer Gewalt jener Jahre: 4 Jahre zuvor war John F. Kennedy ermordet worden, ein Jahr später sollten ihm zunächst Martin Luther King und keine zwei Monate später Kennedys Bruder Robert folgen.

Eine hochpolitische, äußerst angespannte Zeit, die in den ersten Drehbüchern zu Krieg der Sterne viele Spuren hinterließ. Am besten zu sehen ist dies im zweiten Entwurf von 1975, in dem viele dieser Themen aufgegriffen werden, von den Rassenunruhen über die politisch motivierten Attentate, bis hin zu den Befürchtungen zahlreicher Zeitgenossen, die westlichen Demokratien mutierten zu Polizeistaaten:
Als die Republik sich über die Galaxis erstreckte und schließlich über eine Million Welten umfasste, wurde der Große Senat so riesig, dass er nicht länger auf die Bedürfnisse seiner Bürger einging. Nach einer Reihe von Attentaten und Wahlfälschungen, übernahmen die Energie- und Transportgilden insgeheim die Macht im Großen Senat. Als die Jedi die Verschwörung enttarnen und versuchen wollten, den Senat zu reinigen, wurden sie zu Verrätern erklärt. Viele ließen sich vor Gericht stellen und hinrichten, doch die meisten flohen in die äußeren Systeme, wo sie suchten, den Menschen Kunde von der Verschwörung zu bringen. Doch die Ältesten beschlossen zurückzubleiben, und der Große Senat lenkte sie ab, indem er Chaos verbreitete. Heimlich stiftete der Senat Rassenkriege an und unterstützte regierungsfeindliche Terroristen. So wurde das Justizsystem gehemmt und die Verbrechensrate stieg so weit an, dass die Systeme die Schaffung eines totalitären Polizeistaats begrüßten. Dies war die Geburtsstunde des Imperiums.
Im fertigen Film ist davon zugegebenermaßen nicht mehr viel zu hören, „dunkel“ sei es in der Welt geworden, heißt es nun nur noch. Doch hat der Film seine politische Dimension damit schon verloren? Auf den ersten Blick mit Sicherheit: Ein böses Imperium, eine Prinzessin, Ritter und Rebellen, ein dunkler Herrscher, eine mächtige Festung, all das sind Standardbestandteile von Märchen, die – von ihrer archetypischen Symbolwirkung mal abgesehen – nicht viel Politisches an sich haben. Auf den zweiten Blick aber, ist auch der fertige Krieg der Sterne voll von Andeutungen und Gesellschaftskritik.
Ein erstes Beispiel dafür findet sich gleich zu Beginn des Films: Die Prinzessin, die in einem guten Märchen gefälligst zu warten hätte, bis man sie rettet, erscheint nicht mit Thron und Krone, sondern mit der Waffe in der Hand. Sie gibt sich nicht damit zufrieden, sich von ihren Wächtern verteidigen zu lassen, um dann sang- und klanglos gefangen genommen zu werden, sondern streckt einen ihrer Häscher nieder, nachdem sie mit R2-D2 das Mittel zu ihrer Befreiung selbst ins Spiel gebracht hat. Auch bei ihrer Konfrontation mit dem dunklen Herrscher, wirkt sie nicht wirklich prinzessinnenhaft, sondern tritt - ganz im Gegenteil - als selbstbewusste Persönlichkeit auf, deren Wille noch lange nicht gebrochen ist. Wenn Leia hier eine archtetypische Rolle spielt, dann weniger die der Prinzessin oder der Jungfrau in Not, sondern vielmehr die der selbstbewussten, unabhängigen Frau in der besten Tradition der Studenten- und Emanzipationsbewegung.

Und auch ihr Widersacher bei ihrem ersten Auftritt ist nur auf den ersten Blick ein typischer Märchenschurke: Sicher, Darth Vader wirkt bedrohlich und eiskalt, doch für eine ultimative Ausgeburt des Bösen, ist er nicht nur zu sehr bloßer Häscher, wie der Lauftext erklärt, sondern durch seine Atemnot auch offensichtlich eingeschränkt. Sein kurz darauf enthüllter Verrat und Mord an Lukes Vater machen Vader dann zwar einerseits so richtig gemein und böse, andererseits klingt bei der Beschreibung aber vor allem eine gewisse Hinterhältigkeit mit, so als habe Vader Lukes Vater von hinten erstochen, anstatt ihm ehrlich entgegenzutreten. Wie Jahre später bei Palpatines Bericht über die Ermordung von Darth Plagueis in Die Rache der Sith, kommt man nur schwer umhin, in erster Linie Feigheit und Unfähigkeit zu attestieren.
Doch Lucas macht bei (zu) starken Prinzessinnen und (zu) rückgratlosen Schurken noch lange nicht Schluss. Die nächste Filmfigur, die einerseits perfekt ins Märchenraster passt und andererseits nicht so recht passen will, ist der Held des Films, Luke Skywalker. Dies fängt mit seinem Äußeren an: Luke ist ein kleiner, schmächtiger und so überhaupt nicht beeindruckender Kerl mit Farrah-Fawcett-Frisur. Statt Heldentaten zu begehen, starrt er zudem nur in den Sonnenuntergang oder verschwendet sein Leben mit stumpfsinniger Arbeit – es sei denn, man findet das Feuchtfarmergewerbe auf einem Wüstenplaneten besonders aussichtsreich – oder bei Wettrennen mit seinen Freunden. Heldenhafter Aufbruchsgeist sieht anders aus, und selbst, als er quasi in seine Heldenrolle hineingezwungen wird, bleibt Luke zunächst zögerlich bis zur Apathie.

Nun lässt sich all dies natürlich mit Campbells Heldenreise erklären: Der zum Abenteuer berufene Held, weigert sich, diesem Ruf zu folgen. „Die Weigerung verkehrt das Abenteuer ins Negative.“, so Campbell. „Der Held – von Langeweile, harter Arbeit oder ‚Kultur’ eingezwängt – verliert die Kraft, selbstbestimmt zu agieren und wird stattdessen zum bloßen Opfer, das gerettet werden muss. Seine blühende Welt verwandelt sich in eine Wüste, sein Leben wirkt bedeutungslos.“
Auf der anderen Seite bestimmt die Beschäftigung mit dieser Weigerung zum Leben Lucas’ Frühwerk mehr als alles andere. In seinem Studentenfilm Freiheit thematisiert Lucas erstmals die Flucht eines Individuums aus seiner ummauerten Welt. Es folgt THX-1138, wo Lucas’ Hauptfigur lange Zeit ein typischer Mitläufer ist, bis er aus seiner Apathie befreit wird und – ganz am Schluss – tatsächlich das Heft des Handelns an sich reißt. Auch Lucas’ zweites Kinowerk, American Graffiti, beschäftigt sich intensiv mit der Entscheidung, eigenständig zu handeln oder zurückzubleiben: Die Hauptfigur Curt Henderson kann die Stadt verlassen und anfangen zu leben, oder zuhause und damit im Alltagstrott stecken bleiben.
Begreift man Krieg der Sterne in diesem – wie in den anderen Punkten – nun nicht als Märchen oder als Science-Fiction-Oper, sondern als Gesellschaftskommentar und Fabel, verkörpert Luke hier die apathische Jugend, die passiv bleibt, anstatt die Welt aktiv mitzugestalten und damit Mitschuld trägt am Aufkommen faschistischer Unterdrückung. Diese – möglicherweise etwas gewagte – Interpretation lässt sich von Luke auf die anderen Jugendlichen des Films ausweiten: Auf der einen Seite Han Solo, ein noch immer relativ junger Kerl, der sich allerdings an das Kapital verkauft hat, auf der anderen die beiden Rebellenpiloten Wedge und Biggs.

Anders als Luke trifft Han Solo zwar eigenständige Entscheidungen – er handelt aktiv und wartet nicht nur passiv ab -, aber er tut dies nicht etwa aus Überzeugung, sondern einzig und allein für Geld. Die moralische Ambivalenz dieser Figur macht Lucas im Zusammentreffen mit Greedo schon in den Figurennamen deutlich: Solo, der geldbesessene Einzelgänger, trifft auf Greedo, die geldbesessene Gier, oder anders gesagt: Der minimal bessere Solo trifft auf sein minimal schlechteres Spiegelbild und begeht bei seinem kaltblütigen Mord an Greedo im Grunde halben Selbstmord. Wollte man die gewagten Interpretationen auf die Spitze treiben, wäre diese Szene eine Radikalkritik am Kapitalismus: Gier und Kapital führen bis an den Rande der Selbstvernichtung.
Biggs und Wedge auf der anderen Seite sind zwar aktiv, aber stehen doch nur in der zweiten Reihe. Erst ganz zum Schluss, als praktisch schon alles verloren ist, kommen sie zum Einsatz und dürfen heldenhaft sterben oder angeschlagen überleben. Käme man auch hier wieder mit Interpretationen, ist dies, als wollte Lucas sagen, erst wenn die Jugend aktiv wird, bewegt sich etwas, denn die älteren Rebellenpiloten gehen sang- und klanglos unter oder erheben das „bin fast da“ zum hoffnungslosen, man möchte fast sagen apathischen Mantra.
Wechselt man von der Rebellion zum Imperium, stimmt auch hier etwas nicht. Im Märchen würde man, frei nach Tolkien gesprochen, einen „dunklen Herrn auf dunklem Thron“ an der Spitze von Lucas’ Reich des Bösen erwarten. Stattdessen ist das Einzige, was auch nur ansatzweise an eine imperiale Schaltzentrale heranreicht, ein Raum mit einem großen runden Tisch, an dem Uniformierte mittleren Alters in Bürokratensprech diskutieren. Ihr Kaiser ist weit weg, man könnte was sagen, er ist der Große Bruder des Films. Ob er wirklich existiert, ist aufgrund seiner Gesichtslosigkeit und Abwesenheit unmöglich zu sagen, genauso gut könnte es sich bei ihm wie in 1984 um eine Propagandaillusion handeln, die vom starken Mann des Films – Gouverneur Tarkin – aufrechterhalten wird, um Kontinuität oder Führung vorzugaukeln.

Denn kontrolliert jener Kaiser, der angeblich den imperialen Senat aufgelöst und die Regionalgouverneure zum direkten Durchgreifen ermächtigt hat, tatsächlich die Galaxis, oder herrscht nicht in Wahrheit doch eine Militärjunta? Der Film bleibt vage, die frühen Drehbücher waren es nicht. Dort taucht der Große Führer zwar noch persönlich auf, aber mehr als ein Operettenkaiser ist er nie. Andere Leute ziehen die Strippen, während er Reden schwingen und Paraden abnehmen darf. Es fällt schwer, sich hier nicht an die Warnungen von US-Präsident Dwight D. Eisenhower vor dem „militärisch-industriellen Komplex“ zu erinnern: „Wir dürfen niemals zulassen“, hatte Eisenhower 1961 erklärt, „dass die Stärke dieser Verbindung unsere Freiheiten oder demokratischen Entscheidungsprozesse gefährdet.“ In Lucas’ Reich des Bösen herrscht der Komplex, vertreten durch Militärbürokraten.
Eine weitere interessante Rolle in Lucas’ 70er-Trilogie nimmt neben Aufbruchshoffnungen und Faschismusangst auch die Technik ein. In THX-1138 ist sie zunächst ein Mittel der Unterdrückung. Dies wird in kaum einer Szene deutlicher, als in jener am Arbeitsplatz der Hauptfigur, die dort Roboterpolizisten zusammenbaut: Maschinengewordene Menschen schaffen Maschinen, die sie weiter unterdrücken. Der Film endet trotzdem mit einer etwas positiveren Techniksicht, denn allein durch die Technik seines futuristischen Rennwagens, kann THX-1138 dem totalen Staat entfliehen und auf die technik- und leblose Planetenoberfläche fliehen.
In einem anderen, wenn auch ähnlichen Licht beleuchtet Lucas die Technik in seinem Blick in die Vergangenheit: In American Graffiti sind Autos Prestige, Lebensfreude und Alltagsflucht in einem. Und der Umgang mit ihnen symbolisiert die Welt an sich: Der Film endet mit einem Autorennen, bei dem eines der Autos zerstört wird. Die Welt beginnt zu zerbrechen, und selbst technisierte Schnelligkeit kann dies nicht aufhalten. Einzig Curt, die Hauptfigur, realisiert dies und sagt seiner rätselhaften Freundin in spe ab, abends wieder durch die Straßen zu kreuzen. Für ihn liegt dieser Lebensstil hinter ihm. Am Ende des Films fliegt Curt davon.

In Krieg der Sterne schließlich treibt Lucas seinen Technik-Kommentar auf den Höhepunkt. Auf der einen Seite tut er dies äußerst geschickt durch die Mischung von Märchen- und Science-Fiction-Welt. Auf den ersten Blick erscheint die Technik damit absolut entscheidend: Der Rasende Falke, der Todesstern, sind sie nicht das Hauptelement des Films? Auf den zweiten Blick wird klar: Nein, sie spielen überhaupt keine Rolle, sondern sind kaum mehr als Requisiten. Nähme man jede Technik aus dem Film, bliebe die Geschichte identisch. Der Todesstern würde zum Drachen im Labyrinth, das Lichtschwert verlöre sein Licht und bliebe ansonsten identisch, Pferde würden Raumschiffe ersetzen, Fabelwesen Außerirdische, die Technik ist unterm Strich also nichts als schöner Schein.
Auf der anderen Seite geht Lucas aber noch weiter. Er lässt Luke erwachsen werden, indem er ihn seinen Landgleiter verkaufen lässt. Han Solo macht er durch sein eigenwilliges Schiff sympathisch. Die ganze Machtfülle und Machtarroganz des Imperiums wird nicht zuletzt dadurch deutlich, dass der Todesstern zwar einerseits riesig ist, andererseits aber der kleine Lüftungsschacht übersehen wird. Und die Perversion von Darth Vaders Existenz symbolisiert seine Atemmaske: Ohne Technik, wäre Vader tot. Die größte Pointe bewahrt sich Lucas allerdings bis zum Schluss auf: Nicht die Macht der Technik besiegt den faschistischen Drachen, sondern die Macht des Glaubens.
Und noch ein zweites Standardthema von Lucas findet sich am Ende des Films: Die Stärke des Individuums. In THX-1138 wagt sich dieses Individuum am Ende hinaus ins Nichts der Planetenoberfläche, und gerade in dieser scheinbaren Hoffnungslosigkeit der Zukunft liegt der ultimative Triumph: Leben am Limit, ja, aber dafür echtes Leben, ohne Angst und frei von Unterdrückung. In American Graffiti stellt sich das Individuum gegen Gruppenzwang und überwindet wiederum die Angst vor den Unwägbarkeiten der Zukunft. Am Ende steigt es hinauf in die Wolken und findet später, wie kurz darauf verraten wird, individuelle, kreative Selbsterfüllung. In Krieg der Sterne schließlich siegt das Individuum, nachdem es aus seinem lähmenden Alltag gerissen und von der Apathie seiner Erziehung befreit wurde, über die geballte materielle wie personelle Macht des Bösen.

Wobei das Wort „Sieg“ hier sehr vorsichtig zu gebrauchen ist, denn Lucas bleibt auch in seinem auf den ersten Blick lebensfrohen Krieg der Sterne pessimistisch. In THX-1138 siegt sein Held auf einer Mondoberfläche. Wird THX-1138 in dieser toten Welt überleben? Realistisch gesehen, hat er kaum eine Chance. In American Graffiti hat der Held nur dann eine Überlebenschance als selbstbestimmter Mensch, wenn er sein Heimatland verlässt. Ewiges Exil ist der Preis seines Triumphs. In Krieg der Sterne verliert Luke seine Heimat, seine Familie und enge Freunde. Er gewinnt im besten Fall eine kurze Atempause, denn Darth Vader lebt, und das Imperium ist noch lange nicht geschlagen.
Die Vergleiche lassen sich nun problemlos durch Lucas’ Werk weiterführen: In Indiana Jones greift der Held auf Peitsche und eine einfache Pistole zurück, die technische Überlegenheit hat immer der Feind. Am Ende siegt der Held, doch der Schatz landet auf Nimmerwiedersehen in einem riesigen Lagerhaus. Der Staat erstickt den Erfolg des Individuums, und die Nazis haben kaum mehr als einen Rückschlag hinnehmen müssen. In Das Imperium schlägt zurück treiben Yodas Lebensstil und seine gleichzeitige Macht die Technikkritik auf die Spitze, während Vaders Menschwerdung, Lukes Höhlenprüfung und seine spätere Technisierung mit seiner Kunsthand das Wertesystem ähnlich radikal in Frage stellt wie es die Anfangsapathie von Luke und die Nebenrolle der Jugend in Krieg der Sterne taten: Wenn Vader ein Mensch ist, wenn er ein Vater ist, kann er dann abgrundtief böse sein? Und wird Luke jetzt zu einem neuen Vader? Letztere Frage greift Die Rückkehr der Jedi-Ritter zunächst auf: Luke erscheint ganz in schwarz, nutzt die Macht zum Angriff und kommt dem Bösen beim Endkampf sehr nahe. An diesem Punkt erst kippt Die Rückkehr der Jedi-Ritter ins Versöhnliche: Vader als Verkörperung einer verlorenen Generation opfert sich, um die Zukunftshoffnung in Gestalt seines Sohnes zu retten, die technische Macht des Imperiums scheitert an der Naturverbundenheit der Ewoks, Han und Leia finden zueinander, das Gute triumphiert, diesmal endgültig.

Ist Die Rückkehr der Jedi-Ritter damit das Ende des THX-Lucas? Nun, so direkt wohl nicht. Tempel des Todes weist THX-Anleihen auf, wobei hier der Thuggee-Kult die Rolle des Kollektivs übernimmt, welches das Individuum zu überwinden hat. Auch in Willow und Tucker ist das Thema präsent, und in Die Abenteuer des jungen Indiana Jones wird daraus der rote Faden einer ganzer Serie, in der Indy sich stets gegen Vorurteile, Gruppenzwang oder kulturelle Unterschiede durchsetzen muss. Daneben bietet Young Indy die Themen Technik – im Guten wie im Schlechten - und Siege, die keine sind, insbesondere bei der Abhandlung des Ersten Weltkriegs.
Und die Faschismusängste und Kapitalismuskritik von THX? Sowohl Tucker, als auch Young Indy enthalten fundamentale Kritik an Machtmonopolen. In Tucker lähmt das Kartell der US-Automobilindustrie den Schaffensdrang und Innovationsgeist eines Visionärs, in Young Indy verzweifelt Indy an der Sinnlosigkeit des Grabenkriegs an der Westfront und muss als französischer Geheimagent schnell erkennen, wie schmutzig und korrumpiert der Krieg auch von den scheinbar Guten geführt wird. In den Prequels schließlich werden beide Themen an zentraler Stelle aufgegriffen.

Denn auch wenn Die dunkle Bedrohung früher wie heute dafür kritisiert wurde, zu bunt, zu infantil und zu simpel zu sein, besitzt der Film eine politische Dimension, in der die Überzeugungen und Ängste des THX-Lucas 1:1 aufgegriffen wird: Die edle Republik ist festgefahren und stagniert, Wirtschaftsunternehmen haben mehr und mehr Einfluss gewonnen und blockieren Entscheidungen, der militärisch-industrielle Komplex bedroht das Paradies Naboo, das so paradiesisch allerdings auch nicht ist, weil die Einheimischen nichts miteinander zu tun haben wollen, was an die Rassenkriege der ersten Drehbuchfassungen erinnert. Gleichzeitig sind die Verteidiger der Freiheit machtlos gegen kleine Sklavenhalter und Kriminelle, zwei dunkle Strippenzieher genügen, um das gesamte System zu bedrohen, und in ihrem Elfenbeinturm tun die Ritter des Lichts absolut nichts. Was bleibt, ist wiederum die Jugend, diesmal in Form von Anakin, Padmé und Obi-Wan, die Regeln brechen, um eine Versöhnung zwischen den Paradies-Völkern herbeizuführen, das Paradies selbst zu retten und mit ihm den Frieden. Die Alten tun gleichzeitig allerdings nichts oder nicht genug, sodass der wahre Schurke auch weiterhin ungestört tun kann, was er will.
In den beiden Folge-Prequels finden diese THX-Anklänge ihre Fortsetzung: Dort ist Liebe verboten – ganz wie einst in THX-1138 –, und Anakin zerbricht nicht zuletzt deshalb, weil er gegen dieses Verbot aufbegehrt. Alte Männer schüren Kriege, deren Aussichts- und Sinnlosigkeit schon darin deutlich wird, dass hier Technik auf Kollektivismus stößt, Droiden auf uniforme, gesichts- wie morallose Retortenkrieger. Ein Sieg des Rechts und der Freiheit ist angesichts dieser Ausgangslage ausgeschlossen. Die angeblich so edlen wie weisen Jedi-Ritter sterben wie die Fliegen in sinnlosen Kämpfen, und als diese endlich vorbei sind, kommt es im Senat zum Kampf der Greise: Ein knapp 900jähriger, der seit 800 Jahren in Starre verharrt gegen einen zweiten, der stets manipuliert hat, anstatt offen zu kämpfen und in komplettem Wahn Rache übt für etwas, das ihn persönlich gar nichts angeht. So traurig geht die Welt zugrunde. Als die alte Generation dann alles in den Sand gesetzt hat, was in den Sand zu setzen war, bleibt vom alten Paradies nichts als zwei Säuglinge, um die Welt wieder geradezubiegen. An Hoffnungslosigkeit wird das eigentlich nur von der öden Oberfläche von THX-1138 übertroffen.

Gab es dann also in Wahrheit niemals einen Bruch in George Lucas’ Schaffen? Lucas hat einmal erklärt, er sei mit dem Erfolg von Krieg der Sterne selbst zum Darth Vader geworden. 1983 formulierte er es noch etwas anders: „Jetzt bin ich ausgebrannt.“, meinte er damals. „Ich war eigentlich schon vor einigen Jahren ausgebrannt und habe mich seither nur vom Schwung des ersten Films weitertreiben lassen. Krieg der Sterne hat mein Leben gepackt und es gegen meinen Willen übernommen. Jetzt muss ich mein Leben zurückbekommen, bevor es zu spät ist!“
Seine revolutionäre Anfangsphase hat so gesehen also nie aufgehört, sie ist nur langsam verblasst, und als Lucas nach 16 Jahren als Familienvater und Teilzeit-Rentner wieder auf den Regiestuhl zurückkehrte, bestimmten noch immer die alten Themen in neuem Gewande das gelassenere, heitere Bild. Lucas, so scheint es, hat in weiten Teilen seinen Frieden mit der Welt gemacht und darüber seine Verbissenheit – und damit vielleicht auch seine Bissigkeit – hinter sich gelassen. Mit anderen Worten, er ist einfach älter geworden, und was Han und Leia am Ende von Die Rückkehr der Jedi-Ritter zu wünschen ist, hat Lucas für sich wahrgemacht: Und er lebte glücklich und zufrieden bis ans Ende seiner Tage. Schöne, neue Welt.

Hinweis: Die in diesem Essay geäußerten Ansichten und Meinungen spiegeln nicht notwendigerweise die Meinungen der Redaktion von StarWars-Union.de.
Tim Dry ist Autor, Songschreiber, Musiker, Fotograf und auch Schauspieler. Letztere Profession hat ihn auch zur Saga gebracht, wo er in Episode VI einen Whipiden und einen Mon Calamari Offizier gespielt hat.
Mit ersterer Profession, nämlich als Autor, kehrt er nun zur Saga zurück. In dem Ebook Continuum liefert er seine ganz eigene Sicht der Dinge ab und erzählt, was es bedeutet bei einem Projekt wie der Saga dabei zu sein und wie sich seine Arbeit noch immer für ihn auswirkt - z.B. in Form von Conbesuchen.
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George Lucas ist wohl einer der wichtigsten Regisseure und Filmemacher der letzten vierzig Jahre und hat nicht zuletzt mit neuen Technologien die Welt der Filme verändert.
Beim World Business Forum hat sich der Filmvisionär nun zur möglichen Zukunft des Kinos und der Filmbranche geäußert, wie die Kollegen von clubjade.net melden. Aber auch seine Vergangenheit und die klassische Trilogie blieben nicht unberührt:
Ich musste erfinden, was ich nicht hatte. Ich wollte eine Kamerafahrt um die Raumschiffe haben, also mussten wir die Technik dafür entwickeln.
Mit dem Hintergedanken im Kopf, dass George Lucas seine Filme gerne ins Optimum verbessert und z.B. über eine Veröffentlichung in 3D-Format nachdenkt, ist seine Antwort auf die Frage, ob er auch Filme für Handys machen würde, interessant:
Ich mache Filme, mir ist es egal, wo sie gezeigt werden.
Ich mache meine Filme so, dass sie an einem bestimmten Ort gezeigt werden können. Das war einmal das Kino, denn früher gab es dazu keine Alternative. Jetzt mache ich Filme hauptsächlich für DVD.
Das ist wie bei Michelangelo, der es liebte Skulpturen zu machen, aber auch malen musste - wer kann schon sagen, was besser ist? Man arbeitet einfach mit dem, was man bekommt.
George Lucas sieht sich also mittlerweile als Filmemacher für DVD und nicht mehr so sehr für die Kinoleinwand. Bleibt abzuwarten, wie sich das in Zukunft auf seine Arbeit auswirken wird.
George Lucas on Technology from Gizmodo on Vimeo.
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