
Mit Spannung und zunächst Lobeshymnen wurden 1999 die beiden potentiellen Hitgames zur "Episode I" empfangen, obwohl diese 2 Monate vor dem eigentlichen Film herauskamen - was zur Zerreißprobe für hartgesottene Verweigerer der Handlungskenntnisse wurde. Nur zu gut, dass "Die dunkle Bedrohung" schon etwas zurückliegt und man sich in aller Ruhe dem Review zum gleichnamigen Adventure widmen kann.
Wie der Name schon verrät, handelt es sich bei diesem Spiel um eine (fast) 1 zu 1 Kopie des Filmes. Natürlich würde ein PC-Spiel, welches nur knapp 2 Stunden Spieldauer hätte, nicht allzu großen Absatz finden. Deshalb hat Lucas Arts zahlreiche neue Situationen mit eingebaut mit denen sich der Alltag des Spielers bewusst um mehrere Tage verlängert.
So befreit man in Mos Espa beispielsweise ganze Stadtviertel von Gangsteraliens, oder schlägt sich als Captain Panaka mit Königin Amidala durch ein Kopfgeldjäger - verseuchtes Coruscant. Wie gerade erwähnt, können sie auch andere Charaktere wie standardweise den jungen Obi-Wan Kenobi oder Qui-Gon Jin steuern, nämlich außerdem noch den genannten Captain Panaka und sogar die Königin persönlich.
Das Spielprinzip kommt den Abenteuern von Lara Croft in "Tomb Raider" nahe. Man steuert seine Spiefigur in der Third-Person Ansicht durch die Levels, welche sehr abwechselnd designt sind; Am Anfang müssen sie sich durch ein Raumschiff der hinterlistigen Handelsföderation kämpfen, damit sie, mithilfe eines Transporters, auf dem wunderschönen Planeten Naboo gelangen können. Später kämpfen sie sich durch Massen von Tuskenräubern auf dem altbekannten Planeten Tatooine um als Sahnehäubchen dann die verwinkelten Gassen von Coruscant zu erkunden. Dabei benutzt man unterschiedlichste Waffen, die alle jedoch ins Star Wars Universum passen.Von 2 Blasterausführungen über Protonentorpedowerfer bis zum ehrwürdigen Lichtschwert, mit dem man allerhand kunstvolle Hiebe austeilen kann, ist alles dabei was man zur Befreiung Naboo's eben braucht.
Auch die Gegnertypen und die Anzahl hinterlassen einen guten Eindruck; Auch wenn zu Anfang noch die Kampfdroiden der Handelsföderation überhand nehmen, im späteren Spielverlauf wollen es wilde Tiere, Kopfgeldjäger, einfache Diebe und sogar Jabba the Hutt mit dir aufnehmen. Leider sind die Gegner nicht besonders schlau, mehr als schießen und manchmal auch das Weite suchen haben sie leider nicht zu bieten.Ein weiterer Aspekt von "Die dunkle Bedrohung" sind die Rätseleinlagen, die sie an allen Ecken und Enden antreffen können. Die wird besonders auf Tatooine mit der Zeit nervig. Kaum ist der eine Mos Espa Bewohner aus den Fängen von zwiespältigen Haushaltern befreit, kommt bereits der kleine Anakin Skywalker angelaufen und bittet den Spieler, ihn doch ein bestimmtes Teil für seinen Pod-Racer zu besorgen. In unzähligen Multiple-Choice Gesprächen finden sie dann meist des Rätsels Lösung. (Leider) ist das Spiel trotz alledem nicht besonders fordernd, auch Anfänger haben keine Probleme. Deshalb ist die Dauer des Spieles auch nicht besonders berauschend. Nach höchstens 3 Wochen hat auch jeder Depp das Spiel durch.
Steuern lässt sich das Spiel entweder mit der Maus plus Tastatur, oder nur mit der Tastatur. Wer aber mit seiner Maus auf Kriegsfuß ist, für den wird es sehr schwer. Denn die Tastatur ist eben nicht so flink wie sein Verwandter Nager. Deshalb empfehle ich zum Spielen die Maus/Tastatur Kombination. Der Rest des Spieles ist kinderleicht zu bedienen, obwohl die Menüs an einigen Ecken doch etwas offensichtlicher sein könnten. Das gute Design des Menüs macht diesen Wehrmutstropfen jedoch wieder wett.
Die erste Meinung über die Grafik ist gleicht meist dem folgendem Satz: "Ist das detailliert und belebt, ich glaube ich bin wirklich in Theed!" Und dies ist auch richtig, besonders eben in Theed; ein Springbrunnen dort, ein Blumenbeet da, ein Fluss dahinten. Doch näher angeschaut, bemerkt man die Schwächen der Grafikengine umso mehr: alles ist zwar sehr schön texturiert, jedoch gleichen die Levels Klötzen, Kanten und Ecken wohin man sieht. Auch in den naboo'schen Sümpfen, wo es eigentlich auf die Pflanzenwelt ankommt, sieht man nur Stangen anstatt schönen Pflanzen. Aber, wie gesagt, die Textur rettet die Grafikwertung noch.
Review von: Obiwanknobi