
Seit letzter Woche ist ja das lang ersehnte Add-On zu "Empire at War" im Handel und unsereiner hat sich dank Rezensionsexemplar übers Wochenende intensiv damit beschäftigt...
In Kurzform ausgedrückt könnte man über das Spiel durchaus sagen: "Sehr viel Licht, aber auch ein klein wenig Schatten..."
Wie auch schon im eigentlichen Hauptspiel ist die Kampagne, also die Story (in diesem Fall rund um Tyber Zann) für meinen Geschmack ein wenig zu kurz geraten. Wenn man die Kampagne des Zann-Konsortiums durchgespielt hat, ist noch fast die halbe Galaxiskarte "unerorbert". Nur wenn man weiß (für das nächste Mal durchspielen weiß ich es), dass die letzte Mission auf Kuat das Ende der Kampagne darstellt, kann man, indem man diese Mission aufschiebt und zuvor die restliche Galaxis erobert das Spiel ein wenig in die Länge ziehen...
Der Storymodus ist jetzt zwar nicht so kurz, wie z.B. die Rebellenkampagne im Hauptspiel, aber ein wenig mehr hätte es glaube ich ruhig sein können.
Des weiteren finde ich es recht schade, dass man die Supersternzerstörer (Eclipse und Executor) im Gefechtsmodus nicht bauen/spielen/besiegen kann. Zumindest die Executor als Superwaffe hätte es ruhig sein dürfen. Die Zerstörung des SSZ "Annihilator" in der Kampagne hat nämlich sehr viel Spaß gemacht, und vor allem die schweren Schäden am Schiff (wenn der Gesundheitsbalken tiefrot war), sowie das "auseinanderbrechen" des Schiffs nach dessen Zerstörung war grafisch sehr gut dargestellt und würde im Gefecht sicher auch sehr spaßig sein...
Als weitere kleine "Mankos" empfinde ich beim Spielen zum einen, dass man vor einer Raum- oder Bodenschlacht immer noch nicht festlegen kann, mit welchen Starteinheiten man in den Kampf zieht, das macht nach wie vor die KI. Ich kann also beispielsweise 10 Sternzerstörer mit in meiner Flotte haben, aber möglicherweise (ziemlich wahrscheinlich sogar) schickt mich die KI dann statt mit 3 Sternzerstörern mit einem Sternzerstörer, 4 Acclamator-Schiffen und 5 Tartan-Kreuzern in den Kampf. Das würde ich eigentlich schon gerne selbst festlegen können mit welchen Einheiten ich starte, und ich hatte mir ein solches Feature ehrlich gesagt auch ein wenig erhofft. Zum anderen hätte ich es gut gefunden, wenn das Einheitenlimit (also wieviele Truppen man auf dem "Feld" hat) mal ein wenig nach oben gesetzt worden wäre.
Hier verstehe ich allerdings schon ein wenig, warum man das nicht gemacht hat: Je mehr Einheiten sich auf dem Bildschirm tummeln, um so mehr Rechenleistung wird gebraucht. Da gehen ältere PCs dann evtl. schnell in die Knie, und ein großer Pluspunkt des Spieles ist, wie ich finde, dass es auch auf älteren Systemen flüssig spielbar ist. Man braucht also nicht unbedingt das Neueste vom Neuen um sich mit dem Spiel zu amüsieren.
Die Story als solches ist (nach PC-Spiel Maßstäben) gut gelungen. Tyber Zann, ein ehemaliger Mitarbeiter Jabbas der scheinbar sogar mal auf der Imperialen Akademie war und aus dieser Zeit wohl Großadmiral Thrawn kennt, sitzt auf Kessel (im Spiel heißt der Planet aus welchen Gründen auch immer nach wie vor Kossal) in Haft, die er seinem Ex-Chef Jabba "verdankt". Natürlich wird er durch die Hilfe eines treuen Gefolgsmanns, Urai Fenn, befreit und beschließt die Herrschaft über die Unterwelt in der ganzen Galaxis an sich zu reißen. Dabei gerät er im Verlauf der Story mit Jabba, Darth Vader, Prinz Xizor und Thrawn aneinander und sichert sich die Unterstützung der Nachtschwestern von Dathomir, sowie die der mandalorianischen Schiffsbauer, die dann einige imposante Schiffe entwickeln (die mich persönlich irgendwie sehr an die Raumschiffe aus den KotOR-Spielen erinnert haben). Vor allem das Ende der Geschichte fand ich ganz nett.
Die Nachtschwester Silri entschlüsselt das Sith-Holocron, um das es über weite Teile der Geschichte geht und entdeckt etwas, das vermutlich ein altes Sith-Grab (vermutlich auf Korriban) mit hunderten von in Karbonit eingefrorenen Soldaten (die übrigens verdächtig nach den Sith-Soldaten aus KotOR aussehen) ist. Das schreit ja geradezu mach einem weiteren Add-On ;)...
Die Einheiten des Zann-Konsortiums sind sehr ansehnlich geworden. Wie gesagt haben die großen Kreuzer irgendwie diesen leichten KotOR-typischen/mandalorianischen Touch, und die Waffensysteme sind optisch recht imposant, sprich diese verwirbelnden Plasmageschosse zum Beispiel sehen sehr gut aus und auch der Sound wummert anständig, wenn man das heimische Surroundsystem anständig aufdreht...
Die StarViper und Skipray-Raumjäger passen recht gut zum restlichen Waffenarsenal des Konsortiums, und auch die Raumstationen wirken recht "stylisch". Meiner Meinung nach ist das Konsortium also eine wirklich gut gelungene neue Fraktion für das Spiel.
Sehr praktisch finde ich die "Fähigkeitenautomatik" bei den stärkeren Heldeneinheiten...Der "Unbesiegbarkeitsmodus" des Rasenden Falken beispielsweise, oder die "seismische Bombe" der Slave One können jetzt automatisch aktiviert werden, ein sehr nützlich Feature wie ich finde.
Des weiteren habe ich den (zugegeben subjektiven) Eindruck, dass die KI der Gegner, vor allem im Gefechtsmodus, im Vergleich zum Hauptspiel ein wenig verbessert wurde. Als nützlichstes neues Feature hat sich bei mir die Reperaturoption für die Raumstationen bewährt. Beschädigte und zusammengeschossene Waffensysteme können nun repariert werden, ähnliches gilt für Raumschiffe, für die es nun ebenfalls eine Reperaturmöglichkeit gibt, wenn man entsprechende "Phalanxen" (ihr wisst was ich meine ;-) ) erobert. Die Chancen, einen feindlichen Angriff auf die eigene Raumstation zu überleben, ohne das gleichzeitig eine eigene größere Flotte vor Ort ist, hat sich dadurch deutlich erhöht.
Das netteste neue Feature, welches mir persönlich sehr viel Spaß bereitet hat, ist der Aufzeichnungsmodus. Man kann nun die geschlagenen Schlachten (im Gefechtsmodus) aufzeichnen und sich beliebig oft wieder anschauen... Sehr spaßig das Ganze, ich hab jetzt schon des öfteren einfach nur zugeguckt, was ich zuvor "zusammengespielt" habe...;)
Ich bin auf jeden Fall auch schon mal gespannt darauf, was die Modding-Community sich zu FoC einfallen lässt. Wenn ich da z.B. dran denke, was die "Steiner Modding-Group" mit ihrem SAU 3-Mod für das Hauptspiel gezaubert hat, wird mir schon ganz warm ums Herz in freudiger Erwartung, was da vielleicht kommen mag.
(Wink mit dem Zaunpfahl<, falls das hier einer von den Steiner-Jungs liest, ich weiß, das ihr hier in unserem Forum unterwegs seid ;-) )
Rezensent: Kay Katarn