
Chronicles of the Old Republic ist eines der ersten deutschen Teamprojekte im Bereich der Krieg der Sterne-Fanfiction und erzählt - konzeptionell angelehnt an Das Erbe der Jedi-Ritter - eine mehrteilige Geschichte aus den Mandalorianischen Kriegen, 4.000 Jahre vor Luke Skywalker.
Im Jahr 3963 vor der Schlacht von Yavin hat das kriegerische Volk der Mandalorianer einen unerbittlichen Eroberungszug durch den Outer-Rim und seine zahlreichen Welten hinter sich. Ausgestattet mit hochentwickeltem Kriegsgerät, wie den gefürchteten Basilisk-Droiden, und unbändigem Mut fordern sie nun die ungleich größere Galaktische Republik heraus. Und während deren Senatoren noch debattieren, ob sich ein Krieg nicht vermeiden lässt, haben die Mandalorianer längst einen Stützpunkt tief im republikanischen Raum errichtet ...
Zum Projektstart von Chronicles of the Old Republic baten wir die Mitwirkenden Tim (phazonshark) und Benjamin zum Interview:
Zum Anfang, der Anfang: Wie seid ihr zu Star Wars-Fans geworden?
Benjamin: Hauptsächlich durch meinen Vater. Als ich gerade sieben Jahre alt war, hat er mir "Das Imperium schlägt zurück" gezeigt, damals noch auf VHS - aufgenommen auf SAT 1. Nachdem ich dann die beiden anderen Episoden gesehen hatte, war ich Star Wars mehr oder weniger verfallen.
Tim: Die OT hat mich damals nicht so beeindruckt, bei mir lief es mehr über das Zusammenspiel der Filme mit dem EU. Ich mag komplexe Welten und als ich schließlich genügend GFFA intus hatte, war ich überzeugt.
Wann und wieso habt ihr beschlossen Star Wars-Fanfictions zu schreiben?
Tim: Ich bin Ende 2005 auf ein Fanfiction-Forum von StormXPadmé gestoßen. Das Konzept Fanfiction hat seine guten und schlechten Seiten und ich hatte das Glück, zuerst an solche Geschichte zu geraten, die wirklich zeigen, wie viel eigentlich möglich ist.
Benjamin: So genau lässt sich das eigentlich nicht sagen. Den ersten Text, den man als Fanfiction bezeichnen kann, habe ich in der 4. Klasse verfasst. Damals war ich noch inspiriert von "Rebel Assault". Ich meine, hey, wer wollte denn nie einen X-Wing fliegen? Inzwischen geh ich das professioneller an und mit mehr Enthusiasmus und Geduld.
Welche Bedeutung hat Fanfiction eurer Meinung nach im allgemeinen im Star Wars-Fandom? Für wie wichtig haltet ihr sie persönlich?
Tim: Sie ist natürlich eher ein Randbereich des Fandoms. Wir sind alle Anfänger und es gibt jede Menge offizielles Material von Profis. Dass es auf SWU aber dennoch regelmäßig Fanfiction-Updates gibt, sagt schon sehr viel aus: Es gibt Leser, es gibt Autoren und die meisten sind gekommen, um zu bleiben.
Benjamin: Eigentlich muss ich Tims Statement abnicken, viel mehr kann ich dem nicht hinzufügen. Die Star Wars Fanfiction ist besser als ihr Ruf im Star Wars-Fandom. Sie hat in meinen Augen wesentlich mehr Interesse verdient.
Reden wir über euer Projekt: Was genau ist Chronicles of the Old Republic?
Benjamin: Chronicles of the Old Republic ist ein größer angelegtes Teamprojekt im Stile der New Jedi Order und Legacy of the Force, eine Serie aufeinander aufbauender Geschichten vor dem Hintergrund der Mandalorianischen Kriege.
Tim: Das Tolle am Star Wars EU ist, dass alle Bücher Teil einer großen Geschichte sind. Was in einem Buch passiert, hat theoretisch Auswirkungen auf alle folgenden. Mit CotOR versuchen wir, dieses Prinzip auch auf Fanfictions zu übertragen.
Das Erweiterte Universum hat sich in den letzten Jahren, bzw. praktisch seit der New Jedi Order ja mehr und mehr vom Märchencharakter der Klassischen Trilogie gelöst. Wie ordnet sich COTOR ins SW-Universum ein - Märchen, Science-Fiction oder traumatischer Kriegsbericht à la Legacy of the Force?
Benjamin: Nun, "traumatischer Kriegsbericht" trifft auf Chronicles of the Old Republic, wohl am ehesten zu. Das hat natürlich damit zu tun das die Serie, Ausbruch, Verlauf und Ende der Mandalorianischen Kriege behandelt. Das Schicksal unterschiedlicher, unmittelbar am Krieg beteiligter Charaktere steht im Mittelpunkt. Ich denke allerdings, dass Star Wars sich nie ganz vom Märchencharakter lösen wird und auch CotOR tut das nicht - es ist eben immernoch Star Wars.
Tim: Es herrscht Krieg, aber wie lange in einer Geschichte draufgehalten und wie tief reingezoomt wird, kann von Autor zu Autor variieren. Das Schöne am Setting und an Star Wars ist, dass man wirklich jedes Genre rausholen kann. CotOR 1 ist z.B. eine Geschichte über Schönheit und Grausamkeit der Natur. Krieg bzw. Kampf ist ein bedeutsamer Teil dieses Themas, aber eben nicht der einzige.
Wieso habt ihr euch die Mandalorianischen Kriege ausgesucht?
Benjamin: Die Mandalorianischen Kriege boten sich an, weil sie zwar einen Rahmen abstecken, wir uns in diesem aber ausgesprochen frei bewegen können. Außerdem handelt es sich um eine Epoche, über die in den Spielen und im Comic ein recht einseitiger Standpunkt vermittelt wird.
Habt ihr euch bei eurem Projekt von einem bestimmten Autor oder bestimmten Autoren der Star Wars-Romane (oder auch Nicht-Star-Wars-Romane) inspirieren lassen? Gibt es für euch allgemein ein großes Vorbild, dem ihr nacheifert?
Tim: Ich habe mich für CotOR 1 ein wenig an dem bildhaft-aggressiven Stil von Matt Stover orientiert. Ein generelles Autorenvorbild... Ich bin großer Dan Brown Fan. 80% seines Inhalts ist Schwachsinn, aber es ist dennoch sehr clever gemacht.
Benjamin: Um ehrlich zu sein, sind die Star Wars-Autoren nicht unbedingt jene, die ich zu den Genies zähle - lassen wir Timothy Zahn einmal außen vor - darum lasse ich mich auch von keinem von ihnen inspirieren. Meine persönlichen Vorbilder, die mich mit ihrem Stil auch beeinflusst haben, sind Charlie Houston, Michael Marshall und Matthew Reilly.
Wie kamt ihr auf die Idee eure Fanfiction als Hörbuch zu veröffentlichen?
Tim: In den englischen Ecken des Netzes gibt es so etwas schon eine ganze Weile und Bantha Poodoo hat's nach Deutschland gebracht. Wobei wir definitiv nicht den gleichen hohen Anspruch haben, dafür mangelt es uns an Technik und Erfahrung.
Wie steht ihr generell zu Hörbüchern? Nur was für die Lesefaulen, oder eine eigene "Kunst"? Und habt ihr Favoriten im Star Wars-Bereich, bzw. außerhalb?
Benjamin: Ich lese eigentlich lieber und höre kaum Hörbücher, doch an meiner "Herr der Ringe" Hörbuchsammlung hängt mein Herz.
Tim: Jemand hat mal gesagt: Hörbücher erinnern uns daran, dass Geschichten schon immer von Mensch zu Mensch erzählt wurden - und erzählt werden sollten. Dazu sind Geschichten gemacht. Und das würde ich so abnicken, trotzdem ist es bei mir wie bei Ben: Man spart einfach Zeit und Geld, wenn man selbst liest.
Ein eigener Soundtrack, das erinnert ja ein bißchen an Joel McNeelys Musik zu Shadows of the Empire: Habt ihr euch davon inspirieren lassen, oder bleibt John Williams das große Vorbild?
Benjamin: Der "Clone Wars"-Soundtrack mit seiner Kombination moderner Elemente, klassischer Orchestermusik und seinem Neuarrangement des original Star Wars-Soundtracks, war das größte - einzelne - Vorbild. Die größte Inspiration haben hingegen andere Musiker geliefert.
Waren professionelle Musiker am Projekt beteiligt? Wie kommt man dazu, einen Soundtrack zu schreiben? Und wie läuft dieses Schreiben genau ab?
Benjamin: Professionelle Musiker? Nein, der Soundtrack ist ein Ein-Mann Projekt mit kreativer Unterstützung von Tim. Ich selbst spiele Schlagzeug und Trompete, beschäftige mich viel mit Songwriting und Musik, aber ich würde mich bestenfalls als "Semi-Professionellen Amateur" bezeichnen.
Die Idee zum Soundtrack kam spontan, als ich mir einfach mal ein wenig mehr Gedanken über das Projekt gemacht habe. Das Schreiben hingegen ist ein sehr schwer zu beschreibender Vorgang. Meist kommen die Ideen für einen Track zufällig, manchmal entstehen sie aber durch Verwertung ehemaliger fallengelassener Tracks.
Wie sieht die Zukunft aus: Habt ihr Pläne für weitere Projekte dieser Art?
Tim: Momentan sind neun CotOR-Stories geplant, um die Mandalorianischen Kriege abzuhandeln. Ab dann könnte man schauen, wie es so läuft, und vielleicht in die Zeit der Spiele vordringen.
Gibt's Chancen, dass ihr einen Blooper-Track veröffentlicht? ;-)
Tim: Er wird ‘50 Ways of Saying Canderous’ heißen und unter anderem veranschaulichen, wie man sich am ‘L’ von ‘Mandalorianer’ verheddern und anschließend eine Bruchlandung auf der letzten Silbe hinlegen kann. Nee, die Welt muss davor geschützt werden... ;-)
Habt ihr noch ein paar ultimative Tipps für die Fanfiction-Autoren und Hörbuchmacher in spe da draußen?
Benjamin: Der ultimative Tipp? Wenn ihr mit einer Geschichte anfangt, hört nicht auf. Erzählt sie zu Ende und dann könnt ihr sie überarbeiten. Wenn ihr ersteinmal etwas Ganzes geschafft habt, dann schafft ihr es auch ein zweites Mal und mit jedem Mal werdet ihr besser!
Tim: Was Hörbücher betrifft, warne ich vor siebensilbigen Eigennamen. Gefährliche Biester. Der beste Schreibtipp, der mir bisher über den Weg gelaufen ist, stammt von Dwight V. Swain: Es ist immer dann in Ordnung, eine Regel zu brechen, wenn man versteht, warum sie existiert.
Noch ein paar Grüße, Danksagungen oder Liebeserklärungen? :-)
Tim: Unser Dank gilt natürlich SWU für die euch eigene Wagenladung an Unterstützung. Zudem möchte ich dem Team danken, dass man mich den Erstling hat schreiben lassen. Und schließlich noch ein Danke an meinen Kollegen Benjamin "Ben Quadinaros" für seine erlauchte Gesellschaft während dieses Interviews. ;-)
Benjamin: Auch von mir nocheinmal eine KingSize Portion Dank an SWU und das CotOR Team. Und zuletzt möchte ich auch Tim danken, nicht bloß für den kreativen Input während der Arbeit am Soundtrack.
Hier findet ihr das E-Book, das Hörbuch und den Soundtrack von Chronicles of the Old Republic I - Der Zirkel des Krieges:
Chronicles of the Old Republic basiert auf Figuren und Handlungen von Krieg der Sterne. Krieg der Sterne, alle Namen und Bilder von Krieg-der-Sterne-Figuren und alle anderen mit Krieg der Sterne in Verbindung stehenden Symbole sind eingetragene Markenzeichen und/oder unterliegen dem Copyright von Lucasfilm Ltd.
Chronicles of the Old Republic is a piece of fan fiction. Star Wars, and all associated content (whether trademarked, copyrighted or otherwise protected by U.S. or international law) are property of LucasFilm Ltd.