
Statt auf die Augen, gibt es heute diverse Neuigkeiten auf die Ohren. So hat die offizielle Seite Tonaufnahmen ausgegraben, die 1980 zur Werbekampagne rund um Das Imperium schlägt zurück gehörten:
Wer alt genug ist, sich an die Tage zurückzuerinnern, bevor das Imperium 1980 zurückschlug, weiß vielleicht noch, dass es damals eine wenig bekannte Promokampagne gab, die in den Monaten vor dem Kinostart der ersten Krieg der Sterne-Fortsetzung anlief. Wie der damalige Rundbrief des ursprünglichen Krieg der Sterne-Fanklubs Bantha Tracks in seiner Frühlingsausgabe 1980 berichtete, wurde damals eine Telefonhotline eingerichtet, bei der man anrufen konnte, um sich mehrere Monate vor dem Kinostart Audioteaser für Das Imperium schlägt zurück anzuhören. Seither haben viele Fans, die von dieser Empire-Hotline wussten, versucht, die vier Tonaufnahmen, welche damals erwähnt wurden, ausfindig zu machen. Diese präsentierten die Stimmen der Schauspieler Mark Hamill (Luke Skywalker), Harrison Ford (Han Solo), Anthony Daniels (C-3PO) und James Earl Jones (Darth Vader) und waren exklusiv für die Hotline aufgezeichnet worden.
- Fanbeauftragter Craig Miller und George Lucas 1980
Hier nun kommt Craig Miller ins Spiel, der erste Fanbeauftragte von Lucasfilm, der unlängst seinen Mitschnitt der Telefonnachrichten wiedergefunden hat, auf dem sich überraschenderweise nicht nur 4, sondern gleich 5 Tonteaser finden, denn auch eine Prinzessin-Leia-Nachricht von Carrie Fisher ist hier enthalten.
Hier nun Craig Millers Bericht über die Einrichtung der Hotline:
Ende 1979, als der Kinostart von Das Imperium schlägt zurück immer näherrückte, kam mir die Idee, eine Hotline einzurichten, um es allen Interessierten zu ermöglichen, Informationen über den Film abzurufen. So war es dann möglich, in den ersten 5 Monaten des Jahres 1980 eine kostenlose Telefonnummer anzurufen (521-1980, also das Startdatum des Films) und dort eine Nachricht einer Filmfigur zu hören: Luke, Leia, Han, Vader oder 3PO.
Ich habe dann selbst die fünf Nachrichten geschrieben, und bei den nachträglichen Dialogaufnahmen zum Film haben wir sie dann mit den Schauspielern aufgenommen (sie waren schließlich bereits im Tonstudio, insofern...). Harrison hatte seine Aufnahmen damals bereits hinter sich, weshalb ich mich eines Tages mit ihm zum Mittagessen verabredet habe, und danach haben wir die Nachricht bei ihm zuhause zusammen mit einem Tontechniker aufgenommen.
Das US-Telefonsystem war damals noch nicht völlig computerisiert, weshalb es noch eine Menge mechanischer Schaltverbindungen und so weiter gab, um die einzelnen Vorwahlbereiche voneinander abzugrenzen. Die 521 aus unserer Nummer war eigentlich Illinois, was es erforderlich machte, unsere Telefonverbindung so einzurichten, dass Anrufe für diesen Bundesstaat tatsächlich bei uns ankamen. Die Telefonnummer haben wir dann ausschließlich über Sci-Fi-Börsen, Fanklubs und Spartenmagazine verbreitet.
Trotzdem riefen in der ersten Woche so viele Leute an, dass die Telefonfirma völlig überfordert war. Das System konnte nicht einmal mehr Besetztzeichen an alle Anrufer ausgeben, das kostenlose Anrufnetz in Illinois brach zusammen und war mehrere Stunden lang nicht mehr erreichbar. Die Telefonfirma verlangte danach von uns, dass wir zusätzliche Nummern einrichten und eine Presseerklärung veröffentlichen, in der wir die volle Verantwortung für das Schlamassel übernehmen sollten. Großes Heulen und Zähneklappern allerorten. Wir haben dann zerknirscht unsere Presseerklärung rausgeschickt, in der es hieß, es täte uns sehr leid, dass die Fans von Krieg der Sterne so heiß auf Informationen über eine Fortsetzung seien, der erst in fünf Monaten erscheinen würde, dass sie dabei das Telefonunternehmen überlastet hätten. Und natürlich sei es möglich, jetzt ebenfalls anzurufen, nachdem wir neue Telefonleitungen eingerichtet hätten. Natürlich haben alle diese Story gedruckt, und wir hatten die beste kostenlose Werbung, die wir uns nur hätten wünschen können.
Die Aufnahmen findet ihr auf der offiziellen Seite.
Wer es eher aktuell will, für den hat Del Rey einen Audioteaser für das Hörbuch zum The Old Republic-Roman Fatal Alliance veröffentlicht. Buch und Hörbuch erscheinen laut Plan am 20. Juli. Weitere Informationen zum Buch findet ihr hier bei uns. Die deutsche Ausgabe folgt bereits im August von Panini.
Am Dienstag berichteten wir über die erneute Ausstrahlung der Star Wars-Saga auf Pro7. Auf Nachfrage beim Sender wurde nun bekannt, dass es keine sonstigen Ausstrahlungen, wie z.B. Dokumentationen zur Saga geben wird.
In einer Deutschlandpremiere wird ProSieben allerdings am 6. August den Kinofilm The Clone Wars ausstrahlen und auch eine Fortsetzung der dazugehörigen Serie ist derzeit geplant - genaue Ausstrahlungsdaten sind dafür allerdings noch nicht bekannt.
Der LA Times-Journalist Geoff Boucher hat sich unlängst einem der bekanntesten Krieg der Sterne-Plakatmotive überhaupt angenommen:
Mit einem eindrucksvollen kosmischen Gemälde der Familie Skywalker vor einer Felslandschaft und einer Raumschlacht im sternenübersäten Himmel über ihnen, haben die Brüder Tim und Greg Hildebrandt eines der charakteristischen Bilder der 1970er Jahre geschaffen. Als Kind hing ein Plakat mit diesem Motiv in meinem Zimmer, und für mich - wie für viele andere Kinogänger - war dieses Bild das Tor in eine neue Mythologie und unser erster Blick auf das Universum von George Lucas, lange bevor wir in der Dunkelheit des Kinosaals den Film selbst kennenlernten.
[...]
Greg Hildebrandt und sein Zwillingsbruder Tim, der 2006 seiner Diabetes-Erkrankung erlag, wurden mit ihren Bildern zu "Der Herr der Ringe" bekannt, doch keines davon erreichte die Popularität ihres Krieg der Sterne-Plakats.
"1976 haben Tim und ich den ersten 'Herr der Ringe'-Kalender zusammengestellt, und das hat uns international bekannt gemacht, aber erst durch das Krieg der Sterne-Plakat 1977 sind wir wirklich berühmt geworden.", erzählt der 71jährige. "Die Aufmerksamkeit, die uns durch dieses Bild zuteil wurde, hat nie nachgelassen."
Interessanterweise wurde das Bild, das die Hildebrandts an Lucas schickten, in einem wesentlichen Punkt verändert, bevor es an die Kinos weitergeleitet wurde, denn Lucas wollte unbedingt die Droiden C-3PO und R2-D2 auf dem Plakat sehen.

Hildebrandt berichtet: "Die erste Version ohne die Droiden entstand - und das ist kaum zu glauben - innerhalb von 36 durchgearbeiteten Stunden! George Lucas wollte dann, dass wir die Droiden hinzufügen und dass wir unsere Signaturen größer machen. Diese Änderungen haben wir dann direkt vor Ort bei der zuständigen Werbeagentur durchgeführt, und im nächsten Moment ging das Plakat auch schon auf die Reise."
Auch die offizielle Seite widmet sich dieser Tage der großen Kunst der Filmplakate und hat einen umfangreichen Artikel zu den Plakaten von Das Imperium schlägt zurück veröffentlicht. Hier der Teil zum Vom Winde verweht-Plakat:
"Vom Winde verweht" - Das "A"-Plakat
Bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt wollte Lucas ein Plakatmotiv zu Das Imperium schlägt zurück, das im Stil von Vom Winde verweht den Geist der epischen Liebesgeschichte im Film einfangen sollte. Der künstlerische Leiter Sid Ganis nahm sich diesen Auftrag zu Herzen und warb mehrere Zeichner an, die sich an der Romanze von Han und Leia versuchen sollten. Ironie der Geschichte: Ausgerechnet Tom Jung, der Zeichner, der 1967 das berühmte Bild zur Wiederaufführung des Bürgerkriegsepos kreiert hatte, bekam nicht die Gelegenheit, eine Krieg der Sterne-Variante zu schaffen. Stattdessen machte sich Roger Kastel ans Werk.
Interessant an Kastels frühen Skizzen ist, dass einige Figuren wie Chewbacca und Boba Fett durch Abwesenheit glänzen, während andere auftauchen, darunter der Kopfgeldjäger IG-88 und Lando Calrissian. Auch die Wolkenstadt war zu sehen und schaffte es sogar in die erste Farbversion, zusammen mit einer vollständigeren Wiedergabe von Prinzessin Leia. An diesem Punkt ersetzte nun auch Boba Fett IG-88 als Quoten-Kopfgeldjäger.

Das Bild entwickelte sich unterdessen weiter und umfasste schließlich mehr von Lukes Tauntaun und weniger von Leia. Zusätzlich tauchten nun X-Flügel-Jäger am Himmel auf. Zu diesem Zeitpunkt wurden Fotos des noch in Arbeit befindlichen Werkes angefertigt, die unter anderem als Titelbild der Romanadaption und des Filmmusikalbums Verwendung fanden.
Die Größe des Bildes entsprach nicht dem traditionellen Maßstab für Kinoplakate, sondern orientierte sich wahrscheinlich an den Plaketen für Krieg der Sterne, welche unterhalb des eigentlichen Bildmotivs eine große weiße Fläche aufwiesen, in welcher die Namen der Mitwirkenden verzeichnet wurden. Da jedoch diesmal entschieden wurde, dass die Zeichnung das Plakat vollständig ausfüllen sollte, wurde das Bild nach oben und unten erweitert, wodurch ein sichtbarer horizontaler Saum entstand. Besorgte Sammler glauben häufig fälschlicherweise, es dabei mit einer abfotografierten Knickfalte eines raubkopierten Plakats zu tun haben.
Für das endgültige Plakat wurde diese verlängerte Fassung wieder gekürzt, und die wärmeren Farbtöne wurden kälter. Nachdem Lando Calrissian aus dem Bild entfernt worden war, kam es zu einer Nachfrage von Billy Dee Williams' Agent, in deren Folge die Veröffentlichung des dritten Plakats - Typ "B" - vorgezogen wurde.
Den gesamten Text findet ihr auf der offiziellen Seite.
Unser kleines Special hat es bereits angedeutet, seit heute ist Das Imperium schlägt zurück tatsächlich volle 30 Jahre alt. Zur Feier des Tages widmet sich die offizielle Seite deshalb einer der legendärsten und mythenumranktesten Szenen des Films: Vaders Gespräch mit seinem Meister.
Was den Auftritt des Imperators in Empire bemerkenswert macht, sind seine Stimme und sein Aussehen, die sich in der ursprünglichen Kinofassung von Ian McDiarmids Darstellung des Palpatine in Die Rückkehr der Jedi-Ritter und den Prequels deutlich unterscheiden. Für die DVD-Veröffentlichung des Films wurde Palpatines Auftritt 2004 zwar neu gedreht - inklusive einiger Dialogänderungen -, womit die Figur nun in allen Film gleich aussieht, aber im Rahmen der Empire Chronicles fasst die offiziell Seite die ursprüngliche Szene von 1980 ins Auge, in der der Imperatorsich mit dem Gesicht einer Frau, der Stimme eines Broadway-Schauspielers und den Augen eines Schimpansen präsentierte:

"Unterstützt und gefördert von den ruchlosen, machthungrigen Figuren innerhalb der Regierung, von den einflußreichen Organen des Handels, erreichte der ehrgeizige Senator Palpatine, daß der zum Präsidenten der Republik gewählt wurde. Er versprach, die Mißvergnügten im Volk wieder zu vereinen und den schwindenden Ruhm der Republik wiederherzustellen.
Erst einmal gesichert im Amt, rief er sich zum Kaiser aus und verschloß sich vor der Bevölkerung. Bald wurde er von eben den Gehilfen und Stiefelleckern beherrscht, die er zu hohem Atm berufen. Die Rufe des Volkes nach Gerechtigkeit erreichten seine Ohren nicht mehr."
George Lucas (Ghostwriter: Alan Dean Foster): Prolog, Krieg der Sterne, Das Buch zum Film. November 1976

Während der Handlungskonferenz entschieden George Lucas und Leigh Brackett, dass der Imperator und die Macht zwei Hauptthemen des Films sein sollten. Der Imperator war im ersten Film nur kurz erwähnt worden, und in der Fortsetzung sollte er nun kokretisiert werden. Diese Idee wurde am Ende erst im dritten Film wieder aufgegriffen. Zu diesem Zeitpunkt war der Imperator allerdings ein Bürokrat mit nixonhaften Zügen und wie der Zauberer von Oz ein Manipulator hinter dem Vorhang.
Laurent Bouzereau, Star Wars: The Annotated Screenplays. 1997.

Am Anfang bekam ich viele Zeichnungen [von ihm] zu sehen, und ich sagte ihnen, wie er aus meiner Sicht sein sollte. Ich stellte ihn mir wie den Zauberer von Oz vor, dessen Aussehen sich vielleicht ständig verändern sollte, damit er immer im Ungefähren verharrt. Eine schöne Frau, die ihre Lippen bewegt, dann zu einer Stop-Motion-Figur wird und schließlich zu einem geschminkten Schauspieler. Man sollte ihn nie klar erkennen können.
Als ich den Imperator zum ersten Mal sah, war ich enttäuscht, denn er war mir zu menschlich, zu gewöhnlich. Darth Vader verneigt sich vor ihm und nennt ihn seinen Gebieter, also sollte der Typ wirklich furchteinflößend sein. Aber es ist interessant, denn er wurde von einer Schauspielerin gespielt, bekam dann eine männliche Stimme verpasst, und sie blendeten Affenaugen auf sein Gesicht.
Mark Hamill, Luke Skywalker, Starlog Magazine 40, November 1980.

Um das Hologramm des Imperators zu erzeugen, machten wir Aufnahmen einer stark geschminkten Schauspielerin und blendeten ihre Augen aus. George [Lucas] wollte, dass wir ihm etwas andere, fremdartigere Augen geben, also landeten wir schließlich bei einem Schimpansen und kopierten seine Augen auf die des Imperators. Um den Hologramm-Look zu erzeugen, filmten wir das fertige Material erneut von einem Fernsehbildschirm ab.
Ken Ralston, Effekt-Kameramann, Star Wars: The Definitive Collection, Laserdisk-Kommentar, 1993.

Ich hatte für [den Empire-Regisseur] Irvin Kershner in einem Film namens Simson ist nicht zu schlagen mitgespielt. Eines Tages rief er mich an und meinte, ich sollte zu ihm kommen, um eine kurze Rolle aufzunehmen. Ich hatte gerade nichts anderes vor, also fuhr ich ins Aufnahmestudio, wo er mir einige Ausschnitte zeigte und meinte: 'Sprich diesen Text, und zwar mit Pep.' Also ging ich meine Zeilen durch, legte den gewünschten Pep hinein, sie spielten eine Weile damit herum, und nun bekomme ich viele Fanbriefe.
Clive Revill (Originalstimme von Imperator Palpatine, Kinofassung 1980), Star Wars Insider 49, Mai/Juni 2000.
Für [die Musik in der Imperator-Szene] verwendet [Komponist John] Williams atonale Streicher- und Celesta-Klänge.
Michael Matessino, Begleittext Das Imperium schlägt zurück Special Edition Soundtrack, 1997.
Musikbeispiel (Rechtsklick, Ziel speichern unter)
Vergangene Woche geschah beinahe schon Historisches: Die allererste Drehbuchfassung von Das Imperium schlägt zurück, geschrieben von Leigh Brackett, hat ihren Weg in die unendlichen Weiten des Internets gefunden.
Die Geschichte, die in diesem Drehbuch erzählt wird, unterscheidet sich so drastisch von dem Film, den wir alle kennen, dass es uns ein ganzes Special wert war, in dem wir beide Versionen miteinander vergleichen und die Unterschiede Szene für Szene herausarbeiten.
Wer selbst eine ganz andere Inkarnation von Das Imperium schlägt zurück kennen lernen möchte, dem bieten wir das Drehbuch natürlich auch als Download an.
Taucht also ab in eine Zeitreise der anderen Art, in der ihr euch fragen könnt "Was wäre wenn...?"
StarWars.com berichtet von der Benefizvorführung von Das Imperium Schlägt Zurück, die vergangene Nacht in Hollywood stattfand.
Der geliebte zweite Film der Star Wars-Saga, Episode V: Das Imperium Schlägt Zurück, feierte am Mittwoch, dem 19. Mai sein 30-jähriges Jubiläum bei der von vielen Stars besuchten Vorführung im Arclight Cinema in Hollywood. Neben der Möglichkeit, den Film in einer einwandfreien Leinwandvorführung zu sehen, konnten auch Spenden für einen guten Zweck im Rahmen der "Empire Gives Back"-Initiative abgegeben werden.
"Ich möchte euch allen dafür danken, dass ihr hier seid", sagte Harrison Ford dem Publikum des ausverkauften Saals, die zusammen über $40,000 für das St. Jude Children's Research Hospital gespendet hatten. "Ich möchte George [Lucas] für seinen großzügigen Impuls danken. Ich bin wegen der Idee, das Jubiläum von Star Wars für mehrere wohltätige Aktionen zu nutzen, sehr stolz auf ihn und ich bin sehr froh darüber, als Unterstützung für das St. Jude hier zu sein."
Die Veranstaltung war eine der seltenen auf Star Wars bezogenen Auftritte von Ford, der von seinen Saga-Leinwand-Freunden Billy Dee Williams (Lando), Peter Mayhew (Chewbacca) und Ewan McGregor (Obi-Wan) unterstützt wurde. Von The Clone Wars waren James Arnold Taylor (Obi-Wan), Catherine Taber (Padmé), Matt Lanter (Anakin), Jaime King (Aurra Sing), Cary Silver (Produzentin) und Dave Filoni (Supervising Director) anwesend. [...]
Nach der Filmvorführung nahm Ford an einer Frage-und-Antwort-Runde teil, die auch Fragen des Publikums beinhaltete. Ford wies jede "Unterstellung" von sich, dass seine Figur die besten Zeilen in der gesamten Saga hat, sondern zeichnete Han Solo stattdessen als eine Figur, mit der man sich von Natur aus identifizieren konnte. "Ich spielte eine Rolle, die eine Balance zwischen der unerfahrenen Jugend, dem alten, weisen Krieger und der Prinzessin schuf", erklärte er. "Ich war der Meinung, dass das Glück dieser Figur war, dass er aufgrund seiner Distanz und Abwehr zum Mythologischen sehr dicht an die Empfindsamkeiten des Publikums heran kam."
- v.l.n.r: Peter Mayhew, Harrison Ford, Billy Dee Williams und Ewan McGregor
Ford erinnerte sich an verschiedene Anekdoten von den Dreharbeiten der Klassischen Trilogie. Einige Geschichten waren bereits bekannt, z.B. wie er als Schreiner in Fancis Ford Coppolas Studio gearbeitet hatte, als er darum gebeten wurde, mit den Darstellern, die für Star Wars vorsprechen, zusammen zu spielen, womit er die Rolle seines Lebens landete. Oder wie er und Regisseur Irvin Kershner zusammen gearbeitet haben, um Hans Dialog für den wichtigen Moment bevor er in Karbonit eingefroren wird, etwas aufzupeppen. Dabei improvisierte er die Antwort "Ich weiß" anstelle eines Satzes, mit dem Han Leia seine Liebe erklärte.[...]
Auch am 19. Mai feierte Peter Mayhew seinen 66. Geburtstag und Ford hielt eine Lobesrede auf den Mann hinter dem Fell seines Wookiee-Partners. "Peter war zu der Zeit der meistbeschäftigste Mann im Showgeschäft. Es war grausam in dieser Verkleidung eingeschlossen zu sein und ich hatte wirklich Mitleid mit ihm", so Ford. "Und als sie das Cockpit des Millenium Falcons bauten, konnte ich es kaum erwarten es zu betreten um zu sehen, wie mein 'Büro' so aussieht. Sie sagten, es sei noch nicht fertig und sie würden uns sobald wie möglich reinlassen. Na ja, letztlich kamen wir erst am Morgen des ersten Drehtages hinein und natürlich war es für Peter, mit seiner Größe, unmöglich in seinen Stuhl zu passen."[...]
Ein Zuschauer fragte, ob Ford während der Dreharbeiten zu Eine Neue Hoffnung einige Ratschläge von Alec Guinness erhalten hätte. "Ja, viele davon betrafen das Wohnen in London", scherzte Ford. "Er war ein sehr netter Mann. Sehr großzügig uns jungen Darstellern gegenüber, die viel weniger Erfahrung hatten als er."
Zur Vorbereitung für diese Veranstaltung sah Ford kürzlich Star Wars zum ersten Mal seit Jahren. "Ich sah mir Alec Guinness an. Damals wusste ich, dass er ein wundervoller Schauspieler war, aber ich dachte er sei ein alter Mann. Ein alter, wunderbarer Schauspieler. Und ich saß da und schaute ihm zu, begann zu rechnen und stellte fest, wie alt er damals war. Er war sechs Jahre jünger als ich es jetzt bin. Das hat mich erstmal umgehauen."
In Bezug auf Fords Star Wars-Vermächtnis, drückte er sich sehr einfach aus. "Ich denke, ich war ein sehr glücklicher Mann."
Viele weitere tolle Fotos von dieser Veranstaltung gibt es hier zu sehen.
Der 30. Geburtstag von Das Imperium schlägt zurück rückt unaufhaltsam näher, und die offizielle Seite holt mehr und mehr hinreißende Fotos aus den Archiven. Nach dem bereits seit einigen Tagen verfügbaren Bilderarchiv gibt es nun auch die Empire-Bilder, welche damals in der Maxim erschienen sind:
Aktuell (noch) exklusiv für den US-Markt gibt es ab Donnerstagabend amerikanischer Zeit auch neue Empire-Avatare für die Xbox Live. Verfügbarkeit im deutschen Sprachraum: Derzeit unklar.
Und schließlich und endlich hat sich ein Fan mit unglaublicher Liebe zum Detail die Mühe gemacht, einen Trailer für eine "Was wäre, wenn..."-Version von Empire zu erstellen, der Das Imperium schlägt zurück präsentiert, wie die 1950er es wohl hervorgebracht hätten. Prädikat: Besonders hinreißend:
Auch zu Die Rückkehr der Jedi-Ritter ist auch Schnittberichte.com jetzt ein äußerst umfassender Artikel online gegangen, welcher eine ganze Menge Informationen zur Entstehung des Films bietet:

Zum Artikel kommt Ihr per Klick auf das Bild!
Vielen Dank an Rogan für den Hinweis!
Wer sich für entsprechende Berichte zu den anderen Episoden der Klassischen Trilogie interessiert, findet bei uns im Archiv die entsprechenden Links dorthin:
The Clone Wars liegt hinter uns, und entsprechend beginnt das Wochenende öder und leerer als gewöhnlich. Ein guter Grund also, die Zeitmaschine anzuwerfen und ins Jahr 1978 zurückzufliegen, als das Magazin Movie Mirror Frühlingsgefühle herbeifabulierte:
Mark Hamill und Carrie Fisher schließen den Bund fürs Leben
Zwei unterschiedlichere Schauspielpartner kann man sich kaum vorstellen, und doch passen sie so gut zusammen!
Sie entstammt einer Familie, die fest im Showgeschäft verwurzelt ist, denn sie ist die Tochter von Debbie Reynolds und Eddie Fisher. Seit ihrer Geburt bestimmen Glamour und Stars ihr Leben.
Er kommt aus einer Marinefamilie und ist überall auf der Welt großgeworden, ein blauäugiger Junge, der sich nie hätte träumen lassen, dass er seinen Lebensunterhalt eines Tages als Schauspieler verdienen würde.
Doch in Krieg der Sterne stimmt die Chemie zwischen Mark Hamill und Carrie Fisher, die als ungleiches Paar Luke Skywalker und Prinzessin Leia Organa so perfekt zusammenpassen, dass sie in den wenigen romantischen Momenten des Films sogar den großartigen Robotern, Raumschiffen und Spezialeffekten die Schau stehlen.
Und dies ist nicht nur eine großartige Leinwandbeziehung, denn Mark und Carrie machen kein Geheimnis aus der Tatsache, dass sie einander auch außerhalb des Films schrecklich gernhaben... Jeden Tag könnten sie der Welt jetzt bekanntgeben, dass sie den Bund fürs Leben schließen werden!
"Carrie ist die beste Schauspielerin, die ich je gesehen habe.", schwärmt Mark von ihren Qualitäten in der Rolle der stolzen Prinzessin und kann nicht verhindern, dass seine Zuneigung zu ihr im wahren Leben dabei durchscheint. "Die Rolle der Prinzessin ist unglaublich. Sie ist klug und gewitzt. Mit ihrem Sinn für Humor hält sie die Jungs an der kurzen Leine und greift, wenn es ernst wird, auch selbst zur Waffe. Ich bin schon sehr darauf gespannt, wer in der Fortsetzung das Mädchen abkriegt!"
In den Fortsetzungen, denn Krieg der Sterne ist ein so unglaublicher Kassenerfolg, dass es gleich zwei davon geben wird. Und auch wenn deren Handlung noch nicht feststeht, wäre wohl niemand überrascht, wenn Luke und die Prinzessin am Ende heiraten.
"Wenn der letzte Film '83 in die Kinos kommt, hat Luke Skywalker mit Sicherheit schon Krähenfüße.", witzelt Mark. "Ich humple dann durch die Gegend, mein Landgleiter bekommt Stützräder..."
Ganz offensichtlich brummt Mark noch immer der Kopf vom Erfolg des ersten Krieg der Sterne, um zuviel Zeit mit Gedanken an die nächsten zwei Teile der Trilogie zu verschwenden. Der Film hat ihm im Alter von gerade einmal 24 Jahren eine vielversprechende Karriere eröffnet und die Welt genauso durchgeschüttelt wie sein eigenes Leben.
"Wie der Film mein Leben verändert hat?", fragt er mit jungenhaftem Grinsen. "Ich bestellte mir 43 Dollar teure Flaschen einer Champagnermarke, deren Namen ich noch nicht einmal aussprechen kann!"
Aber auch auf andere Art hat Krieg der Sterne Marks Leben verändert, auf wichtigere Art. Der Film hat ihm die Möglichkeit eröffnet, enge Beziehungen zu Menschen zu knüpfen, die er normalerweise nie getroffen hätte, Menschen, die er sowohl als Menschen, als auch in ihrem Beruf respektiert: Harrison Ford, der im Film Han Solo spielt ("Harrison ist perfekt!", meint Mark. "Harrison ist von allen menschlichen Darstellern derjenige, der den Spezialeffekten am ehesten die Schau stiehlt!"), George Lucas, der Regisseur des Films ("Er kommt dem, was er will, so nahe!")... Und Carrie Fisher?
Das Leuchten in Marks Augen, wenn ihr Name fällt, reicht aus, um einen davon zu überzeugen, dass Mark mit niemand anderem lieber in einer tunesischen Wüste stranden würde (also genau dort, wo der Großteil von Krieg der Sterne gedreht worden ist).
Der Weg, der Mark und Carrie zusammengeführt hat, war zwar nur kurz, aber manchmal sehr schwer. Marks Traum Schauspieler zu werden entstandt, als sein Vater, ein Marineoffizier, ihn in New York in mehrere Broadway-Shows mitnahm. "Damals wurde mir erstmals klar, dass Schauspielen tatsächlich ein Beruf ist, für den man bezahlt wird.", erzählt Mark.
Nachdem sein Vater nach Japan abkommandiert worden war, ging Mark in Yokohama zur Schule. Später kehrte er nach Los Angeles zurück und schrieb sich am College für Angewandte Theaterwissenschaft ein. Erste Rollen folgten bald: Ein Gastauftritt in der Bill-Cosby-Show, eine Rolle in der kurzlebigen Sitcom The Texas Wheelers, neun Monate in der Seifenoper General Hospital und ein Auftritt als Linda Blairs Freund im Fernsehfilm Sarah T. - Portrait of a Teenage Alcoholic.
Wirkliche Anerkennung gibt es, wie nicht anders zu erwarten, erst seit Krieg der Sterne - doch das Warten hat sich gelohnt. "Ich wache morgen auf", erzählt Mark, "und mich beobachten Leute durch das Schlafzimmerfenster. Wenn ich tagsüber aus dem Haus gehe, löse ich einen Menschenauflauf aus." Das ist zwar unangenehm, aber auch ein Zeichen dafür, dass Mark es geschafft hat, und das weiß er auch.
Carries Geschichte ist verglichen mit Marks kein Märchen über erfüllte Teenagerträume, aber das macht sie nicht weniger inspirierend. Mit 17 spielte sie in ihrem ersten Film mit, Shampoo, wo sie als Lee Grants tennisspielende Tochter zu sehen war, die alles andere als auf den Mund gefallen war. Ein vielversprechender Anfang, der sofort klarmachte, dass man sie im Auge behalten sollte, doch keine Rolle, mit der sie augenblicklich zum Superstar geworden wäre. Bei Carrie - Des Satans jüngste Tochter war sie nah dran, die Hauptrolle zu ergattern, doch am Ende reichte es nicht ganz, und die Rolle ging an Sissy Spacek.
Und dann kam Krieg der Sterne. Ihre gewinnende Darstellung der unabhängigen und rebellischen Prinzessin widersprach allen Stereotypen. Sie war alles, aber keine typische Jungfrau in Nöten und spielte sich dadurch in die Herzen fast aller Zuschauer, vor allem der Feministinnen. Mit ihr wurde auch der Film zum Publikumsliebling und schrieb Kinogeschichte.
"Über einen Fehlschlag kann ich gar nicht nachdenken.", meinte Carrie vor mehreren Monaten, als langsam klar wurde, dass Krieg der Sterne, der nur 9,6 Millionen US-Dollar gekostet hat, sowohl bei den Kritikern, als auch an der Kinokasse einer der größten Filmerfolge aller Zeiten werden würde. "Aber auch über einen Erfolg kann ich nicht nachdenken.", fügte sie hinzu. "Würde ich es tun, würde ich vermutlich wahnsinnig werden, denn eine Karriere, die mit einer Hauptrolle im erfolgreichsten Film aller Zeiten beginnt, kann eigentlich nur bergab gehen."
Eine rhetorische Übertreibung, keine Frage, doch ihre Argumentation ist nachvollziehbar. Krieg der Sterne stellt für jeden, der daran beteiligt war, einen Höhepunkt dar. Alles begann mit einer Idee von Regisseur George Lucas. "Der Hauptgrund, wieso ich Krieg der Sterne machen wollte", so Lucas, "war, dass ich den jungen Leuten die einfache und grundsolide Phantasiewelt eröffnen wollte wie meine Generation sie hatte. Wir hatten Western, Piratenfilme und alle möglichen tollen Sachen. Jetzt gibt es nur noch den Sechs-Millionen-Dollar-Mann und Kojak. Wo sind die Romantik und der Abenteuergeist und der Spaß geblieben, die es früher in fast jedem Film zu sehen gab?"
Die Antwort auf diese Frage ist einfach: All das steckt in Krieg der Sterne. Der Abenteuergeist lebt in den intergalaktischen Kämpfen, die einem buchstäblich den Atem rauben. Die Romantik bietet die Prinzessin, die zwischen ihrer Zuneigung zu Han Solo und Luke hin- und hergerissen ist und schließlich buchstäblich in Lukes Armen landet, der sofort ihr großer Held wird.
Was diese beiden jungen Stars in ihren Krieg der Sterne-Szenen an Romantik auf die Leinwand gebracht haben, prädestiniert sie für eine steile Karriere. Mark wird Stingray drehen (ein Film von den Autoren von Sugarland Express) und ist deswegen schon sehr nervös [der Film erschien später unter dem Titel Corvette Summer - Zwei heiße Typen auf dem Highway, Anm. d. Übers.]. "Wenn ich es nicht schaffe, einen wirklich interessanten Charakterfilm wie diesen zu meistern, kann ich mir meine Karriere abschminken. Jetzt zeigt sich, was ich ohne Spezialeffekte draufhabe."
Und dann stehen natürlich noch die Krieg der Sterne-Fortsetzungen an. In ihnen schließen Mark und Carrie wieder einen beruflichen Bund fürs Leben, denn im Showgeschäft kommt eine mehrmonatige Zusammenarbeit einer Ehe schon sehr nahe. Nicht unwahrscheinlich ist deshalb, dass es auch im Privatleben zwischen ihnen funken könnte. Beide sind jung. Beide haben großes Talent. Beide sind Single. Beide sind beruflich erfolgreich genug, um sich etwas Zeit für ihre privaten Bedürfnisse zu nehmen. Sie könnten sich ineinander verlieben. Und der Welt eine große Freude machen, wenn sie nicht nur auf der Leinwand den Bund fürs Leben eingehen.
Wem das zu märchenhaft klingt, der mag Recht behalten. Doch zu Mark war das Leben im Showgeschäft nicht immer gut, denn sehr rasch musste er feststellen, dass er auch mit großem Erfolg nicht jeden für sich einnehmen kann.
"Es war ein ganz, ganz unheimliches Gefühl.", meinte er, als er hörte, dass ein "Freund" sich negativ über ihn geäußert hatte. "Es ist nicht mehr wie in er Highschool. In diesem Geschäft halten viele Freundschaften nicht lange."
Glücklicherweise hat Mark bereits so früh in seine Karriere gelernt, dass es im Showgeschäft verschiedene Phasen gibt und verschiedene Typen von Menschen, gute Leute und solche, die einem schaden können.
Wie perfekt trifft es sich da, dass er Carrie Fisher gefunden hat. Charakterlich mögen sie sehr unterschiedlich sein, aber der Erfolg von Krieg der Sterne beweist, dass sie einander perfekt ergänzen. Und außerdem haben sie die wichtigsten Dinge schon gemein: Talent, Intelligenz, Jugendlichkeit und menschliche Reife. Und eines Tages vielleicht sogar Liebe.
Möge die Macht mit ihnen sein.
Und damit einen schönen Frühlingssamstag allerseits! :-)
Der Schock des SWU-Jubiläums wirkt nach und hat sämtliche anderen Krieg der Sterne-Nachrichten aus dem Netz gewirbelt. Das, oder es ist einfach Sonntag. ;-) In jedem Fall gibt es nichts Aktuelles zu berichten, weshalb eine weitere Zeitreise ruft. Da der "Empire"-Jubiläumsmonat Mai begonnen hat, geht es einmal mehr ins Jahr 1980, als Gary Arnold für die Washington Post eine begeisterte, hingerissene und absolut überwältigte Vorschau auf Das Imperium schlägt zurück schrieb:
Darth Vaders Überraschungsangriff
"Das Imperium schlägt zurück" ist ein strahlend schöner Film mit einer kühnen, einzigartigen Vision der Zukunft
von Gary Arnold
18. Mai 1980
Am Mittwoch den 25. Mai 1977 kam Krieg der Sterne ohne viel Aufsehen in die Kinos, ein mitreißender Science-Fiction-Abenteuer-Fantasy-Mantel-und-Degen-Film von George Lucas (damals Anfang 30), der schnell zum beliebtesten Film unserer Zeit wurde und in wenigen Wochen alle Kassenrekorde von Der Weiße Hai in den Schatten stellte. Die 9 Millionen Dollar, die 20th Century Fox auf ein ungewöhnliches und über weite Strecken unterschätztes Projekt gewettet hat, haben bislang über 400 Millionen Dollar an Einnahmen abgeworfen.
Die unausweichliche Fortsetzung, Das Imperium schlägt zurück, kann sich deshalb nicht auf die gleiche Weise in die Kinos schleichen. Und sie muss es auch nicht, denn der Film erweist sich als phantastischer zweiter Teil, als spannungsgeladenes Science-Fiction-Verfolgungs-Melodram mit spektakulären Bildwelten, das auf den ersten Blick mit zwei Stunden aufwendigen Abenteuerkinos auftrumpft, um auf den zweiten auch emotional zu überzeugen.
Wenn Das Imperium schlägt zurück am Mittwoch in 70mm und mit Dolby-Stereo-Ton in etwa 125 Kinos in den Vereinigten Staaten und Großbritannien anläuft, wird der Film bereits von einer großen und gespannten Zuschauermenge und einer fast ebensogroßen Menge von Filmkritikern erwartet, die nichts sehnlicher sehen würden, als einen totalen Flop.
Dabei ist "Empire" eine fesselnde, clevere und einfallsreiche Fortsetzung von Krieg der Sterne, die aber auch ernstere Töne anschlägt und eine erstaunliche Wende bereithält, die beim Publikum noch lange zu Diskussionen führen wird und den Weg für weitere Fortsetzungen offen hält. Der Film bietet viele Überraschungen, darunter einige unliebsame, sofern man lediglich auf eine aufgehübschte Variante des Originalfilms gehofft hat, Überraschungen aber, die auf alle diejenigen absolut elektrisierend wirken werden, die einen echten Neuanfang erleben wollen.
Der erste Hinweis auf diese unerwarteten Entwicklungen kommt gleich zu Beginn des Films, wenn als Auftakt jenes Schriftzugs, der von unten langsam nach oben über die Leinwand zieht, die Worte "Episode V" auftauchen. Ergibt ein Krieg der Sterne plus ein Das Imperium schlägt zurück tatsächlich fünf? Der Film beginnt unverändert mit dem Logo der 20th-Century-Fox, das wie immer von Alex Norths bekannter Fanfare begleitet wird. Ebenso unverändert ist der Titel Krieg der Sterne, der begleitet von John Williams ebenso bekannter, aber sehr viel bewegenderer Fanfare auf der Leinwand auftaucht und dann im bekannten Sternenhintergrund verschwindet. Dann plötzlich der Schock von "Episode V". Nach dieser faszinierenden Enthüllung folgen schließlich der neue Filmtitel und ein Prolog, der Erinnerungen auffrischt und die Bühne freimacht für den eigentlichen Film und der mit einem besonders unheilschwangeren Satz beginnt: "Es ist eine dunkle Zeit für die Rebellion."
Dies ist in der Tat nicht zu leugnen, doch die überraschend beunruhigende Atmosphäre von "Empire" hat Lucas' futuristische Fabel nur noch intensiviert und verbessert. Diese unheimliche Fortsetzung, die bewusst ohne Ende auskommt und im bloßen Übergang verharrt, wirft auf ihrem Höhepunkt eine psychologische Bombe unters Publikum, welche die Geschichte auf tiefgreifende, finstere und unerwartete Weise neu ausrichtet und schreckliche Schlüsse sowohl für den ersten Film, als auch die kommenden Fortsetzungen andeutet. Diese Wende erweist sich als quälend-verführerischer Schock, denn plötzlich verfügt Lucas' wunderbare Kinotraumwelt über dunklere Unterströmungen und einen weiter ausschweifenden Gesamtaufbau, als dies je zu erwarten gewesen wäre.
"Empire" wird damit zu einem noch beeindruckenderen und erschütternderen Ritt auf dem fliegenden Teppich als sein bereits überaus hinreißender Vorgänger und zieht seinem Publikum schließlich den Teppich unter den Füßen weg, während der Film - nun ungehindert - allein weiter in den Himmel steigt.
Dieses neue Gefühl totaler Hochstimmung wird dabei durch die vielen neuen Vorahnungen und Spekulationen nur noch gesteigert, die frühestens in zwei Jahren aufgelöst werden können. In viktorianischer Zeit pflegten Romanautoren ihre Leser etwa einen Monat lang auf die Veröffentlichung eines neuen Kapitels ihres Fortsetzungsromans warten zu lassen, während die alten Kinoserien der 1930er Jahre ihre Zuschauer nur noch eine Woche warten ließen. Fans von Krieg der Sterne hingegen steht nun ein Langzeitexperiment bevor. Sie werden mehrere Jahre auf die Auflösung der Geschichte warten müssen, und ihre Reaktionen auf diesen Test könnten in die Analen der Populärkultur eingehen.
Denn genau wie Krieg der Sterne und Das Imperium schlägt zurück mitten in der Handlung einsetzen und aus dem Nichts mit Militäroperationen eines Bürgerkriegs in einer weit entfernten, exotischen und technisch weit fortgeschrittenen interplanetaren Gesellschaft anfangen, hat auch Lucas unlängst bekanntgegeben, dass er ebenfalls mit dem Mittelteil seiner grandiosen epischen Erzählung begonnen hat. Seine zwei bisherigen sensationsreichen Massenspektakel bilden nämlich in Wahrheit nur die Kapitel 1 und 2 einer Trilogie, die 1982 oder 1983 mit einem dritten Kapitel unter dem Titel "Die Rache der Jedi-Ritter" abgeschlossen werden soll. Wenn Krieg der Sterne nächstes Jahr neu ins Kino kommt, soll der Anfangstext den Untertitel "Episode IV: Neue Hoffnung" enthalten, eine Anpassung, die im veröffentlichen Drehbuch bereits enthalten ist, welches im vergangenen Winter in einem aufwendig gestalteten Buch namens "The Art of Star Wars" erschienen ist.
Zusätzlich dazu soll diese Trilogie lediglich den mittleren Teil einer neunteiligen Heldensaga bilden, welche die Kämpfe dreier Generationen zwischen den Anhängern der verblichenen alten Republik und dem totalitären neuen Imperium in jener weit, weit entfernten Galaxis zeigen soll. Lucas, der nicht länger als Regisseur tätig ist, sondern nun als Produktionsleiter, Gebieter über die Handlung und führender Kopf des phantastischen, weitverzweigten Traumkomplexes mitmischt, den er vor drei Jahren auf recht unschuldige Weise auf die Kinoleinwand gebannt hat, erklärt dies so: "Die Entscheidung, Krieg der Sterne zuerst zu verfilmen, war die Entscheidung für das Kapitel, mit dem ich mich am sichersten gefühlt habe. Im Grunde sind es neun Filme. Die erste Trilogie erzählt vom jungen Ben Kenobi und der Jugend von Luke Skywalkers Vater zu der Zeit, als Luke noch ein kleiner Junge war... Das ganze Abenteuer in allen drei Trilogien erstreckt sich über etwa 40 Jahre."
Die letzte Trilogie wird sich vermutlich Lukes Nachfolger oder Nachfolgern widmen. Einer der genialen Aspekte an diesem großen Plan ist, dass er nicht davon abhängt, ob ein Hauptdarsteller die Rolle weiterspielt, die ihn einst großgemacht hat. Bei Sean Connery und James Bond war dies schließlich zum Problem geworden. Stattdessen wird jede Trilogie auf einer neuen Darstellerriege aufbauen. Einzig die unschätzbaren Droiden C-3PO und R2-D2 werden in allen neun Filmen zu sehen sein. "Ich habe Rohhandlungen für alle neun Filme.", sagt Lucas, der inzwischen 36 Jahre alt ist. "Zusätzlich habe ich umfangreiche Aufzeichnungen, Biographien und Zusatzmaterial, das ich aus verschiedenen Gründen entwickelt habe. Manches davon wird Verwendung finden, anderes wiederum nicht. Es ist eine große Geschichte. Luke spielt lediglich eine Nebenrolle in einem Abenteuer, das bereits lange vor seiner Geburt begonnen hat."
Der einfachste Weg, sich eine mögliche Enttäuschung zu ersparen, ist, den zweiten Film nicht mit den falschen Erwartungen im Hinterkopf zu sehen, die der erste geweckt haben mag. Einfach gesagt: Das Imperium schlägt zurück hat kein glückliches Ende, und angesichts der Funktion, die es in der melodramatischen Gesamtgeschichte spielt, war ein solches Ende auch nie geplant.
Anders als das zweite James-Bond-Abenteuer Liebesgrüße aus Moskau, will Das Imperium schlägt zurück mehr erreichen, als nur die stilistischen Eigenheiten des ersten Teils zu verfeinern. Der Film will ganz offensichtlich eine selbsttragende, epische Erzählung möglich machen, indem er den Fokus verändert und die Figuren und ihre Motive komplexer gestaltet.
Um jedoch die Filmreihe als Ganzes in dramatischer Hinsicht zu entwickeln, muss der Film Risiken eingehen, und aus meiner Sicht tut er dies in äußerst gelungener Art und Weise. Lucas wird zwar alle Hände voll zu tun haben, all die Probleme, denen sich die Helden am Ende des Films gegenübersehen, auf clevere Weise aufzulösen, doch aus künstlerischer Sicht hätte es einen massiven Rückschlag bedeutet, wenn der Film wieder nur die simple Moral von Krieg der Sterne zu bieten hätte, auf die sich die Zuschauer ohnehin jederzeit zurückziehen können.
Stattdessen führt "Empire" einen komplexeren, schmerzhafteren, aber auch bewegenderen Grundrahmen ein. Es ist unmöglich, die verschiedenen Ausstiegsstrategien zu übersehen, die Lucas im Film andeutet, doch sicher ist, dass die Filmreihe als Ganzes langfristig stärker wirken wird, wenn er die Tragweite jenes schockierenden Höhepunkts, der "Empire" zu seiner besonderen emotionalen Wirkung verhilft, nicht einfach übergeht. Genau wie der Bauernjunge, den er zum Helden seines Mythos gemacht hat, hat auch Lucas selbst einen großen Schritt in eine größere Welt getan, und es wäre eine Schande, wenn dieser Schwung nun verloren ginge.
Am Ende von Krieg der Sterne zeichnet Prinzessin Leia (Carrie Fisher) die fröhlichen Sternenkrieger Luke Skywalker (Mark Hamill) und Han Solo (Harrison Ford) freudestrahlend dafür aus, die Rebellion durch die Zerstörung des Todessterns, eines riesigen und scheinbar unbesiegbaren imperialen Schlachtschiffs, gerettet zu haben. Die actionreiche Handlung von "Empire" setzt nun auf einem arktischen Planeten namens Hoth ein, auf dem die Rebellen eine verborgene Festung errichtet haben.
Ein imperialer Suchroboter meldet die Anwesenheit verdächtiger Lebensformen, und schon bald stürzt sich eine Flotte auf Hoth, die dem Befehl von Darth Vader untersteht, dem maskierten, abtrünnigen Jedi-Ritter, der "von der Dunklen Seite der Macht verführt" worden ist, weshalb er seine Stärke und Fähigkeiten nun in den Dienst des Bösen und der Tyrannei stellt. Trotz einer mutig geführten Abwehrschlacht, in der sich insbesondere Luke im Kampf gegen imperiale Kampfläufer aufzeichnet (riesige gepanzerte Angriffsfahrzeuge, die an mechanische Versionen prähistorischer Ungeheuer erinnern), wird der Rebellenaußenposten überrannt.
Der Gang der Dinge zwingt unsere Helden, verschiedene Fluchtrouten einzuschlagen. Luke gehorcht dem geisterhaften Befehl seines toten Jedi-Mentors Ben Kenobi (Alec Guinness, der aus seiner Geisterwelt gelassen und gut in Form herüberschaut) und fliegt, in Begleitung von R2-D2, zu einem unangenehm feuchten Dschungelplaneten namens Dagobath [sic!], um seine Ausbildung in den Wegen der Macht zu verfeinern. Dort wird er von einer äußerst charmanten neuen Figur namens Yoda unterwiesen, einem winzigkleinen Zwerg mit langen, geringelten Ohren und äußerst faltigem Gesicht.
Frank Oz steckt hinter den mahnenden und leicht verdrehten Platitüden des ehrenwerten Yoda ("In ständiger Bewegung ist die Zukunft") und gibt ihm eine Stimme, die an seinen Gonzo aus der Muppetshow erinnert. Die Figur selbst ist allerdings ein Wunderwerk der Ausdrucksfähigkeit, offensichtlich eine Puppe, aber mit einem Gesicht, das von seinem Schöpfer Stuart Freeborn, der bereits Chewbacca den Wookie [sic!] und die Cantina-Ungeheuer in Krieg der Sterne angefertigt hat, aus einem erstaunlich anpassungsfähigen Lehm oder Kunststoff gearbeitet worden ist. Yodas Gesicht ist so lebendig, dass man schwören könnte, ein Schauspieler wäre auf wundersame Weise oder mit Hilfe eines Spezialeffekts in den winzigen Leib geschlüpft. Stattdessen wird diese Illusion offenbar mechanisch durch den Einsatz von Hebeln, Funksignalen und traditionelle Handpuppenspielerkunst erzeugt.
Das Ergebnis ist bezaubernd und ein beeindruckendes Beispiel für die fortgesetzte technische Genialität und Spitzenleistungen des Lucas-Produktionsteams. Mit Yoda haben sie eine Technologie entwickelt, mit der "Der Herr der Ringe" verfilmt werden könnte. Sobald Yoda auf der großen Leinwand erscheint, wird klar, dass Tolkiens phantastische Wesen auf genau diese Weise auf die Leinwand hätten gebracht werden sollen.
Während Luke bei Yoda beschäftigt ist, müssen die anderen Hauptfiguren - Han, Leia, Chewbacca und C-3PO - in Hans Raumschiff, dem Rasenden Falken, um ihr Leben fliegen, während die Imperiale Flotte ihre bereits schwer angeschlagenen Heckschilde ins Kreuzfeuer nimmt. Auch und gerade in der Art und Weise, wie Szenen und Witzeleien aus Krieg der Sterne in Das Imperium schlägt zurück verbessert oder glatt auf den Kopf gestellt werden, zeigt sich die anhaltende Leidenschaft und der stete Humor von Lucas und seinen Mitarbeitern.
So wird aus der alten Trumpfkarte des Falken, dem Sprung durch die Lichtmauer, in der Fortsetzung ein Running Gag. Ständig will Han den Sprung durchführen, doch aus irgendwelchen Gründen spielt sein Schiff einfach nicht mit und zwingt ihn stattdessen zu kühnen Kunstfliegernummern, so den wahnwitzigen Hochgeschwindigkeitsflug durch einen Asteroidengürtel, in eine Weltraumhöhle (die sich noch dazu als Todesfalle erweist) oder über die Oberfläche eines riesigen imperialen Kreuzers.
Auf gleiche Weise wird auch C-3PO, der in Krieg der Sterne bei seinem Zusammentreffen mit barbarischen Nomaden einen Arm verloren hat, in "Empire" komplett auseinandergenommen. Chewbacca kann seine Einschmelzung gerade noch verhindern, findet - angesichts der Notwendigkeit, schnell die Flucht zu ergreifen - aber nie Zeit, den Droiden wieder richtig zusammenzubauen.
Schließlich steuert Han den Falken zu einer Minenkolonie in den Wolken des Planeten Bespin. Der Chefverwalter dieser Anlage ist ein alter Spießgeselle und Rivale von Han, Lando Calrissian, ein Schurke mit Söldnermentalität, der sich am Ende jedoch durch sein heldenmütiges Verhalten von seinen Sünden reinwäscht. Billy Dee Williams macht Lando schon bei seinem ersten Auftritt zu einer mondänen Respektsperson, doch auch er kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass seine Figur wohl erst im nächsten Film zur Hauptfigur werden wird. Zwar spielt er am Ende des Films bereits eine größere Rolle und macht einige wichtige Züge, aber sein entscheidender Schachzug steht am Ende des Films noch aus.
Auf Bespin holt Vader die Flüchtigen schließlich ein. Luke spürt die Notlage seiner Gefährten, unterbricht seine Ausbildung und eilt ihnen zu Hilfe, auch wenn das seinen Mentoren Kenobi und Yoda gar nicht gefällt, die es vorzögen, er würde zunächst lernen, die Macht zu meistern. An dieser Stelle werden weitere Überraschungen für Episode VI angedeutet, wenn Kenobi beklagt, "Dieser Junge ist unsere letzte Hoffnung", worauf Yoda mit leuchtenden Augen antwortet, "Nein, es gibt noch eine andere.".
Und die Helden werden jede Hilfe brauchen, die sie bekommen können, denn am Ende von "Empire" scheint Vader die Oberhand zu gewinnen und wirkt als Schurke stärker und heimtückischer denn je zuvor. Nachdem ein Held den Feinden in die Hände gefallen und ein weiterer ernsthaft verwundet worden ist, sieht es für die Sache der Rebellen denkbar schlecht aus.
Natürlich ist die entscheidende Frage für den kommerziellen Erfolg von "Empire", ob den Zuschauern das Ende ohne Auflösung gefallen wird, doch ich bin mir sicher, dass eine überwältigende Mehrheit mit Begeisterung mitspielen wird, auch wenn wohl keine zweite Gruppe von Filmemachern in der Lage wäre, ein Massenpublikum über bis zu drei Jahre im Ungewissen zu halten.
Das letzte Kapitel braucht deshalb entweder gute, gehaltvolle Dialoge oder wahrhaft überragende sprachlose Schauspielkunst, um unaufgelöste Fragen wie Leias Zuneigung zu Han und Luke und das Ringen um Lukes Seele zwischen Ben Kenobi und Darth Vader aufzulösen. Ein klärendes Gespräch zwischen den Figuren scheint überfällig und ist auch durch die beeindruckendsten Kampfszenen und Spezialeffekte nicht wirklich zu ersetzen.
Denn trotz allen Geredes über die verbesserte Figurenentwicklung in "Empire", tendiert der Film eher dazu, bestehende Charaktere zu verfeinern, als sie systematisch und en détail weiterzuentwickeln. "Empire" enhält auf diese Weise zwar viele spannende Sequenzen, doch längere intimere Momente sucht man vergebens. Das Liebesgeplänkel zwischen Han und Leia entwickelt sich beispielsweise in kleinen, fast schon gestohlenen Augenblicken, die jedoch zu flüchtig sind, um die Beziehung über das anfängliche Prickeln von Krieg der Sterne hinaus zu vertiefen.
Und doch gibt es indirekt eine Veränderung, eine neue Atmosphäre anstelle neuer Tiefen der Persönlichkeitsentwicklung. "Empire" ist ein schneller Film, temparamentvoll und auf den ersten Blick sogar lustig, doch insgesamt zeugt er von mehr Ernsthaftigkeit als Krieg der Sterne. Die Schauspieler verkörpern diesen subtilen Wandel, indem sie schlicht und ergreifend ihr höheres Alter unterstreichen und sich erwachsener verhalten. Am deutlichsten wird dies bei Hamill, und dies nicht ohne Grund, denn Luke muss seine überschäumende Persönlichkeit bis zum Ende dieses Abenteuers hinter sich gelassen haben. Hamill hat sich durch Gewichteheben für die Rolle in Form gebracht und sieht nicht zuletzt auch wegen des plastischen Eingriffs, dem er sich nach einem beinahe tödlichen Autoanfall 1976 unterziehen musste, härter und couragierter aus. Allen drei Hauptdarstellern ist gemein, dass sie aussehen, als hätten die Härten eines Lebens auf der Flucht und im Schützengraben sie vorzeitig altern lassen.
Lucas' Entscheidung, Irvin Kershner zum Regisseur von Das Imperium schlägt zurück zu machen, kam als freudige Überraschung. Kershner ist der talentierteste, einfühlsamste und unterschätzteste Regisseur Hollywoods der letzten zwei Jahrzehnte und rechtfertigt Lucas' Vertrauen vollauf, indem er die Balance zwischen atemloser, intensiver Action und sorgfältiger Erzählkunst wahrt.
"Empire" ist ein rasantes, stark verdichtetes, zweistündiges Katz-und-Mausspiel und schwelgt in der Vertrautheit seiner Welt. Der Fortsetzung von Krieg der Sterne bleibt die undankbare Aufgabe des ersten Teils erspart, als Prototyp für eine ganze Reihe zunächst ihr Universum vorstellenzu müssen und kann damit noch tollkühner agieren und mit seinem höheren Bekanntheitsgrad und den gestiegenen Kenntnissen seines Publikums kokettieren.
Halb im Scherz meinte Kershner, dass "Empire" das durchschnittliche geistige Alter der Krieg der Sterne-Fans von etwa 14 auf 18 Jahre erhöhen werde. Eine ähnliche Steigerung dürfte sich am unteren Ende des Altersspektrums besonders empfehlen. "Empire" führt die Filmreihe in die Nähe von "Alien" und löst weit mehr psychologische Ängste aus als Krieg der Sterne, weshalb Eltern die Auswirkungen des Films auf ihre Kleinsten im Blick haben sollten. Andererseits könnten ältere Kinder (ab etwa 6 bis 7 Jahren) die neue und beunruhigende Ambivalenz sogar genießen und die mögliche weitreichendere Bedeutung der zentralen Enthüllung weit weniger erschreckend finden als ihre Eltern. In jedem Fall ist "Empire" auch hinsichtlich der Altersfreigabe komplexer als sein Vorgänger.
Für die Welt als Ganzes sah Krieg der Sterne recht hübsch aus, doch Lucas hat schon vor Jahren seine Unzufriedenheit mit vielen Aspekten der Dreharbeiten und der Spezialeffektqualität bekundet. Aus seiner Sicht fehlte es dort so sehr an Zeit und Geld, dass die Qualität, die ihm vorgeschwebt hatte, nie erreicht worden ist. Nachdem er seine eigene Effektfirma Industrial Light & Magic inzwischen grundüberholt und "Empire" durch seine eigene Produktionsfirma finanziert hat, scheint Lucas mit dem Aussehen seines zweiten Teils zufrieden zu sein. Und wahrhaftig sieht "Empire" schöner und perfekter aus als Krieg der Sterne.
Kameramann Peter Suschitzky, der bereits seit mehreren Jahren Ken Russells schreckliche Vorstellungen genial ausleuchtet, scheint den Film visuell förmlich aufgeladen zu haben. Seine Beleuchtungsschemata sind kühner, die Farben kräftiger. Besonders deutlich kommt diese Verbesserung im Lichtschwertduell zwischen Luke und Darth Vader auf dem Höhepunkt des Films zum Tragen, dessen kaum fassbaren möglichen Folgen für die Geschichte von der albtraumhaften Lebendigkeit des Schauplatzes noch unterstrichen werden, einer dunklen Kammer mit hellen Lichtpanelen in den Primärfarben.
Krieg der Sterne-Veteranen wie Komponist John Williams, Schnittechniker Paul Hirsch, Szenenbildner Norman Reynolds, Maskenbildner Stuart Freeborn, Toningenieur Ben Burtt, Konzeptentwickler Ralph McQuarrie und die visuellen Effektemacher und Künstler unter der Ägide von Brian Johnson und Richard Edlund haben ihre bisherigen Beiträge zum Krieg der Sterne-Mysterium verfeinert oder glatt übertroffen. Drei Jahre Erfahrung und Experimentierfreude haben die Spezialeffektfachleute in atemberaubende Genies verwandelt. Die Raumschiffminiaturen sind nun im Stande, unglaubliche Kunststücke mit spielerischem Selbstvertrauen darzubieten. Die beste Beispielsequenz hierfür ist die Jagd des Rasenden Falken durch den Asteroidengürtel, doch fast noch beeindruckender ist eine Einzeleinstellung, in der das Schiff unter einer Wolkenbank entlangfliegt, einen Salto fliegt, im Flug dreht und wieder zurückkommt.
"Empire" fehlt die abgeschlossene Handlung und der linkische, nostalgische Charme seines Vorgängers, der eine bunte Mischung aus vielen Abenteuerfilmtraditionen und -Klischees in sich vereinte. Die Fortsetzung bietet, eingepackt in eine Hülle aus spektakulärer Unterhaltung, verborgene dramatische Motive und formt dadurch Erzählmuster, die so mitreißend sind, dass es töricht erscheint, "Empire" nur deshalb nicht zu mögen, weil der Film nicht Krieg der Sterne ist, sollte die Fortsetzung doch bewusst als Mittelstück funktionieren, das nie auch nur das Ziel hatte, das einführende Kapitel zu duplizieren oder es zu erweitern.
Der Erfolg von Das Imperium schlägt zurück sollte es Lucas und seinen Mitarbeitern ermöglichen, ihre sagenhafte neue Superserie über lange Zeit am Leben zu erhalten und dadurch am Ende vielleicht sogar die Bond-Filme in Bezug auf ihre dramatische Reichweite, kulturelle Bedeutung und künstlerische Anziehungskraft in den Schatten zu stellen, welche inzwischen seit beinahe 20 Jahren äußerst erfolgreich sind. Sollte es Lucas allerdings nicht gelingen, seine großen Pläne umzusetzen oder sie im angestrebten Maße zu verwirklichen, wäre dies ein ernster Schlag für die einzelnen Filme.
Man stelle sich nur vor, wie es einst sein wird, wenn man die Krieg der Sterne-Saga in ihrer ganzen epischen Länge erleben und über dieses mythologische Märchen in seiner ganzen Breite nachdenken kann! Dies ist ein Phänomen der Populärkultur, das man nicht verpassen sollte! Wenn jede neue Folge den gleichen Elan und die gleiche Kunstfertigkeit zu bieten hat, die im überragenden Stil des nahtlos erarbeiteten Gemeinschaftswerks Das Imperium schlägt zurück sichtbar geworden sind, wird Lucas' phantastisches Meisterwerk in seiner Gänze mindestens noch einmal so unterhaltsam sein wie seine Versatzstücke.
Lucas gibt auf mehr als nur eine Weise in ermutigender Art den Takt vor. Seine Krieg der Sterne-Fabel scheint weiter zu wachsen, und die innovative, traumrealisierende Technik, die bereits im ersten Film zu sehen war, ist noch einmal besser geworden. Lucas scheint auf informierte und abenteuerliche Weise das Steuer seiner trashinspirierten Phantasiewelt in der Hand zu halten, und das, wozu er in seinem Handwerk imstande ist, macht ihn und sein Werk in besonderem Maße anziehend und inspirierend.
Die Lucas-Gruppe beweist hier erneut ihre führende Rolle im Filmgeschäft und präsentiert sich für kommende Herausforderungen gewappnet. Sie ist ihren Konkurrenten offensichtlich weit voraus und gibt der Populärfilmkultur des späten 20. Jahrhunderts das Tempo vor, indem sie die Zukunft im Licht einer stringenten, aufmunternden und eindeutig amerikanisierten Vision von Heldentum und Daseinskampf präsentiert. Lucas weiß offenbar, was er will und wie er es erreichen kann, und dies ist mehr als genug, großen Stolz zu empfinden, denn Das Imperium schlägt zurück, der erste große Kinofilm dieses vielversprechenden Kinosommers, stellt die internationale Überlegenheit des angloamerikanischen Filmgeschäfts aufs beeindruckendste unter Beweis und zeugt vom uramerikanischen Geist von George Lucas.
Ähm... Genau. ;-)
Wer ob dieses flaggenschwenkenden Endes jetzt etwas verwirrt ist, sollte sich das Jahr 1980 ins Gedächtnis rufen: Durch die Stationierung von neuen sowjetischen Mittelstreckenraketen in Osteuropa und den NATO-Doppelbeschluss hatte der Kalte Krieg gerade seine letzte Eiszeit erreicht, in Afghanistan lief seit mehreren Monaten eine scheinbar unaufhaltsame sowjetische Großoffensive, die Geiseln in der US-Botschaft im Iran waren auch nach einem halben Jahr nicht frei (und sollten es bis Januar 1981 auch nicht werden) und Jimmy Carter machte als Führer der freien Welt keine unbedingt glänzende Figur, weshalb sich der Durchschnittsamerikaner wohl ganz besonders schwach vorkam und ein Schuss Patriotismus dringend Not tat. Entsprechend mag es bis zu einem gewissen Grad schon verständlich sein, wenn ein US-Journalist zu jedem Strohhalm greift, den er eben findet, und sei es die Wiedergeburt von Hollywood und der Erfolg von George Lucas. ;-)
In diesem Sinne: God bless America und schönen Sonntagabend allerseits. :-)
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