"Operation Walküre" ist einer der unnötigsten Filme des Jahrzehnts. Der historische Rahmen des Stauffenberg'schen Attentats, der hier gesetzt wird, ist nur ein Mittel zum Zweck, damit Hollywood sich eines geschichtlichen Themas bedienen kann, indem sich Titeldarsteller Tom Cruise und "X-Men"-Regisseur Bryan Singer austoben, ohne wirklich je unter die Fassade zu schauen, wie und warum es soweit kommen konnte.
Ich bin dankbar dafür, dass ich mir den Film doch lieber zuhause auf DVD und nicht im Kino (wie ich's ursprünglich vorhatte). "Walküre" ist nur ein Aufhänger für das Team Cruise/Singer um mit geschichtlichem Themen eine "Superhelden"-Story zu erzählen, was wohl eher im Rahmen der Mythen und Legenden besser aufgehoben wäre. Cruise als Graf von Stauffenberg überzeugt nicht in einer einzigen Szene, zu hölzern, zu "verstockt" geht er an die Figur heran - und vielleicht auch ein wenig zu ehrfürchtig.
Singer scheint nach "Superman Returns" und "X-Men 1& 2" immer noch nicht genug von Superhelden zu haben, da er weder aus dem Marvel- noch DC-Universum auf Superheroes zurückgreifen kann (oder darf?), sucht er gleich aus der Historie seinen Helden und "spinnt" um ihn seine (Super-)Helden-Mär.
Singers Interpretation vom Stauffenberg-Attentat ist eine unnötige Verfilmung mit einem Darsteller, der weder in die Rolle passt, und von einem Regisseur der den WK II als erzählerische Grundlage für eine historisierte Comic-Inszenierung hernimmt - und auch nicht so genau weiß, was er zeigen soll, einen Polit-Thriller, eine historisierte Comic-Verfilmung im Sinne von "300" oder nur ein Drama um einen Mann, der im Sinne von "1984" Zweifel a einem totalitären System bekommt.