Teil 2 (fortgesetzt)
Damit zur Schlacht: die Jedi-Schlacht ist recht unterhaltsam, mal von Nick Gillards allgemeiner Unfähigkeit, den Leuten Schwertkämpfe beizubringen, abgesehen. Schon mal auf den Zwei-Schwert-Jedi im Hintergrund geachtet? Wenn nicht, keine Sorge, er ist tot, oder wenn nicht, hat er es sich schwerlich verdient, wo er Lichtschwerter wohl nicht von Mistgabeln unterscheiden konnte.
Sobald die Klone ankommen, wird die Schlacht für mich extrem öde: Klone gegen Droiden... Tja, dann weckt mich mal, wenn die eine Spielzeugarmee umgefallen ist. Die seltsamen Kameraspielereien dieser Szenen machen es für mich auch nicht besser, und dann ist Obi-Wans Bart-Wechsel in diesen Szenen natürlich in Hochform.
Überhaupt, Obi-Wans Bart, das war ja was... wie kann eine 120-Millionen-Dollar-Produktion so schlechte Kontinuitätsarbeit leisten, daß man jeder Obi-Wan-Szene genau ansehen kann, ob sie während der Hauptdreharbeiten (richtiger Bart, ausgewachsen, voll) oder der Nachdrehs (Fusselbart, 2 Wochen nicht rasiert) gedreht wurde. Das hat mich bei der Premiere gestört, und es stört mich noch immer: sowas ist ärmlich, liebe Damen und Herren der Kontinuitätssicherung. Wenn's nicht geht, pappt man halt einen falschen Bart dran, das sieht immer noch besser aus als dieses Suppengrün.
Damit zum Duell: langweilig ist kein Ausdruck dafür, das wohl unspektakulärste Duell der Filmgeschichte. ANH-Obi-Wan gegen Vader hatte immerhin einige erinnernswerte Dialoge, aber das hier... Na ja, irgendwo muß man wohl sparen. Einzig gut gemacht finde ich Dooku gegen Anakin. Diese schemenhaften Klingen, die Nahaufnahmen der Gesichter... künstlerisch eindeutig wertvoll, und besser als ein digital aufgeklebtes Christopher-Lee-Gesicht auf einem Stuntman. Yodas Kampfstil fand ich lächerlich, die Szene an sich aber recht erträglich. Dookus Flucht hätte etwas knapper sein können, wenn sein Schiff weggeflogen wäre, während Yoda noch Lastkranangeln spielt, wäre seine Flucht weit glaubhafter gewesen. Aber nun ja, wollen wir mal nicht so sein.
Die Endsequenz dann wieder großes Kino, eine wunderschöne Sequenz jagt die nächste, einfach ein tolles Ende für einen insgesamt leider unterdurchschnittlichen Film.
Also, was hätte ich anders gemacht: zunächst natürlich nichts, weil ich ein Niemand bin und von Regieführung und Filmschnitt keine Ahnung habe. Trotzdem, einige Vorschläge: Dookus Rolle hätte ich stark vergrößert und ihn von Filmbeginn an mit Bild und am besten in einem ersten, charismatischen Auftritt im Senat als Führer der Separatisten vorgestellt. Zam Wessel hätte ich gestrichen, sie hatte keinen Nutzen. Soll Jango irgendwen sonst umbringen, Padmés Leibwächter, einen Senator (Bail Antilles

), oder sonstwen. Man hätte auch Dookus Flucht als Terrorakt inszenieren können, entweder von Sidious geplant, um den Konflikt zwischen Loyalisten und Separatisten zu intensivieren, oder als Machtbeweis Dookus. Egal. In dem Zusammenhang hätte irgendwo ein kaminoianischer Pfeil auftauchen können, oder man hätte die Pfeilstory, die in Blasterzeiten sowieso kaum zu vermitteln war, ganz gelassen, und Obi-Wan wäre anders nach Kamino gekommen. Die Liebesdialoge hätte ich, wie gesagt, entschärft, Anakin dafür eine Chance gegeben, seine Liebste aktiv zu beschützen, bei irgendeinem Angriff. Das hätte die Sache wohl beschleunigt. Ja, ich weiß, daß er den einen Wurm tötet, aber was ist das wert, wenn er im nächsten Moment zur Tür hinausstürzt. Hätte das der Bedrohung ein Ende gesetzt, hätte Padmé in aller Ruhe in seine Arme sinken können, Filmkuß, alles ist klar, Liebesgeschichte läuft. So wird das durch seltsamste Dialoge an einem zugegebenermaßen romantischeren Ort erreicht. Ich find's unnötig und umständlich.
Die Trennung von Obi-Wan und Anakin ist eine weitere schwer zu rechtfertigende Entscheidung: die beiden sollen engste Freunde sind, nur wo sind sie das schon? Sie haben insgesamt vielleicht 15 Minuten zusammen, und in denen sind sie meist nicht sehr gesprächig oder wirklich gemeinsam aktiv. Sie sitzen nebeneinander in einem Gleiter, sie reden über Politik... Spitzenfreundschaft, da kann man nicht meckern.
Ganz allgemein: dieses Politikgerede, mal ehrlich, was soll das! Episode II: Obi-Wan und Anakin reden über Politik, nicht sehr glaubhaft, Anakin hat Albträume über seine Mutter, er liebt ein junges Mädel, Obi-Wan ist sein Mentor... Kein besseres Gesprächsthema? Und dann später: Anakin redet während eines romantischen Picknicks über Politik, extremer konnte er die Stimmung nicht töten, oder? In Episode III: Anakin und Padmé sitzen, unvermittelt und aus dem Nichts, auf ihrer Veranda, und plötzlich fängt Anakin an, politische Reden zu führen: wie oft kommt ein junger, eigentlich bis über beide Ohren verliebter Ehemann zu seiner Frau, setzt sich neben sie und redet über SOWAS? Selbst in Anbetracht der Grundsituation - er Jedi und Kanzlerfreund, sie Senatorin - finde ich das wenig glaubhaft, natürlich oder normal.
Na ja, egal, ich war bei Obi-Wan und Anakin: die Freundschaft paßt für mich nicht zu Obi-Wan und Anakin am Ende (der Kinofassung) von Episode VI. Da stehen ein gütiger, frisch erlöster älterer Mann neben seinem Meister und Freund, sie sehen sich an, es ist eine harmonische, freundschaftliche Szene. Nur: woher kommt das? In Episode III kam es, praktisch aus dem Nichts, plötzlich vor, aber in Episode II, wo genau dieses Gefühl hätte aufgebaut werden müssen, fehlt es. Da ist ein genervter Meister und ein genervter Schüler. Wo kommen die zu einer harmonischen Beziehung? Obi-Wan droht Anakin mit dem Rauswurf, er predigt, er nervt, Anakin ist genervt, ungeduldig und macht, was er will. Irgendwie fehlt da eine Episode 2,5, und ich meine nicht das unsägliche Clone Wars.
Tja, dann weitere Vorschläge: Droidenfabrik raus, Berus Szenen rein - etwas mehr als Hallo hätte sie ruhig sagen können -, Asteroidenfeldjagd raus (was denkt sich Obi-Wan eigentlich dabei?), Charakterszenen rein, Schnitt überarbeiten, Musik respektieren, Bärte beachten.. und schon ist es kein lausiger, sondern ein erträglicher Film. Mit tollem Ende.