Für mich ist Episode 1 eindeutig der schlechteste Teil, ist aber dennoch ein guter Film. Lassen wir mal solche Sprüche wie "Laserschwertduell war echt der Hammer!" etc. weg, da das einfach nur eine Empfindung ausdrückt und höchst unpräzise ist. Gehen wir es mal etwas analytischer an:
1.)Atmosphäre: Ich gehöre zu denjenigen, die mit der OT aufgewachsen sind. Ab Ep. 5 hat sich eine Dramatik aufgebaut( "ich bin dein Vater!"), die mit der Vernichtung des Imperators und des Überlaufens Vaders ihren Höhepunkt erreicht hatte. Natürlich gab es auch ein paar lustige/ komische Elemente, hauptsächlich durch r2-d2 und C-3Peo. Die Grundstimmung ist aber eher ernsthaft und dramatisch. Mit diesen letzen Eindrücken ist die Erwartungshaltung natürlich sehr hoch, da ich auch zu denjenigen gehörte, die jahrelang rumrätselten, worum es in den Prequels wirklich gehen könnte. Dass es im Endeffekt um Aufstieg und Fall anakins geht, ist aus heutiger Sicht nachvollziehbar, absolut richtig und grandios umgesetzt, aber nicht von vorneherein klar
Zur Atmosphäre von Episode1.
1.) Klar kann man es so auslegen, dass hier ein Kind die Hauptrolle spielt und dass der Film daher kindlicher gestaltet ist. Aber eins darf man nicht vergessen: Lucas hatte sehr lange keinen Film mehr selbst gemacht und ein Erfolg war nicht abzuschätzen. "Merchandising" spielte eine große Rolle, und daher ist er einfach auf Nummer sicher gegangen, ein größtmögliches Publikum, besonders ein sehr junges, anzusprechen. Ist auch nicht verwerflich.Er hat selber mal gesagt, der Film sei nicht füt die alteingeschworenen Fans, sondern um einer neuen Generation Sarwars näer zu bringen.
Was mich stört, ist die Inszenierung: einfach zu albern. Ein paar Beispiele:a) Bodenschlacht auf Naboo. JarJar verfängt sich in einem halben Kampfdroiden und während er sich dreht, um ihn loszuwerden, schießt der verstümmelte Droide 2-3 andere Droiden ab. Für (Klein-)kinder vielleicht lustig, aber für Menschen über ca. 16 Jahren kaum zu ertragen! b) Anakins Flug im Naboo-Fighter:Zufällig fliegt er mit Autopilot durch eine Raumschlacht, ohne ernsthaft angegriffen zu werden. Zufällig gelangt er ins Droidenkontrollschiff, ohne ernsthaft angegriffen, beschossen zu werden. Zufällig schießt er im Hangar Torpedos im Hangar ab, und vom Hangar aus trifft er zufällig den Hauptreaktor!! Ganz im Ernst, schon schwerer tobak! Von Ernsthaftigkeit keine Spur.
2.) Die Macht: In der OT hatte "die Macht" etwas mythisches, fast religiöses. Dass es sich jetzt um winzig kleine Lebewesen handelt(Midichlorianer), die in jedem Lebewesen stecken, war schon sehr überraschend. Verständlich, dass viele Fans über diese Auflösung sehr enttäuscht waren. Das Mythische, Mystische, Geheimnisvolle ist dadurch verloren gegangen.
3.) Der Grund für den Untergang der Republik: Natürlich hat sich durch Ep.2 aufgeklärt, dass das Handelsembargo durch die Separatisten für Palpi nur Mittel zum Zweck war und er nie vorhatte, mit den Separatisten den Senat zu stürzen und mit ihnen die Macht über die Galaxis an sich zu reißen, sonder sie nur ausgenutzt hat, um seine Position und seinen Werdegang im Senat zu voranzutreiben und zu stärken und in den Besitz "seiner " Klontruppen" zu kommen, um eine mächtige Executive zu haben, seine Ziele zu erreichen. Aber das konnte man nach Erscheinen von Ep. 1 nicht voraussehen. Daher war für viele Fans nach Ep. 1 die Vorstellung, der Sturz der Republik hängt von einem Disput über Handelsrechte ab, ein Schlag ins Gesicht.
Und jetzt kurz zu Episode 2.Natürlich hat der Film einige Fehler, auf verschiedenen Ebenen.ABER: Für mich ist es sogar storytechnisch der beste Teil der Saga.Zur Begründung:
1.)Inhaltlich werden mehrere Brücken zur OT geschlagen: Existenz der Klontruppen, den Vorläufern der Sturmtruppen. Existenz eines Sith-Lords, etc.. Uneinigkeit im Jedi-Orden(Count Dooku), etc.
2.) Ep. 2 hat etwas, was keine andere Folge hat: man ist aufgefordert, zu rätseln und zu kombinieren. Jede andere Folge hat am Ende eine klares , abgeschlossenes Ende, eine klare Aussage. Z.B. : Ep.1: Separatisten wurden zurückgeschlagen. Ep. 4: Todesstern vernichtet. Ep.5: Vader zu Luke:" ich bin dein Vater." Der Unterschied: Bei Episode 5 ist es absolut überraschend, dass Vader das Luke offenbart. Wer hätte damit gerechnet. Aber es ist eine klare Aussage. Bei Episode 2 war es anders. Wer war am Ende der Typ mit der Kapuze, der mit Dooku redete?Der Sith-lord, und ist der Sith-Lord Kanzler Palpatine? Wir wissen es jetzt alle, aber direkt nach dem Kinobesuch von Episode 2 war es Spekulation.Anderes Beispiel: Warum die Planung der Klontruppen? Steckt dahinter ein höherer Plan? Noch ein Beispiel:Was ist jetzt mit den Separatisten? Will der Sith-lord mit ihnen wirklich den Senat/ die Republik stürzen und an ihrer Spitze die Galaxis an sich reißen oder sind sie für ihn nur Mittel zum Zweck, d.h. "verarscht" er sie nur kräftig von vorne bis hinten, um seinen "Masterplan" zu verfolgen? Nach dem Auftreten erster Inhalte und Trailer von Episode 3 waren viele dieser Fragen schon beantwortet, aber direkt nach dem Kinobesuch von Episode 2 eben nicht. Da ist Lucas was Großes gelungen, was Dramaturgie und Weiterspannen der Handlung angeht.
Hab mich mit vielen Leuten nach Ep. 2 unterhalten, und wirklich den meisten sind diese Dinge gar nicht aufgefallen. Aber das ist halt diese "popcornkino-Mentalität". Angucken, verstehen oder nicht, alles muß haargenau er-,geklärt sein, bloß nicht hinterher mal den eigenen Grips anstrengen und mal anfangen zu denken. Denn Episode gibt wirklich ne Menge her.