So... mit ein paar Tagen Unterbrechung hab' ich nun auch diesen Band abgeschlossen... aber so toll wie die ersten beiden Kurzgeschichten waren,... die folgenden kommen da nicht ganz mit, auch wenn sie im Großen und Ganzen nicht schlecht sind. Im Einzelnen:
Schatten der Erinnerung:
Eine nette Geschichte, aber nicht überragend. Die Darstellung der Hauptcharaktere ist nett. Interessant fand ich den geschilderten Psychoterror und Realitätsverlust, den dieser Gefangene (Dirk Irgendwer) durchlebt hat. Aber die Rettungsmission an sich war schon mehr unglaubwürdig. Es stiefelt halt nicht irgendwer einfach so in eine imperiale Garnision. Man bekommt hier den Eindruck: Sturmtruppen sind alle entsetzlich dumm und alles andere, nur nicht die imperiale Elite.
Alles unter einem Hutt:
Mit eine der noch besseren Geschichten. Als die Mystril erwähnt wurden, musste ich natürlich sofort an Shada D'ukal denken. Und wer war gemeint? Shada D'ukal, eine der Besucherinnen der Mos Eisley Bar in Episode IV. Fand ich schon klasse.
Ich wusste zwar, dass die Charaktere dort alle irgendwo mal irgendwie in irgendwelchen Geschichten auftauchen, aber so richtig eine davon mal gelesen, hatte ich noch nie. Hier die passende zu den Mytril Schattenwächterinnen und ihrem doch etwas "komischen" Kodex. Fen und Ghytsa sind als auftretende Hauptrotagonistinnen neben den Mystril auch ziemlich klasse. Ebenso der kurze Einblick in das Wesen der Hutt-Verbrechersyndikate war ganz nett zu lesen.
Nett zu lesen, aber nix Besonderes.
Der tiefe Sturz:
Öhm... welcher war das jetzt noch? Hat keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.... muss ich jetzt echt grübeln.
Schwar oder weiß:
Ebenso eine Geschichte, die jetzt nicht so sonderlich in meinem Gedächtnis haften geblieben ist,... o_O
Keine Desintegration, bitte! :
Boba Fett Superheld... war er jetzt ein Guter oder ein Böser? Na, in dieser Geschichte wohl mal ein Guter, aber absolut unglaubwürdig und übertrieben. Boba Fett ist vielleicht der Beste und imperiale Sturmtruppen sind alle dumm, aber das beschriebene Szenario war wohl der größte Schwachsinn, der mir bisher untergekommen ist.
Aber mit diesem "Erzähler", der die Geschichte sozusagen vorträgt, ist der Stil der Story schon ganz nett gemacht, ja.
Der Tag der Finsternis:
Eine fürchterlich einfallslose Geschichte um eine Schatzjagd, Gutglauben und Verrat. Macht keinen Spaß zu lesen und hätte man gut weglassen können.
Uhl Eharl Khoehng:
Eine Geschichte, die um ein Theaterstück geht, dessen Titel auch diese Geschichte nun trägt. Ich frag mich nur: Wo kommen die Jedis her? So interessant die Geschichte sein mag, so schön die Hauptprotagonistin Fable dargestellt wurde, ich glaub ja mal nicht, dass das hier Kanon war.
Zu viele Jedis... "mal eben" den imperialen Großinquisitor mit plattgemacht... ja nee... fehlte nur noch der vierte Todesstern, damit es völlig absurd dahergekommen wäre.
Die letzte Runde:
Zum Glück wieder eine herrliche Geschichte um den größten Sabbac-Spieler aller Zeiten und den jungen Mann Nyo, der sich unbedingt ein Laserschwert kaufen möchte. Schade, dass diese Geschichte nur so kurz ist, zuende ist der Plot jedenfalls nicht, auch wenn Nyo seinen Traum erfüllen konnte. Da steckt noch Potential drin. Interessant ist dieses Schiff, die "Ashanda Ray", eine Einzelanfertigung aus calamarischer Produktion, davon hätte ich doch gerne mal ein Bild gesehen.
Einfache Tricks:
Und so schnell gibt es ein Wiedersehen mit Fen und Ghytsa. Dieses Mal sind sie auf irgendeinem Noname-Planeten notgelandet - der sich offenbar in der Nähe von Corellia befinden muss. Solange sie auf den dort bestellten Hyperraumantrieb warten, macht Ghytsa als verkleidete Jedi jedemenge Blödsinn, bis schließlich unter dem Namen seines verstorbenen Bruders auftretend Kyp Durron auf der Bildfläche erscheint, auf der Suche nach der falschen Jedi.
Diese wurde derweil von Handlangern eines Hutt-Clans entführt, die offenbar aus ihre irgendwelche Informationen herauspressen wollen, die sie unmöglich haben kann, da sie seid nunmehr 3 Jahren nicht mehr für die Hutts arbeitet.
Zwischen "Alles unter einem Hutt" und "Einfache Tricks" liegen also 3 Jahre.
Ebenso wird in dieser Geschichte die Schlacht von Endor kurz erwähnt und die Indizien lassen vermuten, dass es sich bei den gesuchten Informationen um die des Darksaber-Projektes handelt.
Alles in Allem ist die Geschichte sehr interessant, ebenso die Cameo-Rolle von Kyp Durron, ... ich hoffe doch, dass es von Fen und Ghytsa irgendwo noch weitere Geschichten gibt. So extraordinär sie auch sein mögen, irgendwie machen die beiden schon Spaß
Gesamtfazit: Ja,.... schwer,... zwischen den beiden einleitenden Topgeschichten, meine "kleinen Favoriten" "Alles unter einem Hutt", "Die letzte Runde" und "Einfache Tricks" hat das Buch eigentlich nichts zu bieten. Wenn man mal nichts Besseres zu lesen hat, kann man sich durchaus Kampf um die Neue Republik als Lückenfüller antun, muss aber nicht.