Tja, das ist kein einfaches Thema. Wie schon hier im Thread erwähnt: das ist nichts Neues. Aber das macht es natürlich nicht besser.
Kein Verlag bringt absichtlich Bücher heraus, die Fehler enthalten. Es ist für die Verlage mindestens so ärgerlich wie für die Leser. Fehler können und werden immer passieren. Richtig ist aber natürlich auch, dass es bei guter Qualitätskontrolle möglich ist, die Fehlerhäufigkeit zu minimieren. Aber klar, es ist immer auch eine Frage des Geldes.
Es Blanvalet "zu zeigen", indem man die Bücher nicht mehr kauft, wird im Zweifel nicht viel bringen, außer dass bei drastisch sinkenden Leserzahlen die Anzahl der auf deutsch herausgebrachten Star-Wars-Bücher weiter abnimmt, denn Lizenzen lohnen sich halt nur, wenn es genug Käufer gibt. Und schon jetzt erscheinen längst nicht alle Bücher auf dem deutschen Markt, die international zu haben sind.
Die Verlage sehen sich in den letzten Jahren einem drastischen Kostenanstieg gegenüber. Da man an der Verkaufspreisschraube nicht unbegrenzt drehen kann (gerade bei Büchern, die nicht sooo oft verkauft werden und daher ohnehin oft nicht günstig sind - und ja, dazu gehört in Deutschland Star Wars), setzt dann irgendwann der Sparzwang ein: wenn beim Verkaufspreis der Spielraum erschöpft ist, dann muss halt bei den Kosten gespart werden, um einen vernünftigen Deckungsbeitrag oder Gewinn zu erwirtschaften.
Und von daher sollte man an erster Stelle versuchen, den größten Ärger herunter zu schlucken und im Zweifel lieber konstruktiv und sachlich dem Verlag schreiben und schlicht schildern, was nicht passt - und höflich dabei bleiben. Wenn das genug Leser tun, dann wird man sicherlich aufmerksam werden.
Was die Ausdrucksweise in Büchern angeht - tja, das ist ein ebenso heißes Thema. Zunächst einmal ist jede Sprache einem stetigen Wandel unterzogen - und die Umgangssprache wird immer früher oder später "salonfähig" werden und ihren Einzug in Büchern halten. Konkret die angesprochenen Beispiele finde ich auch nicht wirklich toll. Das gebe ich gern zu!
Was den Wechsel zwischen "Du" und "Sie" angeht: da wäre die Frage, was Du konkret meinst. Wenn Du damit meinst, dass bei ein und derselben Person im Gespräch mit ein und derselben zweiten Person die Anrede wechselt, dann ist das in der Tat ärgerlich und ein Fehler. Wenn Du damit aber meinst, dass sich einige Charaktere duzen, während andere es nicht tun, dann ist das allerdings ganz klar ein Problem, das wir nun einmal in unserer Sprache haben. Das englische "you" ist halt beides und da ist es für den Übersetzer immer die große Frage, als wie vertraut man die Gesprächspartner ansieht... Und da wird man sich immer streiten können. Ein Patentrezept sehe ich da nicht.
Am Ende des Tages ist es einfach so, dass jeder selbst wissen muss, was er macht und für richtig hält. Es gibt immer die Alternative, die preisgünstigen englischsprachigen Originale zu lesen, die für einen großen Markt gemacht werden und dementsprechend gut sind. Ansonsten heißt es leider, mit Fehlern zu leben und/oder diese sachlich an den Verlag zu melden (in der Hoffnung, dass sie in Folgeauflagen - wenn es denn welche gibt - verschwunden sind)...