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1

Sonntag, 22. November 2009, 11:49

Wächter der Macht - Kritik an Blanvalet

Hallo zusammen,

ich weiß ja nicht, ob es euch genauso geht wie mir, aber was sich Blanvalet bei "Wächter der Macht" leistet, würde ich gelinde gesagt als Frechheit bezeichnen.

Zugegebenermaßen weiß ich von den internen Abläufen, die einer Buchveröffentlichung vorausgehen kaum Bescheid, aber ich dachte immer, dass ein Text nach der Übersetzung schon noch einmal Korrektur gelesen wird, bevor die ganze Sache dann in Druck geht. Wie kann es dann sein, dass sämtliche Bände der "Wächter der Macht"-Reihe Rechtschreibfehler, überflüssige Wörter, halbe Wörter und dergleichen mehr enthalten - und das nicht zu knapp. So dass das Lesen weniger ein Genuss als vielmehr eine Qual ist.... Von der Übersetzung vom Englischen ins Deutsche will ich jetzt gar nicht anfangen. Normalerweise sollte man so einen Schrott nur in der Bücherschütte eines Discounters als Mängelexemplar für 2 Euro verkaufen dürfen. Wie findet ihr das?

2

Sonntag, 22. November 2009, 12:06

Die deutschen Verlage haben schon vor Jahren ihre Lektorate kurz und klein geschrumpft. Von daher ist das jetzt nichts besonderes bei "Wächter der Macht". Dieser Zustand des dt. Buchwesens war auch schon bei den frühen NJO-Bänden so gegeben, und auch die dt. Panini-Romane (Jedi Padawan und folgende) sind davon betroffen.
Alternative: auf engl. lesen.

3

Sonntag, 22. November 2009, 12:15

Also der klassische Fall von "Kosten gegen Qualität eintauschen, um damit noch mehr Gewinn zu erwirtschaften". Man möchte meinen, dass ein Buch dann billiger wird, als die obligatorischen 9,95.... wie gesagt 2 Euro würde ich angemessen halten.

Jaina Fel

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4

Sonntag, 22. November 2009, 14:35

Als ich Intrigen gelesen habe, ist bei auch endgültig der Knoten geplatzt, sodass ich mich mal an den Verlag gewandt habe und mich über diese massiven Fehler erkundigt habe. Das ist zwar schon länger her und die e-Mail wurde (wie auch immer) aus meinem Postfach gelöscht, jedoch bekam ich als Antwort, dass die Bücher sehr wohl Korrekturgelesen werden. Einen Grund für die vielen Fehler bekam ich natürlich nicht genannt, doch angeblich sollte meine Beschwerde weitergegeben werden.
Die deutschen LotF-Bücher sind ja grad bei Opfer angekommen und da sind mir, glaube ich zumindest, keine Rechtschreibfehler mehr aufgefallen. Gegen ein paar Kleinigkeiten würde ich mich auch nicht aufregen, nur bei Intrigen habe ich auf fast jeder zweiten Seite einen Schreib- oder Grammatikfehler entdeckt. Sowas möchte man dann doch nicht mehr einfach hinnehmen, schließlich gibt man gutes Geld für die Bücher aus.

Was die Übersetzungen angeht, habe ich vor allem zu bemängeln, dass selbst die Erwachsenen auf einmal "Sorry" sagen, anstatt "Entschuldigung" und dergleichen. Grade bei Personen wie Jacen wirkt das absolut fehl am Platz und eine siebzig?jährige Leia sagt ganz bestimmt auch nicht: "ich habe ein paar Leute gekillt". Davon mal abgesehen, finde ich es nur komisch, dass sie in den Büchern keine durchgehende Schiffsbenennung einhalten. Einerseits fliegt da die Liebeskommandant, aber andererseits auch wieder woanders die High Tide. Da sei mal außen vor gelassen, dass Schiffe eigentlich grundsätzlich weiblich sind und nicht männlich wie die Übersetzung das auch ab und an gerne einbaut. Ansonsten kann ich mit den Übersetzungen wirklich leben, nur dieses hin und her von Deutsch und Englisch ist nicht mein Fall, da ich auch nicht viel für Anglizismen übrig habe.

Master Talon

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5

Sonntag, 22. November 2009, 14:45

Also in der Literatur finde ich Wörter wie "Sorry" und "kill(e)n" wirklich sehr unnötig. Es gibt deutsche Äquivalente, die in so einer Situation wirklich besser angebracht sind. Selbst Trivialliteratur, wozu meiner Meinung nach auch SW zählt, sollte ein gewisses sprachliches Niveau halten. Man muss nicht jeden Trend mitmachen.

Ich hoffe, da findet noch einen Wechsel statt.
Wir alle sind alle nur Blätter im Winde der Macht -Zao-

Möge die Macht der Suchfunktion mit uns sein...

6

Sonntag, 22. November 2009, 16:18

Und auch der plötzliche und willkürliche Wechsel zwischen "du" und "sie" ...

Irgendwie hab ich keine große Lust mehr zu lesen.....

Jaina Fel

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7

Sonntag, 22. November 2009, 18:03

Naja was jetzt diese Deutsch-Englisch-Kiste angeht, denke ich in den Momenten immer, dass das nur auf dem Mist eines Übersetzers gewachsen ist und nicht ernsthaft zu Han, Leia und Co. zählt. Natürlich ist es nicht grade schön es zu lesen, jedoch kann man darüber noch hinwegsehen, eben weil es NICHT von den Autoren so gedacht war, die Charaktere wie 12-Jährige Teenager auftreten zu lassen...

Was das du und sie angeht, denke ich mal, haben es Übersetzer allerdings auch nicht allzu leicht. Bekanntlich gibt es im Englischen schließlich nur "you" und keine gesonderte respektvolle Anrede. Mir ist das bisher noch nicht aufgefallen, wenn aber in ein und denselben Gesprächen auf einmal Sprünge von du und sie vorkommen, müssen wohl wirklich die inkompetentesten Leute an den Büchern arbeiten. Und dann brauch mir auch keiner erzählen, die Bücher werden tatsächlich korrekturgelesen.

Im Großen und Ganzen kommt es aber nur auf den Buchinhalt, also die Geschichte, an und wenn man Star Wars so gerne liest, kann/muss man über solche Fehltritte noch hinwegsehen. Schwer wird es allerdings jetzt schon, da die Geschichte von LotF eben gar nicht so ansprechend, wenn nicht sogar der letzte Müll, ist.

Noch dazu sehe ich es nicht ein, auf englischsprachige Bücher umzusteigen, damit ich keine Schreibfehler mehr sehen muss. Das sind schließlich erwachsene Leute, die daran arbeiten uns die Bücher zu übersetzen, und da kann man wohl auch ein wenig Qualität erwarten. Ich lese nur auf Englisch, wenn ich keine Lust habe, solange auf die Übersetzung zu warten, aber mögen tue ich das keineswegs. Mich packt ein Buch dann einfach nicht so, weil ich trotz meiner ganz guten Englischkenntnisse nicht alles verstehe. Und wenn ich ein Buch lese, möchte ich das eher aus Entspannung machen und nicht immer mal wieder was nachschlagen müssen oder es einfach übergehen.

JM-Talon

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8

Sonntag, 22. November 2009, 18:29

Tja, das ist kein einfaches Thema. Wie schon hier im Thread erwähnt: das ist nichts Neues. Aber das macht es natürlich nicht besser. :)

Kein Verlag bringt absichtlich Bücher heraus, die Fehler enthalten. Es ist für die Verlage mindestens so ärgerlich wie für die Leser. Fehler können und werden immer passieren. Richtig ist aber natürlich auch, dass es bei guter Qualitätskontrolle möglich ist, die Fehlerhäufigkeit zu minimieren. Aber klar, es ist immer auch eine Frage des Geldes.

Es Blanvalet "zu zeigen", indem man die Bücher nicht mehr kauft, wird im Zweifel nicht viel bringen, außer dass bei drastisch sinkenden Leserzahlen die Anzahl der auf deutsch herausgebrachten Star-Wars-Bücher weiter abnimmt, denn Lizenzen lohnen sich halt nur, wenn es genug Käufer gibt. Und schon jetzt erscheinen längst nicht alle Bücher auf dem deutschen Markt, die international zu haben sind.

Die Verlage sehen sich in den letzten Jahren einem drastischen Kostenanstieg gegenüber. Da man an der Verkaufspreisschraube nicht unbegrenzt drehen kann (gerade bei Büchern, die nicht sooo oft verkauft werden und daher ohnehin oft nicht günstig sind - und ja, dazu gehört in Deutschland Star Wars), setzt dann irgendwann der Sparzwang ein: wenn beim Verkaufspreis der Spielraum erschöpft ist, dann muss halt bei den Kosten gespart werden, um einen vernünftigen Deckungsbeitrag oder Gewinn zu erwirtschaften.

Und von daher sollte man an erster Stelle versuchen, den größten Ärger herunter zu schlucken und im Zweifel lieber konstruktiv und sachlich dem Verlag schreiben und schlicht schildern, was nicht passt - und höflich dabei bleiben. Wenn das genug Leser tun, dann wird man sicherlich aufmerksam werden.

Was die Ausdrucksweise in Büchern angeht - tja, das ist ein ebenso heißes Thema. Zunächst einmal ist jede Sprache einem stetigen Wandel unterzogen - und die Umgangssprache wird immer früher oder später "salonfähig" werden und ihren Einzug in Büchern halten. Konkret die angesprochenen Beispiele finde ich auch nicht wirklich toll. Das gebe ich gern zu!

Was den Wechsel zwischen "Du" und "Sie" angeht: da wäre die Frage, was Du konkret meinst. Wenn Du damit meinst, dass bei ein und derselben Person im Gespräch mit ein und derselben zweiten Person die Anrede wechselt, dann ist das in der Tat ärgerlich und ein Fehler. Wenn Du damit aber meinst, dass sich einige Charaktere duzen, während andere es nicht tun, dann ist das allerdings ganz klar ein Problem, das wir nun einmal in unserer Sprache haben. Das englische "you" ist halt beides und da ist es für den Übersetzer immer die große Frage, als wie vertraut man die Gesprächspartner ansieht... Und da wird man sich immer streiten können. Ein Patentrezept sehe ich da nicht.

Am Ende des Tages ist es einfach so, dass jeder selbst wissen muss, was er macht und für richtig hält. Es gibt immer die Alternative, die preisgünstigen englischsprachigen Originale zu lesen, die für einen großen Markt gemacht werden und dementsprechend gut sind. Ansonsten heißt es leider, mit Fehlern zu leben und/oder diese sachlich an den Verlag zu melden (in der Hoffnung, dass sie in Folgeauflagen - wenn es denn welche gibt - verschwunden sind)...

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