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Aaron

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Lieblingsepisode: Episode VI - Die Rückkehr der Jedi-Ritter

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Sonntag, 21. Dezember 2008, 00:00

Ein Gespräch mit Matthew Stover


Ein Gespräch mit Matthew Stover
Sonntag, den 21. Dezember 2008 um 00:00 Uhr von Aaron

Zum anstehenden Verkaufsstart von Matthew Stovers jüngstem Krieg der Sterne-Roman Luke Skywalker and the Shadows of Mindor am 30. Dezember hatte SWBooks.co.uk Gelegenheit, mit dem Autor zu plaudern:

Ein Interview mit Matt Stover Herr Stover, können Sie uns einen Überblick über sich und Ihre Arbeit geben?
Mit 17 habe ich anfangen, Bücher zu schreiben, mit 33 habe ich angefangen, sie an Verlage zu verkaufen und jetzt, mit 46, habe ich fünf eigene und fünf Lizenzromane geschrieben. Nächstes Jahr werde ich, so Gott will, sieben Lizenzromane geschrieben haben und mit meinem sechsten eigenen Roman fast fertig sein.

Luke Skywalker and the Shadows of Mindor ist Ihr erster Krieg der Sterne-Roman seit Ihrer Romanadaption von Episode III - Die Rache der Sith. Wie ist es, in die weit, weit entfernte Galaxis zurückzukehren?
Ich habe sie nie verlassen. Den Vertrag für den Roman, der jetzt Luke Skywalker and the Shadows of Mindor ist, habe ich 2006 unterzeichnet, kurz nach der Veröffentlichung der Taschenbuchausgabe von Die Rache der Sith. Aufgrund gesundheitlicher Probleme, habe ich nur sehr lange gebraucht, den Roman zu schreiben.

Was hat Sie bewogen, zu Krieg der Sterne zurückzugehen?
Eine Badewanne voller Geld. Der britische Autor Samuel Johnson hat gesagt: "Nur ein Dummkopf hat je aus einem anderen Grund geschrieben, als für Geld." Ich gebe mir sehr, sehr große Mühe, meinen Status als Nicht-Dummkopf aufrechtzuerhalten. Die Tatsache, daß es großen Spaß macht, für Krieg der Sterne zu schreiben, ist da nur ein Bonus.

Luke Skywalker and the Shadows of Mindor spielt in den frühen Jahren der Neuen Republik, einer Epoche, die in jüngster Zeit kaum Beachtung gefunden hat. War das einer der Gründe, weshalb Sie sich für diese Zeit entschieden haben?
Absolut. Es gibt diesen Zeitraum von etwa vier oder fünf Jahren, der noch nicht Sekunde für Sekunde durchgeplant worden ist. Trotzdem waren Kontinuitätsprobleme das wohl größte Hindernis bei der Entwicklung des Romans. Wer sich mit Luke, Han und Leia auseinandersetzt, bekommt es mit Figuren zu tun, deren ganzes Leben bereits - mehr oder weniger - in bemerkenswertem Detailreichtum erzählt worden ist. Zu meinen Aufgaben bei diesem Buch gehörte es, den Luke Skywalker aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter zu nehmen und zu zeigen, wie und warum er zu dem Luke Skywalker aus Das Dunkle Imperium wurde. Das hat sich als weit schwieriger erwiesen, als ich erwartet hatte.

Ihre früheren Krieg der Sterne-Romane, Traitor (Verräter) und Shatterpoint (Mace Windu und die Armee der Klone) zählen zu den Romanen, die unter den Fans die größten Kontroversen ausgelöst haben, da viele Fans aus ihnen eine moralische Mehrdeutigkeit herausgelesen haben. Sie selbst haben in früheren Interviews erklärt, es gäbe diese Mehrdeutigkeit nicht. Stört Sie unter diesen Umständen die Fehlinterpretation der Fans?
Ach was. Sie haben ihre Meinung, ich habe meine. Wir sind uns einig, uns nicht einig zu sein.

In einer Umfrage der Webseite TheForce.Net über die 100 besten Werke des Erweiterten Universums sind Ihre drei Krieg der Sterne-Romane alle unter den besten 10 gelandet: Shatterpoint auf Platz 9, Traitor auf Platz 3 und Ihre Romanadaption von Die Rache der Sith auf Platz 1. Die Fans schätzen Ihre Arbeit und die darin thematisierten Konzepte also offenbar. Macht Ihnen das Hoffnung, daß zumindest einige Fans Ihre Werke verstanden haben?
Oh, ich bin mir ziemlich sicher, daß die große Mehrheit der Fans meine Werke sehr gut verstanden haben. Nur mögen sie eben nicht alle. Was immerhin auch allein ihre Entscheidung ist.

Sie schrieben in Ihrem Blog vor kurzem, daß Luke Skywalker and the Shadows of Mindor Ihr Versuch sei, das Erweiterte Universum zu seinen Wurzeln, in die Zeit vor Zahn zurückzuführen und dabei insbesondere Erinnerungen an Ihre Lieblingswerke zu wecken, die Han-Solo-Romane von Brian Daley. Sind Sie der Meinung, daß das Erweiterte Krieg der Sterne-Universum in den letzten 20 Jahren vom rechten Weg abgekommen ist?
Nein, überhaupt nicht. Und ich hoffe, daß meine Äußerungen auch nicht so aufgefaßt worden sind. Ich habe lediglich versucht, auf die ungezügelte Energie von Groschenromanen zurückzukommen, die Daleys Han-Solo-Trilogie und Fosters Splinter of the Mind's Eye aufgezeichnet hat (gar nicht zu sprechen von seiner legendären Romanadaption von Neue Hoffnung). Das soll nicht heißen, daß sich das EU seither grundfalsch entwickelt hätte. Ich wollte nur ein Buch schreiben, das sich eher in Richtung Schundliteratur geht. Immerhin habe ich drei brutale und deprimierende Romane in Folge geschrieben. Es war Zeit, für etwas Neues.

Ein Interview mit Matt Stover Ihre früheren Krieg der Sterne-Romane haben sich durch das körperliche und seelische Leiden ihrer Hauptfiguren ausgezeichnet. Wird dieses Thema auch in Luke Skywalker and the Shadows of Mindor zum Tragen kommen?
Ich hoffe mal nicht. Ich meine, sicher wird in diesem Roman gelitten - wenn niemand leidet, gibt es keinen Grund, wieso ein Held kommen und die Dinge zum Besseren wenden sollte, richtig? Und manchmal mag es geschehen, daß der Held selbst gerettet werden muß... Aber so tief in die gequälte Seele einer Figur einzudringen, frißt eine Menge Seiten, und ich hatte es in dem Roman mit einer großen Zahl von Charakteren zu tun: Luke, Han, Leia, Chewbacca, C-3PO, R2-D2, Lando, Fenn Shysa, die Piloten des Renegatengeschwaders, einige alte Freunde aus anderen Werken... Und das sind nur die Guten. Dazu kommen die diversen Feinde, Nebenfiguren, ein paar exotische Nichtmenschen, und plötzlich ist das Buch voll. Bei Ein-Mann-Romanen wie Traitor und Shatterpoint ist das eine Sache, aber sich einer solchen Vielzahl von Figuren ähnlich konzentriert anzunehmen, würde nach einem Roman der Größenordnung von Krieg und Frieden verlangen. Und dieses Buch soll einfach nur einer altmodischer Weltraumopernthriller werden. Ich hoffe, ich habe dieses Ziel erreicht.

Außerdem haben Ihre früheren Krieg der Sterne-Romane mehr Gewaltszenen enthalten, als man sie traditionell in Krieg der Sterne erwarten würde. Wird das auch in Luke Skywalker and the Shadows of Mindor wieder der Fall sein?
Keine Ahnung. Ich nehme was kommt (die Baseball-Version von "Fragen Sie nicht mich, ich arbeite hier nur."). Ich glaube nicht, daß meine Krieg der Sterne-Romane besonders viel Gewalt enthalten oder besonders drastisch sind. Oder anders ausgedrückt: Wer meine Krieg der Sterne-Bücher für übermäßig gewalttätig hält, sollte meine Romane Heroes Die, Blade of Tyshalle und Caine Black Knife lesen. Dann weiß er, wie drastische Gewaltdarstellungen wirklich aussehen.

Sie haben als Charakterautor die Gabe, in Figuren hineinzuschlüpfen. Wie sehen Sie sich unter diesem Gesichtspunkt in Luke Skywalker oder Prinzessin Leia?
Das ist eine scheinbar einfache Frage, die nach einer extrem komplexen Antwort verlangen würde. Sagen wir also einfach, daß ich und Luke nicht viel gemein haben und belassen wir es dabei.

In einem Interview aus dem März 2001 erklärten sie, daß "jeder lebende Fantasy-Autor J. K. Rowling auf Knien danken und ihr die Füße küssen" sollte, weil sie eine neue Generation junger und alter Leser an das Science-Fiction-/Fantasy-Genre herangeführt hat. Sind Sie beinahe acht Jahre, fünf Filme, Tonnen von Merchandise und drei Harry-Potter-Bücher später noch immer dieser Ansicht?
Habe ich wirklich etwas vom Füßeküssen gesagt? Das klingt so gar nicht nach mir. Ich habe da sicher an einen anderen Körperteil gedacht. Aber in Ordnung: Manchmal ändere ich meine Meinung. Ein- oder zweimal in meinem Leben habe ich sogar zugegeben, daß ich mich geirrt habe. Hier allerdings nicht. Warten wir nur einmal, bis all die Potter-Kinder ihren Hochschulabschluß gemacht und sich eine Stelle gesucht haben und dann anfangen, nach neuem Lesestoff zu suchen. Die Hälfte von ihnen wird vermutlich nie einen anderen Fantasyroman kaufen, vielleicht sogar drei Viertel. Trotzdem blieben damit immer noch 7 3/8 Phantastilliarden fantasy-hungrige Leser. Abgerundet.

Außerdem erklärten Sie damals, daß "jede Fiktion eine Untergattung der phantastischen Literatur" sei und "Science-Fiction und Fantasy mehr sein sollten als Junk Food". Glauben Sie, daß sich die Einstellung der Leser gegenüber dem Science-Fiction- und Fantasy-Genre in den letzten 8 Jahren geändert hat, oder ist es immer noch nur "Junk Food"?
Es ist es noch immer und wird es immer sein. Für jede Serie wie Firefly gibt es Dutzende wie Charmed - Zauberhafte Hexen. Gibt man einem Affen die Wahl zwischen Brokkoli und Schokolade, wird er sich immer für Schokolade entscheiden. Der Trick besteht nicht darin, die Leute davon zu überzeugen, daß sie Zeug lesen oder sehen sollten, das "gut für sie" ist - sie also nicht dazu zu bringen, Brokkoli zu essen, wenn sie Schokolade wollen -, sondern dem Brokkoli den Geschmack von Schokolade zu verpassen. Einige Staffeln lang (Staffeln 4 und 5, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht), war Buffy - Im Bann der Dämonen nicht nur das unterhaltsamste Stück Fernsehen, das es gab, sondern hat sich auch - so eloquent wie elegant - einigen existentiellen Fragen mit bewundernswerter Ernsthaftigkeit gewidmet - ohne dabei jemals aus dem "Action-Girl gegen Monster"-Rahmen zu fallen.
Brokkoli, das schmeckt wie Schokolade - eine Idee, die die Welt verändern könnte. Oder zumindest der Karriere eines SF-Autors mittleren Alters helfen könnte.

Ein Interview mit Matt Stover Ohne Frage ist das phantastische Genre durch die wachsende Beliebtheit von Science-Fiction und Fantasy im Fernsehen - mit Serien wie Battlestar Galactica, Smallville und Lost - und in Filmen wie Der goldene Kompaß, Der Sternwanderer, I, Robot und Minority Report in ein neues goldenes Zeitalter eingetreten. Sehen Sie da eine Teilung des Publikums, oder entdecken die Fans von Film- und Fernsehprojekten auch die literarische Seite des Genres?
Nein, abgesehen von der leichten Vergrößerung des Publikums von Lizenzwerken, die einen Großteil meines Einkommens als Autor ausmachen. So gut wie alle Fans der phantastischen Literatur sehen sich auch zumindest einige der Fernsehserien und Filme an, aber das Gegenteil ist nicht einmal entfernt der Fall. Das aktive Lesen steht in scharfem Kontrast zum passiven Fernsehen. Um Erzählliteratur zu lesen, muß man aktiv mit seiner Phantasie all das schaffen, was Fernseh- und Filmzuschauer auf einem silbernen Tablett serviert bekommen.
Es wurde einmal gesagt - und ich bin nicht sicher, daß es jemals wissenschaftlich bewiesen wurde -, daß der menschliche Körper beim Schlafen mehr Kalorien verbrennt als beim Fernsehen. Das Genre der phantastischen Literatur hat verglichen mit dem phantastischen Genre an sich ein sehr kleines Publikum, und das wird auch immer so bleiben.

Glauben Sie, daß die wachsende Popularität des phantastischen Genres nur ein Strohfeuer sein und die Zuschauer in andere Genres abwandern könnten?
Ich bezweifle das. Je besser die digitalen Effekte werden, desto billiger wird die Produktion von phantastischen Projekten, von Harry Potter bis Akte-X. Was wir erleben werden, sind Mischproduktionen, durch die andere Genres auf phantastisches Gebiet geschoben werden. Wir haben schon eine Menge Vampirdetektive gesehen, wir haben Anwaltsserien gehabt, in denen die Hauptfigur psychische Fähigkeiten hatte. Es wird nicht lange dauern, dann macht jemand eine Seifenoper über Klans unglaublich mächtiger Dämonen, die um größeren Einfluß in der Hölle wetteifern.

Was haben Sie als nächstes auf dem Programm?
Das Übliche: Einige Lizenzprodukte, dann den großen Abschluß der Caine-Reihe. Ich habe eigentlich immer mehr Arbeit, als ich tatsächlich leisten kann, auch wenn am Ende dann doch alles fertigwird.

In Ihrem Blog haben Sie geschrieben, daß Luke Skywalker and the Shadows of Mindor ein Verkaufsschlager werden wird: Vorahnungen oder haben Sie Machtfähigkeiten?
Sowohl, als auch.

Letzte Frage: Wenn Sie einer beliebigen fiktionalen Person gegenübertreten und ihr eine Frage stellen dürften, wer würde es sein, und welche Frage würden sie stellen?
JHWH. Ich würde Ihn gerne fragen, ob das Alte Testament Ihn ungerecht darstellt, oder ob Er tatsächlich jedes Wort unterschreiben würde.

Herr Stover, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Weitere Informationen über Luke Skywalker and the Shadows of Mindor findet ihr hier in unserer Literatursektion.
Informationen über die deutsche Version gibt es hier.


Mad Blacklord

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Sonntag, 21. Dezember 2008, 00:31

RE: Ein Gespräch mit Matthew Stover

Zitat

Original von Aaron
Was hat Sie bewogen, zu Krieg der Sterne zurückzugehen?
Eine Badewanne voller Geld. Der britische Autor Samuel Johnson hat gesagt: "Nur ein Dummkopf hat je aus einem anderen Grund geschrieben, als für Geld." Ich gebe mir sehr, sehr große Mühe, meinen Status als Nicht-Dummkopf aufrechtzuerhalten. Die Tatsache, daß es großen Spaß macht, für Krieg der Sterne zu schreiben, ist da nur ein Bonus.

Wirklich schade das er es nur wegen dem Geld macht :(. Aber es ist ja klar das er es nicht machen würde wenn er nicht damit seinen Lebensunterhalt verdienen Könnte

Zitat

Zu meinen Aufgaben bei diesem Buch gehörte es, den Luke Skywalker aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter zu nehmen und zu zeigen, wie und warum er zu dem Luke Skywalker aus Das Dunkle Imperium wurde. Das hat sich als weit schwieriger erwiesen, als ich erwartet hatte.

Das freut mich jetzt das er den Charakter nun näher beleuchtet denn im EU besonders in der Academy Trilogie und Dark Empire ist Luke doch schon sehr mächtig.
Außerdem hat Stover ja auch den Charakter von Windu so gut ausgebaut und beschrieben was den Windu Roman ja auch erst wirklich gut macht.

Zitat

Ach was. Sie haben ihre Meinung, ich habe meine. Wir sind uns einig, uns nicht einig zu sein.
Das sollten sich mal viele zu herze nehmen.

Zitat

Ich habe lediglich versucht, auf die ungezügelte Energie von Groschenromanen zurückzukommen, die Daleys Han-Solo-Trilogie und Fosters Splinter of the Mind's Eye aufgezeichnet hat (gar nicht zu sprechen von seiner legendären Romanadaption von Neue Hoffnung). Das soll nicht heißen, daß sich das EU seither grundfalsch entwickelt hätte. Ich wollte nur ein Buch schreiben, das sich eher in Richtung Schundliteratur geht. Immerhin habe ich drei brutale und deprimierende Romane in Folge geschrieben. Es war Zeit, für etwas Neues.

Zum glück hat er sich eine Epoche ausgesucht in der es (noch) kaum Romane gibt. Aber gut zu wissen das jetzt wieder ein Werk wie die Solo Romane, und Skywalkers Rückkehr auf uns zukommt.
Aber ich frage mich was er mit Schundliteratur meint weil literarisch sind sie zwar nicht gerade das was man hervorragend nennen würde, doch schlecht sind diese Romane doch nicht.

Zitat

ich hatte es in dem Roman mit einer großen Zahl von Charakteren zu tun: Luke, Han, Leia, Chewbacca, C-3PO, R2-D2, Lando, Fenn Shysa, die Piloten des Renegatengeschwaders, einige alte Freunde aus anderen Werken...

Schön entlich mal ein Roman wo Luke noch in der Renegaten Staffel zu sehen ist. Und es wird auch mal wieder gut sein was neues über Han und Chewie zu lesen, vorallem wenn dann noch Leia an Board des Falken ist. OT feeling pur würde ich mal sagen.

Zitat

Ein-Mann-Romanen wie Traitor und Shatterpoint ist das eine Sache, aber sich einer solchen Vielzahl von Figuren ähnlich konzentriert anzunehmen, würde nach einem Roman der Größenordnung von Krieg und Frieden verlangen. Und dieses Buch soll einfach nur einer altmodischer Weltraumopernthriller werden. Ich hoffe, ich habe dieses Ziel erreicht.

Gut da hat er allerdings recht, wobei ein wirkliches Monstrum von einem Roman noch fehlt (100 Seiten +).
Weltraumopernthriller: gibt es den denn schon im SW-Univers? oder wird das der Thriller in diesem bereich, würde allerdings passen wenn nach dem Angekündigtem Horror Roman auch noch Thriller erscheinen, dann wird die Pallete der möglichen Geschichten auch gleich wieder Breiter.

Zitat

Wir haben schon eine Menge Vampirdetektive gesehen, wir haben Anwaltsserien gehabt, in denen die Hauptfigur psychische Fähigkeiten hatte. Es wird nicht lange dauern, dann macht jemand eine Seifenoper über Klans unglaublich mächtiger Dämonen, die um größeren Einfluß in der Hölle wetteifern.

Gut allerdings sind diese Mischprodukte schon sehr Speziell und nicht unbedingt für jeden Geeignet da es doch schon ziemlich extrem. Manchmal fragt man sich eher was die Autoren dieser Fernsehserien alles nehmen das sie auf solche Ideen kommen ;) 8).
Da bleibe ich doch lieber bei den "Normalen" Sachen die schon von Anfang an in anderen Welten spielen.

Zitat

Letzte Frage: Wenn Sie einer beliebigen fiktionalen Person gegenübertreten und ihr eine Frage stellen dürften, wer würde es sein, und welche Frage würden sie stellen? JHWH. Ich würde Ihn gerne fragen, ob das Alte Testament Ihn ungerecht darstellt, oder ob Er tatsächlich jedes Wort unterschreiben würde.

Bin zwar kein religiöser Mensch aber mit der aussage könnte er sich unbeliebt machen. Allerdings ist es schon sehr Witzig das er Gott als Fiktive Person betrachtet. Wahrscheinlich würde er bei der Frage welche Religion gehören sie an? Andere Ankreuzen und Jedi daneben schreiben :D

Noch allgemein zum Interview: wirklich interessant es zu lesen und MS Meinung zu erfahren, war sehr Unterhaltsam :)
Aber schon Komisch das jetzt auf einmal alle Autoren was Sagen möchten, Traviss, Miller, Luceno, Zahn wer kommt wohl als nächstes?

mfg M.Bl.
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Mad Blacklord« (21. Dezember 2008, 00:48)


Lord Vader 1138

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Sonntag, 21. Dezember 2008, 00:35

Super Interview! Stover hat wirklich ehrlich und mir Humor geantwortet, auch wenn so die Fragen nicht unbedingt beantwortet wurden. Sehr amüsant zu lesen auch! :)
Jetzt bin ich ziemlcih gespannt, wie das Buch wirklich sein wird. Stover ist für seinen im SW-Universum recht außergewöhnlichen Schreibstil und für die Chraktertiefe in seinen Büchern mein Lieblingsautor, nun sagt er aber, dass er das Buch wie einen Groschenroman schreiben wollte bzw. geschrieben hat. Ganz kaufe ich ihm das aber nicht ab, weil er 2 Jahre daran gesessen ist und immerhin in das Buch eine große Charakterentwicklung reinbringen muss. Die Handlung klingt überhaupt sogar emotionaler als Shatterpoint, ich hoffe da auf jeden Fall auf altbewährte Stover-Elemente. Und dann sagt er auch noch, dass das Buch ein voller Erfolg sein wird.... Also bei aller Ironie, die da drin stecken könnte, (vll. meint er, dass es zu Mainstream ist....) schlecht kann das Buch fast nicht werden. Bei dem Autor sowieso nicht. :)
Und ein guter Vergleich, das mit dem Brokkoli. Man muss breite Masse offensichtlich mit Schokolade zu guter Sience Fiction/Fantasy zwingen, vll. wachen da manche auf und schreien "Ihh, jemand hat mir Brokkoli hineingemischt!" ;)
Hoffentlich gehen ihm die Badewannen nicht über, so dass er noch einiges in der Star Wars-Franchise schreiben wird. ;)

EDIT:

Zitat

Wirklich schade das er es nur wegen dem Geld macht :( . Aber es ist ja klar das er es nicht machen würde wenn er nicht damit seinen Lebensunterhalt verdienen Könnte

Nicht zu wörtlich nehmen, würde ich sagen, da ist auch eine Portion Humor dabei. Wenn er's ausschließlich wegen dem Geld machen würde, dann hätte er sich kaum so sehr in die SW-Galaxis vertiefen können, um solche tiefgründigen und tollen Bücher zu schreiben. Aber natürlich würde er vermutlich nur seine eigenen Projekte verfolgen, wenn er das Geld hätte. Aber es ist nicht so, dass er keine Verbindung mit Star Wars hätte.
"Oh mein Gott, sie haben Shaak Ti getötet!"
"Ihr Womp-Ratten!!"

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Mad Blacklord

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Sonntag, 21. Dezember 2008, 00:55

Zitat

Original von Lord Vader 1138

Zitat

Wirklich schade das er es nur wegen dem Geld macht :( . Aber es ist ja klar das er es nicht machen würde wenn er nicht damit seinen Lebensunterhalt verdienen Könnte

Nicht zu wörtlich nehmen, würde ich sagen, da ist auch eine Portion Humor dabei. Wenn er's ausschließlich wegen dem Geld machen würde, dann hätte er sich kaum so sehr in die SW-Galaxis vertiefen können, um solche tiefgründigen und tollen Bücher zu schreiben. Aber natürlich würde er vermutlich nur seine eigenen Projekte verfolgen, wenn er das Geld hätte. Aber es ist nicht so, dass er keine Verbindung mit Star Wars hätte.

Ja da hast du recht. Ich habe wahrscheinlich die Ironie/ den Humor nicht wirklich berücksichtigt. Es ist ja auch klar das er es gerne macht denn sonst könnte er ja auch nur eigene Romane schreiben und/oder zu was anderem wechseln wie etwa ST oder SG oder normaler Fantasie.

mfg M.Bl.
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5

Sonntag, 21. Dezember 2008, 13:18

RE: Ein Gespräch mit Matthew Stover

Hm... Jo, immer schön zu lesen. Das Gabe Chouinard Interview, auf das sie sich hin und wieder beziehen, ist ein Leviathan. Wer sich für Stovers generelle Ansichten zur Fantasy und Sci-Fi Literatur interessiert, möge hier nachblättern.Viel, aber kewl.

Je mehr ich in Sachen Blog und Interview von Stover lese, desto mehr steigen meine Hoffnungen für LSatSoM, stelle ich fest. Ich brauche einfach mal wieder gutes Star Wars... Star Wars, in dem niemand technisch gesehen ranghöher als gewisse Klonkommandanten ist... Oder Ben Skywalker seine Verwandten verhaften will...

Zitat

Original von Mad Blacklord
Zum glück hat er sich eine Epoche ausgesucht in der es (noch) kaum Romane gibt. Aber gut zu wissen das jetzt wieder ein Werk wie die Solo Romane, und Skywalkers Rückkehr auf uns zukommt. Aber ich frage mich was er mit Schundliteratur meint weil literarisch sind sie zwar nicht gerade das was man hervorragend nennen würde, doch schlecht sind diese Romane doch nicht.

Im Original sagt er: Action-packed Thrilling Tales. Das lässt sich nicht vernünftig übersetzen, er meint praktisch Schundliteratur im aller-aller-positivsten Sinne.

Zitat

Original von Mad Blacklord
Weltraumopernthriller: gibt es den denn schon im SW-Univers? oder wird das der Thriller in diesem bereich, würde allerdings passen wenn nach dem Angekündigtem Horror Roman auch noch Thriller erscheinen, dann wird die Pallete der möglichen Geschichten auch gleich wieder Breiter.

Joah... Es gibt das großartige "Schattenjäger". Bei Stover bin ich jetzt aber nicht sicher, ob er das meint, was wir heute unter Thriller verstehen. Er will vermutlich weniger auf Crichton-Follett-Brown-Schiene hinaus, sondern fasst das Genre allgemeiner auf. Leute in Lebensgefahr, jede zweite Seite eine Explosion. Was ich mir bei ihm großartig vorstelle.
"Who's got a secret room in a secret room in a regular house in a secret town on a secret Island? That's Benjamin Linus."

Mad Blacklord

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Sonntag, 21. Dezember 2008, 16:26

RE: Ein Gespräch mit Matthew Stover

Zitat

Original von phazonshark

Zitat

Original von Mad Blacklord
Zum glück hat er sich eine Epoche ausgesucht in der es (noch) kaum Romane gibt. Aber gut zu wissen das jetzt wieder ein Werk wie die Solo Romane, und Skywalkers Rückkehr auf uns zukommt. Aber ich frage mich was er mit Schundliteratur meint weil literarisch sind sie zwar nicht gerade das was man hervorragend nennen würde, doch schlecht sind diese Romane doch nicht.

Im Original sagt er: Action-packed Thrilling Tales. Das lässt sich nicht vernünftig übersetzen, er meint praktisch Schundliteratur im aller-aller-positivsten Sinne.

OK gut zu wissen, das er es positiv meint. Wobei Action-packed Thrilling Tales. nicht negativ klingt sondern eher nach spannenden Thriller Abenteuern.

Zitat

Original von phazonshark

Zitat

Original von Mad Blacklord
Weltraumopernthriller: gibt es den denn schon im SW-Univers? oder wird das der Thriller in diesem bereich, würde allerdings passen wenn nach dem Angekündigtem Horror Roman auch noch Thriller erscheinen, dann wird die Pallete der möglichen Geschichten auch gleich wieder Breiter.

Joah... Es gibt das großartige "Schattenjäger". Bei Stover bin ich jetzt aber nicht sicher, ob er das meint, was wir heute unter Thriller verstehen. Er will vermutlich weniger auf Crichton-Follett-Brown-Schiene hinaus, sondern fasst das Genre allgemeiner auf. Leute in Lebensgefahr, jede zweite Seite eine Explosion. Was ich mir bei ihm großartig vorstelle.
[/quote]
Gut Aber Weltraumopernthriller ist Schattenjäger auch nicht. Allerdings war die frage sowieso mehr oder weniger rhetorisch gemeint und den Thriller Schattenjäger habe ich auch vollkommen vergessen, und auch die Coruscant Knights Trilogie dürfte in die selbe Kategorie fallen :) um meine rhetorische Frage mal selbst zu beantworten.
Aber was Schattenjäger zu einem Thriller macht sind weniger die Explosionen dann währe es nur Action, sondern viel eher die Verfolgungs(jagten) die Spannung die die ganze zeit aufrechterhalten wird, der Spannungsbogen ist bei diesem Roman auf einem sehr hohen Niveau und flacht auch nicht ab, bildet allerdings eine sehr breite Parabel.

mfg M.Bl. und Entschuldigung wegen dem OT :O
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7

Montag, 22. Dezember 2008, 10:15

ich hab seine Bücher verstanden. Was die drastischen Brutalitätsszenen angeht kann ich nur wiedersprechen. Außer in Traitor fand ich seine Bücher nicht übermäßig brutal!
Tarpels: "Jar Jar! Benutzen den Buma!"
Jar Jar Binks: "Michse haben keine Buma!"
Tarpels: "Hier! Nimse den da!"

Aaron

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Sonntag, 25. Januar 2009, 13:41

Ein weiteres Gespräch mit Matthew Stover


Ein weiteres Gespräch mit Matthew Stover
Sonntag, den 25. Januar 2009 um 13:40 Uhr von Aaron

EU-Cantina hatte Gelegenheit mit Matt Stover zu sprechen, dem Autor des unlängst veröffentlichten Romans Luke Skywalker and the Shadows of Mindor.
Eine kurze Anmerkung noch am Anfang: Schattenbrut scheint, zumindest wenn man Blanvalet glauben will, die offizielle Übersetzung von Shadowspawn zu sein. Nicht, daß wieder Vorwürfe kämen, wir würden hier alles im Freistil erledigen...:

Matthew Woodring Stover Herr Stover, innerhalb der wenigen Wochen seit seiner Veröffentlichung ist Ihr Roman Luke Skywalker and the Shadows of Mindor zu einem modernen Klassiker avanciert. Viele Fans halten ihn gar für den besten Krieg der Sterne-Roman aller Zeiten. Wie sehen Sie diese Reaktionen?

Es ist nicht ungewöhnlich, daß die Fans auf ein neues Buch so enthusiastisch reagieren, besonders dann, wenn sich dieses Buch von den sonstigen EU-Werken der letzten Zeit so drastisch unterscheidet. Jeder meiner drei Krieg der Sterne-Romane wurde von irgendwelchen Fans als 'bester Krieg der Sterne-Roman aller Zeiten' bezeichnet, was zum größten Teil wohl damit zusammenhing, daß sie alle als ungewöhnlich betrachtet wurden - als Richtungswechsel für die Marke an sich. Nicht alle diese Fans haben das einige Jahre später noch genauso gesehen.
Aus meiner Sicht ist Mindor im Moment vor allem deshalb so beliebt, weil viele - wenn auch bestimmt nicht alle - Fans finden, daß dies die Art Geschichte ist, die sie überhaupt erst an das Erweiterte Universum herangeführt hat. Ein Fan meinte, "Es ist, als käme man nach Hause".
Mit den Reaktionen auf Mindor bin ich sehr zufrieden. Ich habe wirklich versucht, mich an Brian Daley und Allan Dean Foster zu orientieren, um einen Roman zu schreiben, der von Anfang bis Ende grenzenlos unterhaltsam ist. Fans meiner anderen Romane werden verstehen, was für einen Paradigmenwechsel das für mich darstellt.

Beschreiben Sie uns die "Geburt" von Mindor.

Es war ein Notkaiserschnitt. Ich war so überfällig, daß Shelly Shapiro mir eine Abteilung Sturmtruppen auf den Hals gehetzt hat, um das Ding aus meinem Schädel zu schneiden.
Die ursprüngliche Idee stammte von Mike Kogge, einem guten Freund von mir, der auch schon für Lucas Licensing gearbeitet hat. Eines Tages weinte ich ihm die Ohren voll, daß ich keine Idee für dieses Monumentalroman hätte, den ich schreiben sollte, woraufhin er meinte, daß er sich schon immer für Lukes Entscheidung interessiert habe, seine Soldatenkarriere an den Nagel zu hängen, um Vollzeit-Jedi zu werden. Ich habe mir diesen Wandel in Lukes Lebenslauf daraufhin näher angesehen und stieß in der Essential Chronology auf die Erwähnung eines ansonsten unbekannten Kriegsherrn namens Schattenbrut und die blutige Schlacht von Mindor...

Traitor - Verräter Wie sind Sie überhaupt in die Welt der Krieg der Sterne-Romane hineingezogen worden?

Meine Karriere wurde von imperialen Sturmtruppen entführt.

1996 kaufte Del Rey Heroes Die und die Fortsetzung - die inzwischen als Blade of Tyshalle erschienen ist - für einen für damalige Verhältnisse exorbitanten Preis. Sie dachten, so sagten sie mir, daß Heroes Die mich zu einem richtigen Star in ihrem bereits äußerst bemerkenswerten Autorenportfolio machen würde. In der Zeit zwischen dem Kauf von Heroes Die und seiner Veröffentlichung, erwarb Del Rey allerdings die Lizenz zur Veröffentlichung von Krieg der Sterne-Romanen von Lucas Licensing für... etwas tausendmal soviel, wie was ich bekommen hatte. Vielleicht nicht ganz, aber so ungefähr haut das hin.
Das Ergebnis des Ganzen - und der Umstrukturierung des gesamten Verlags nach der Übernahme von Bantam Doubleday durch Randomhouse und der erneuten Übernahme durch die Bertelsmann AG - war, daß Del Rey weder Geld, noch echte Muße hatte, Heroes Die anständig zu bewerben, als der Roman schließlich herauskam, und so verschwanden sowohl Heroes Die, als auch Blade of Tyshalle faktisch spurlos. Allerdings arbeitete eine der Lektorinnen dieser Romane auch an der New Jedi Order, und sie kam mit dem Angebot auf mich zu, das Buch zu schreiben, das später Traitor werden sollte. Ich habe das Angebot dann angenommen, einerseits um Geld zu verdienen, andererseits aber auch, um meinen Namen etwas bekannter zu machen, und - nachdem Bob Salvatore und Mike Stackpole mir meine Zurückhaltung ausgeprügelt hatten - habe ich mich dann der Dunklen Seite verschrieben. Bzw. der Marke. Seither hat sie mein Schicksal beherrscht. Halt, Moment...

Shatterpoint Wie sieht der Schreibprozeß bei Del Rey aus? Bekommen die Autoren ein Thema oder einen Handlungsabriß und arbeiten den dann aus, oder bringen sie ihre eigenen Ideen ein?

Das kommt darauf an. Bei Traitor wurde mir ein bestimmtes Kapitel einer größeren Geschichte gegeben. Wir alle wußten, wo das Buch anfangen und wo es aufhören sollte, als wir damit anfingen. Den Mittelteil habe dann ich übernommen.
Bei Shatterpoint wurde mir aufgetragen, einen Mace-Windu-Roman über die Schrecken des Krieges zu schreiben. Und mehr nicht. Ich habe dann Vorschläge eingereicht, bis ich einen hatte, mit dem alle leben konnten.
Die Rache der Sith erklärt sich von selbst, denke ich.
Im Falle von Luke Skywalker and the Shadows of Mindor wurde mir einfach das letzte freie Plätzchen im damaligen Vertrag von Del Rey mit Lucasfilm angeboten. Alles andere wurde so ziemlich mir überlassen.

Wie lange schreiben Sie insgesamt an einem Roman, und wieviele Stunden am Tag?

Wenn ich mitten in einem Projekt stecke, verbringe ich zwischen drei und vier Stunden pro Tag am Computer - vor und nach meinem sprichwörtlichen Hauptberuf. Samstags schreibe ich zwischen fünf und sechs Stunden, oder zwischen zwölf und vierzehn, wenn ich bereits eine Frist verpaßt habe, und sonntags zwischen zwei und drei.
Der schnellste Roman, den ich je geschrieben habe, war Traitor. Dafür habe ich vom Konzept bis zum fertigen Manuskript etwa sieben Monate gebraucht. Am längsten hatte ich mit Heroes Die zu tun. Da brauchte ich vom Konzept bis zur Veröffentlichung neunzehn Jahre.

Reden wir über Ihre früheren Krieg der Sterne-Romane, also Die Rache der Sith, Traitor und Shatterpoint. Viele sehen Parallelen zwischen all diesen Romanen und Dantes Inferno. Sind diese Parallelen beabsichtigt oder reiner Zufall?

Nun, der einzige Roman, bei dem es wirkliche Parallelen zu Dantes Inferno gibt, ist Traitor, und dort auch nur im weitesten Sinne. Traitor sollte Joseph Campbells "Reise durch die Unterwelt" entsprechen, und Dantes Inferno ist die berühmteste (und erweiterte) literarische Version davon. Traitor wurde eher von einige von Dantes Quellen inspiriert, darunter die Hades-Sequenzen in den Metamorphosen und die Odyssee. Der ursprünglich angedachte Titel für Traitor lautete Underworld, aber den hat Lucasfilm kassiert, weil Dark Horse bereits einen Comic mit diesem Namen produzierte.
Shatterpoint bewegt sich auf dem Gebiet von Joseph Conrads Herz der Finsternis, mit einer Prise seiner bekanntesten Nacherzählung Apocalypse Now. Shatterpoint ist sehr viel tiefer in die Realität eingebettet als Traitor - zumindest insofern als der Roman nicht abstrakt ist -, und deshalb aus meiner Sicht entschieden dunkler.
Und Die Rache der Sith erklärt sich, wiederum, von selbst.

Revenge of the Sith Wußten Sie damals schon, daß Vergere in Destiny's Way sterben oder daß sie in der Legacy of the Force-Romanreihe und den Legacy-Comics als Sith dargestellt werden würde?

Tut mir leid. Was ich über vergangene, aktuelle oder künftige Handlungselemente wußte oder nicht wußte unterliegt der Geheimhaltungsklausel meines Vertrags.

In der Romanadaption von Die Rache der Sith beschreiben Sie das Duell zwischen Palpatine und Yoda als Kampf des Lichts gegen die Dunkelheit. Haben sie das Konzept für "das Dunkle" zu dieser Zeit entwickelt, oder woher kam das?

"Das Dunkle" ist so ziemlich das, worüber ich in den Einführungs- und Schlußabsätzen der drei Akte von Die Rache der Sith geschrieben habe ("Die Dunkelheit ist großzügig und geduldig und gewinnt immer", etc.). Außerdem ist es die "Dunkelheit im Urwald", die Depa Billaba in Shatterpoint zerstört. Normalerweise sind Anhänger der Dunklen Seite mehr wie Vader oder Kar Vastor - sie wollen die Macht beherrschen, um ihre eigenen Ziele voranzutreiben. "Das Dunkle" ist hingegen auf seine Art so selbstlos wie der spartanischte Jedi-Einsiedler, eine ganz spezielle Form des Wahnsinns.

Haben Yoda und Obi-Wan dieses Dunkle begriffen, oder ist Luke der einzige Jedi, dem das gelungen ist?

Das zu entscheiden, ist nicht an mir.

Shadows of Mindor war ein herausragender Einzelroman, allerdings war einer der interessantesten Aspekte des Romans nicht nur das Wiederauftauchen von Figuren aus Shatterpoint, sondern die direkte Fortsetzung des Helden- und des Stern-Motivs aus Die Rache der Sith. Wußten Sie, als Sie an Die Rache der Sith arbeiteten, daß Sie diese Konzepte eines Tages in weiteren Werken verarbeiten würden, oder entwickelte sich das erst im Verlauf Ihrer Arbeit an Shadows of Mindor?

Als ich Die Rache der Sith schrieb, hatte ich nicht die Absicht, jemals einen weiteren Krieg der Sterne-Roman zu schreiben. Was den Einbau von Figuren und Motiven früherer Werke betrifft, so investiere ich alles, was ich habe in alles, das ich tue. Wenn man sich selbst bestiehlt, ruft niemand die Polizei.

Shadows of Mindor Was hat Sie dazu bewegt, all dieses Material über Holothriller und Filme in Shadows of Mindor einzubringen?

Ich glaube, jemand ist bei der ComicCon in San Diego auf mich zugekommen oder als ich meine Buchtour für Die Rache der Sith machte und meinte, daß sich die Clone Wars-Serie von Tartakovsky leicht zu prorepublikanischen Propagandafilmen uminterpretieren ließen, die in der weit entfernten Galaxis über das Holonetz verteilt würden. Ich fand diese Idee brilliant und verdammt komisch, und seither ist sie mir nie mehr so recht aus dem Kopf gegangen. Was, wenn einige oder sogar alle EU-Geschichten fiktionale Erzählungen echter Personen wären? Der amerikanische Westen des 19. Jahrhunderts hat diverse Groschenromane gefüllt, von denen viele über echte Personen geschrieben wurden - Bat Masterson, die James-Bande, Wild Bill Hickok und Buffalo Bill Cody, um nur einige aus dem Gedächnis zu fischen. Wieviele solcher legendären Figuren haben im Galaktischen Bürgerkrieg mitgekämpft?
Eine zweite Inspiration war eine Podiumsdiskussion über die New Jedi Order, bei der mich Bob Salvatore vorstellte und erklärte, ich hätte "das Konzept des Unzuverlässigen Erzählens in die Krieg der Sterne-Fiktion eingeführt". Er sprach damals über Traitor, einen Roman, der sich weniger durch Unzuverlässiges Erzählen auszeichnet, als vielmehr dadurch, daß die Sicht des Lesers auf den Blickwinkel von Jacen, Ganner und Nom Anor beschränkt bleibt und ihre persönlichen Reaktionen auf die Notwendigkeit hervorgehoben werden, in einer denkbar uneindeutigen Situation handeln zu müssen. Aber seither hatte ich immer das Gefühl, daß es in Krieg der Sterne unzuverlässige Erzähler geben sollte. Denn einen wirklich zuverlässigen Erzähler gibt es nicht, denn allein schon der Schöpfungsakt einer Geschichte unterwirft die Elemente dieser Geschichte einer automatischen Beschränkung. Allein schon die Auswahl von Ereignissen und Elementen, die man in eine Geschichte einbaut, redigiert die Wirklichkeit. Der Autor wird stets Ereignisse und Elemente auswählen, die seine rhetorischen Absicht verdeutlichen oder untermauern, egal welche Absicht er verfolgt.
An die Wand meines Büros habe ich ein Schild gehängt, auf dem steht: Alle Autoren sind unzuverlässig. Die ehrlichen geben das zu.

Sie haben in mehreren Interviews erklärt, daß Sie gerne Gelegenheit bekämen, über das letzte Abenteuer der Großen Drei zu schreiben. Wann spielt dieses letzte Abenteuer in Ihrer Vorstellung, und würden Sie die Chance bekommen, wüßten Sie dann schon, wie diese Geschichte ablaufen würde?

Von vorne: Klar würde ich es gerne schreiben, keine Ahnung, wann es spielt, und nein, ich habe keine Ahnung, wie es ablaufen würde.

Wird es eine Fortsetzung zu Shadows of Mindor geben? An welchen anderen Geschichten würden Sie im Krieg der Sterne-Universum gerne arbeiten?

Auch das kann ich leider nicht beantworten. Wir müssen einfach abwarten.

Letzte Frage: Was steht für Sie als nächstes auf dem Plan?

Ein paar weitere Begleitbücher, und dann der letzte Acts of Caine-Roman mit dem Titel His Father's Fist.

Herr Stover, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Weitere Informationen über die englische Ausgabe gibt es hier, die deutsche erscheint unter dem Titel Luke Skywalker und die Schatten von Mindor im Juni.


Darth Stassen

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Sonntag, 25. Januar 2009, 19:58

Dieses Gespräch bekräftigt wieder einmal meine Meinung, dass Stover nicht nur einer der besten, sondern vielleicht sogar der beste SW-Autor ist. Er ist neben Traviss der einzige, bei dem ich einen individuellen Schreibstil erkennen kann, nur dass ich ihn in seinen Werken positiv finde (im Gegensatz zu dem von K. Traviss). Ich freue mich nach dem Interview umso mehr auf Schatten von Mindor.

Was ich nur nicht so ganz verstehe ist der Abschnitt, indem er es über Clone Wars als HoloFilm geht. Will er damit sagen, dass er sich selbst den Canon so hingebogen hat, dass er sagt, dass das In-Universe-Propagandafilme der Republik seien, oder meint er damit was anderes?
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10

Sonntag, 25. Januar 2009, 20:06

Zitat

Original von Darth Stassen
Was ich nur nicht so ganz verstehe ist der Abschnitt, indem er es über Clone Wars als HoloFilm geht. Will er damit sagen, dass er sich selbst den Canon so hingebogen hat, dass er sagt, dass das In-Universe-Propagandafilme der Republik seien, oder meint er damit was anderes?


Er sagt nur, dass er die Idee interessant findet, dass alle EU-Ereignisse Propaganda/Fiktion innerhalb des SWUniversums sein könnten.Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Und LSatSoM kann ich nur wärmstens weiterempfehlen, ein Top-Star Wars-Roman!