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Aaron

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Donnerstag, 3. April 2008, 12:12

Randy Stradley im Gespräch


Randy Stradley im Gespräch
Donnerstag, den 03. April 2008 um 12:11 Uhr von Aaron

Die Fan Force Portugal hatte Gelegenheit, mit Randy Stradley zu sprechen. Herausgekommen ist ein interessantes Interview über Dark Horse, Krieg der Sterne und die Comicwelt:

Randy Würden Sie sich als Star Wars Fan bezeichnen und wenn ja, wie hat Ihr Fandasein begonnen?
Ich bin ein Star-Wars-Fan, aber kein Fanatiker. Für mich fing alles mit dem ersten Film an. Im Sommer 1977 habe ich ihn sechzehn Mal im Kino gesehen. Trotzdem hat mich das Erweiterte Universum nie interssiert bis ich 1983 den Auftrag bekam, eine Ausgabe der Marvel-Comicreihe zu schreiben.

Wie fing Ihre Arbeit bei Dark Horse an?
Etwa 1980 traf ich Mike Richardson, und wir sprachen über die Art Comics, die wir als ältere Leser gerne lesen würden. Wir arbeiteten zusammen an einigen Projekten, die nie veröffentlicht wurden, darunter eine frühe Version von Die Maske. 1985 rief mich Mike an und fragte, ob ich bei seinem neuen Comicverlag als Herausgeber arbeiten wolle. Ich sagte Ja, und der Rest ist Geschichte.

Wie hat sich die Comicwelt aus Ihrer Sicht verändert? Welche Entwicklungen bewerten Sie als gut, welche als schlecht?
Einiges ist passiert, manches davon gut, manches davon nicht so gut. Zuallererst denke ich, daß die Qualität der Comicgeschichten besser geworden ist. Teilweise hat das damit zu tun, daß die Comicleser älter werden. Am Anfang waren Comics auf Kinder ausgerichtet, aber heutzutage lesen immer weniger Kinder noch Comics. Und diejenigen, die noch Comics lesen sind schlauer als Kinder es früher waren - oder zumindest schlauer, als man früher annahm. Die Geschichten sind also besser geworden, und das ist gut.
Auch die Zeichnungen sind besser geworden. Was Künstler heute leisten, und die Detailgenauigkeit, die man heute von ihnen erwartet, übertrifft in vielen Fällen das, was ihre Vorgänger produziert haben.
Nicht so gut ist, daß viele Künstler heutzutage weniger daran interessiert zu sein scheinen, Geschichten zu erzählen als schöne Bilder zu malen. In den letzten Jahren ist das wieder etwas besser geworden, aber es hängt dem Geschäft seit den Tagen an, als Leute Comics als Anlageobjekt kauften, anstatt um sie zu lesen. Das führte dann dazu, daß es Anfang der 1990er wichtiger war, tolle Bilder und Seitenlayouts zu haben, als eine klare visuelle Erzählstruktur, und das hat den Comics aus meiner Sicht geschadet. Aber, wie gesagt, diese Situation verbessert sich langsam.
Ansonsten habe ich bemerkt, daß Comicleser - zumindest amerikanische Comicleser - weniger Geduld mitbringen als früher. In meiner Kindheit hat sich niemand daran gestört, wenn eine Kampfszene sieben, acht oder neun Einzelbilder pro Seite einnahm. Jetzt ist es wichtiger, größere und aufregendere Bilder zu haben, also werden Actionszenen in maximal drei oder vier Einzelbildern pro Seite erzählt. Als Autor - und als Herausgeber, der die Vorlagen anderer Autoren kontrolliert - ist es schwierig, sich diesem neuen Rhythmus anzupassen, aber ich glaube, die Comics sind dadurch spannender und auf gewisse Weise für neue Leser einfacher zugänglich geworden.

Bei Comicreihen wie KotOR und Dark Times hat es in letzter Zeit starke Fluktuationen bei den Künstlern gegeben. Was ist der Grund dafür?
Das ist eine Folge eines der gerade beschriebenen Faktoren. Die Zeichnungen sind besser und weisen eine höhere Detailgenauigkeit auf. Früher hat man von Zeichnern erwartet, daß sie pro Monat einen Comic fertigstellen. Einige haben sogar mehr als ein Heft pro Monat gezeichnet. Aber wenn man die heutige Zeichenqualität und Detailgenauigkeit mit früheren Comics vergleicht, wird klar, daß jemand wie Jan Duursema nicht jedes Heft der Legacy-Comics zeichnen kann. Das würde sie nur schaffen, wenn sie Abstriche bei der Qualität und Detailfreude hinnimmt. Es spricht für die Zeichner, daß viele von ihnen nicht bereit sind, Kompromisse bei ihrer Arbeit einzugehen.

Wie sieht es mit dem Nachwuchs an?
Zeichner werden leichter ins Geschäft kommen als Autoren, zumindest wenn sie gut sind. Meine Empfehlung ist, mindestens sechs zusammenhängende Seiten zu zeichnen, auf denen die Figuren von einer ruhigen Szene zu einer Actionszene gelangen. Das Ganze sollte in einer modernen Umgebung ablaufen. Der Zeichner sollte seinem Arbeitgeber in spe beweisen, daß er in der Lage ist, Gebäude, Autos, Bäume und ganz normale Leute in ganz normaler Kleidung zu zeichnen - also all das, was man jeden Tag zu sehen bekommt. Diese normalen Dinge richtig hinzubekommen, ist der eigentlich schwierige Teil. Viele Zeichner konzentrieren sich auf Superhelden und Phantasiegestalten und merken erst spät, daß sie nicht wissen, wie ein normaler Typ in Jeans und T-Shirt aussieht. Die Richtlinie lautet: Wenn man seinem Leser das Normale nicht glaubhaft vermitteln kann, kann man das Phantastische erst recht nicht vermitteln.
Für Autoren ist es, wie gesagt, sehr schwer, ins Geschäft zu kommen. Als Herausgeber kann man sich die Arbeit eines Zeichners ansehen und sieht nach zwei Sekunden, ob er etwas taugt. Bei einem Autor dauert das sehr viel länger. Wichtig ist die Geschichte. Die Handlung ist, was den Figuren widerfährt, aber die Geschichte ist das, was für sie wichtig ist, und damit auch, was für die Leser wichtig ist. Autoren sollten deshalb lernen, wie sie eine Geschichte auf spannende Art und Weise erzählen können. Herausgeber werden jede Geschichte mögen, die sie unterhält, während man sie ihnen erzählt.

Sie sind in den Star-Wars-Foren von Dark Horse aktiv. Wie beeinflussen Fans die Ereignisse in den Comics?
Wir hören gerne von unseren Lesern, solange sie etwas Intelligentes zu sagen haben. An Leute, die sich nur anmelden, um zu schreiben "Gute Arbeit", was langweilig ist oder "Was für ein Dreck", was beleidigend wäre, verschwende ich keine Zeit. Wenn Fans etwas mögen, hoffe ich, daß sie uns sagen wieso. Entsprechend will ich wissen, warum sie etwas nicht mögen, was wir gemacht haben. Jeder Kommentar hilft, in geringem Maße, unsere Arbeit an den Comics zu beeinflussen. Auch wenn die User nicht vergessen sollten, daß sie das aktuelle Heft kommentieren, während wir für gewöhnlich an dem Heft arbeiten, das drei Monate später erscheint. Unsere Reaktionen sind deshalb immer zeitversetzt.

Lucasfilm überwacht Ihre Arbeit sicher genau, aber wieviel Freiraum haben Sie?
In den sechs oder sieben Jahren, seit ich die Krieg der Sterne-Reihen übernommen haben, hat Lucasfilm nur zwei Geschichten abgelehnt. Die eine, weil jemand anderes schon an einer ähnlichen Geschichte arbeitete, und die andere, weil damals niemand wußte, wohin die Reise nach Episode III gehen würde. Wir haben ziemlich viel Freiraum, aber ich versuche gleichzeitig, meine Autoren in Filmnähe zu halten und sich von dem, was wir dort gesehen haben, nicht zu weit zu entfernen.

Verfolgen Sie eine Reihe mit besonderem Interesse und wenn ja, wieso?
Ich muß leider sagen, daß mein Interesse an den verschiedenen Geschichten rein beruflich ist. Ein Nachteil der Arbeit an jeder Art Traumprojekt ist, daß man am Ende seine Fanliebe einbüßt und den Hang zu Einzelheiten aufgibt, um sich auf die längerfristige Entwicklung des ganzen Universums konzentrieren zu können.

Es heißt, Sie hätten Chewbaccas Tod vorgeschlagen? Wie kam es dazu?
Nun, soweit ich weiß, wollten die Autoren von Del Rey und ihre Partner bei Lucasfilm eine Hauptfigur umbringen, um die Fans wachzurütteln und sie daran zu erinnern, daß der Status quo nicht immer garantiert ist. Ursprünglich sollte Luke das Opfer sein, aber Lucasfilm lehnte ab. Ich habe dann Chewbacca vorgeschlagen, weil er eine beliebte Figur war und sein Tod die Leser treffen würde. Der zweite Grund war, daß er an der großen Geschichte nie wesentlich beteiligt war. Sein Tod würde das Universum also nicht aus der Bahn werfen. Ich hatte und habe also nichts gegen Chewie, das war eine rein strategische Entscheidung.

Vector ist das größte Star-Wars-Comicereignis des Jahres. Was dürfen wir erwarten?
Geplant ist, innerhalb der 12 Ausgaben von Vector eine spannende Geschichte zu erzählen, mit den Ereignissen in den einzelnen Kapiteln gleichzeitig aber auch Einfluß auf die Folgeereignisse der einzelnen Comicreihen zu nehmen. Nach Heft 28 wird man beispielsweise sehen, wie die Ereignisse in Vector neuen Wind in Knights of the Old Republic bringen. Zayne Carrick wird nach Vector ein anderer Mensch sein, dessen Entschlossenheit ungeheuer gewachsen sein wird, den Kreuzzug gegen seine früheren Meister, die ihm einen Mord angehängt haben, endlich auch zu ihnen zu tragen.
Ähnlich soll das in allen Comicreihen ablaufen, allerdings wird sich das ein wenig verzögern. Denn wir wußten zwar, daß die Clone Wars-Serie wahrscheinlich diesen Herbst herauskommt, aber bis vor kurzem hatten wir keine Ahnung, daß es zum Start der Serie einen Kinofilm geben würde oder daß Clone Wars überhaupt diese Aufmerksamkeit hinsichtlich der Vermarktung wecken würde. Diese Entwicklung hat nun dazu geführt, daß wir einige unserer Pläne etwas ändern müssen. Statt mit Dark Times und Rebellion direkt im Anschluß an Vector weiterzumachen, werden diese Reihen auf Eis gelegt, und stattdessen geht eine neue Clone Wars-Comicreihe an den Start. Außerdem wird es eine neue Clone Wars-Minireihe geben, ähnlich den Clone Wars Adventures, aber mit einer großen Geschichte pro Band, anstatt wie bisher vielen Kurzgeschichten.
Dark Times und Rebellion kommen dann voraussichtlich Anfang nächsten Jahres zurück, während KotOR und Legacy den Schwung von Vector unmittelbar ausnutzen werden.

Wie kam es zur Entwicklung von Vector?
Die Grundidee stammt von mir. Das war meine Version von Chewbaccas Tod, eine Methode, Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was in unseren Star Wars-Comics passiert. John Ostrander, Jan Duursema, John Jackson Miller, Mick Harrison, Jeremy Barlow, Rob Williams und Dave Marshall haben dann alle an der Geschichte mitgearbeitet und Handlungsfehler eleminiert, es ist also eine echte Gruppenleistung. Vector hat viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, war aber auch viel Arbeit. Erwartet also nicht, daß wir sowas jetzt jedes Jahr machen.

Einige Geschichten berühren andere Aspekte der Krieg der Sterne-Galaxie. KotOR berührt die gleichnamigen Rollenspiele, Legacy enthält Anspielungen auf Wächter der Macht. Die Fans stehen dem zwiegespalten gegenüber. Finden Sie, daß es für die Comics notwendig ist, derartige Anleihen zu nehmen, oder sehen Sie diese Verbindungen eher als eine Art Verneigung vor der Arbeit anderer Star Wars-Entwickler?
In KotOR wollten wir von vornherein Ereignisse und Figuren aus den Spielen einbeziehen, die Reihe sollte dadurch gleichzeitig aber nicht in ihrer Handlungsfreiheit beraubt werden. Zayne und seine Freunde werden sich deshalb zusehends weiter von der Mandalorianerinvasion und anderen Ereignissen der Spiele entfernen. Bei Legacy ist es ganz normal, daß es Bezugspunkte zu Wächter der Macht und anderen früher angesiedelten Geschichten gibt, aber wir wollen uns auch dort von unserem Ausgangspunkt nach vorne bewegen, anstatt zurück zu Wächter der Macht.

Wie sieht die Zukunft von Dark Horse aus, insbesondere im Star Wars-Bereich?
In ständiger Bewegung ist die Zukunft. Augenblicklich sieht sie aber gut aus, und wir haben viele Geschichten, die wir mit Krieg der Sterne gern erzählen würden. Wie ich schon erwähnte, hat die wachsende Konzentration auf die neue Clone Wars-Serie unsere Pläne verändert und mehr Energie auf sich gezogen, als wir das geplant hatten. Aber ich habe in meiner Karriere gelernt, daß jede Planung flexibel sein muß, und ich bin mir sicher, was immer auch geschieht, die besten Star Wars-Comics stehen uns erst noch bevor.


JM-Talon

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Donnerstag, 3. April 2008, 20:20

Kompliment an die Fan Force Portugal. Das ist jetzt schon das zweite Mal in wenigen Wochen, dass sie ein richtig gutes Interview online haben.

Überhaupt finde ich toll, dass immer mehr "kleine" Seiten wie die Fan Force, ClubJade oder die EUCantina den trägen Ex-Nachrichtenlieferanten wie TFN den Rang ablaufen und frischen Wind in die Landschaft bringen. Eine tolle Motivation auch für uns... :)

Zum Inhalt des Interviews:
Wirklich sehr interessant - auch, um mal aus erster Hand zu hören, was es mit dem Tod Chewies auf sich hat oder was hinter Vector steht. Schade nur, dass es an vielen einfach so vorbei geht. Zu viel zu lesen? Zu anspruchsvoll? Zu wenig "buff", "bumm", "zisch"? Ich glaube, ich werde alt. ;)

Aaron

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Dienstag, 17. März 2009, 16:17

Ein Interview mit Randy Stradley


Ein Interview mit Randy Stradley
Dienstag, den 17. März 2009 um 16:16 Uhr von Aaron

EU-Cantina hatte Gelegenheit, mit Dark Horse-Krieg der Sterne-Programmleiter Randy Stradley zu plaudern:

Viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt, nahezu jede wichtige Epoche in der Geschichte des Kriegs der Sterne mitzugestalten. Randy Stradley ist als Programmleiter der Krieg der Sterne-Sparte bei Dark Horse Comics einer dieser Wenigen. Bereits seit den 1980er Jahren arbeitet er mit Krieg der Sterne-Comics und hat auch selbst einige Geschichten beigesteuert.

Invasion Herr Stradley, Sie haben zur Zeit angesichts der Ankündigung von Invasion und der Enthüllung des Titelbilds auf der Wonder-Con sicherlich viel um die Ohren.

Ehrlich gesagt auch nicht mehr als sonst, also ja, ich habe alle Hände voll zu tun. Glücklicherweise ist mein Assistent Freddye Lins wirklich gut darin, mich und unsere Comics auf Kurs zu halten. Aber ja, Jo Chens Titelbild für das erste Invasion-Heft ist wirklich toll. Auch das Bild für die Nr. 2 sieht gut aus. Ich wirklich froh, dass sie an Invasion arbeitet.

Sie sind Programmleiter für Krieg der Sterne bei Dark Horse. Was genau heißt das?

Mein offizieller Titel ist Verlagsvizeleiter, aber was für Krieg der Sterne-Fans sicher interessanter ist, ist meine Arbeit als Verantwortlicher für die Krieg der Sterne-Comicsparte bei Dark Horse. Das mache ich seit 2002. Neben meiner Arbeit als Herausgeber der meisten Comics, arbeite ich auch mit Dave Marshall zusammen, um die Handlungsziele und -linien für Knights of the Old Republic und, in gewissem Umfang, auch für unsere Onlinecomics für das anstehende Onlinerollenspiel The Old Republic festzulegen.

Invasion Reden wir über Star Wars: Invasion, die neue Comicreihe in der Zeit der New Jedi Order. Worum geht, was sollen Fans darüber wissen?

Seit unserer Ankündigung ist klargeworden, dass es zwei Gruppen von Fans gibt: Die eine Gruppe hofft, dass wir die bestehenden Romane adaptieren, die andere, dass wir genau das nicht tun. Letzterer Wunsch wird sich erfüllen.

Denn unsere Geschichte spielt zwar zur Zeit der Romane - wir setzen kurz nach den Ereignissen im ersten Roman der Reihe Vector Prime ein - und zeigt einige der Figuren aus den Romanen in Nebenrollen, aber wir konzentrieren uns auf vier Angehörige einer Familie vom Planeten Artorias und wie die Invasion der Yuuzhan-Vong ihr Leben verändert. Wir wollten nicht einfach Ereignisse aufgreifen, von denen bereits andernorts erzählt worden war und fanden, dass die Galaxis groß genug für bislang nicht erzählte Geschichten ist.

In Invasion haben wir es also mit der Familie Galfridian zu tun: Dem Vater Caled, der Mutter Nina, der Tochter Kaye und dem Sohn Finn. Jeder von ihnen wird am Kampf gegen die Invasoren beteiligt sein, und jeder wird unsere Leser mit seinem Schneid, seiner Persönlichkeit, seinen Fähigkeiten und seinem Mut überraschen, glaube ich. Figuren wie Luke, Leia, Han und die Solo-Kinder werden in der Reihe auftauchen, aber nur in Nebenrollen, in denen sie - hoffentlich - nicht mit der etablierten Kontinuität aneinandergeraten.

Invasion ist, zusammen mit The Old Republic und Dark Times eine von drei Geschichten, die das Onlineformat nutzen, um die Reihe in Gang zu setzen. Werden wir künftig mehr Onlinecomics zu sehen bekommen?

Das ist zumindest möglich. Bei diesen drei Reihen hatten wir einfach zum richtigen Zeitpunkt die Möglichkeit, damit online zu gehen. Für uns ist das jetzt ein Test, um herauszufinden, wie effektiv Onlinecomics dabei sind, Leser für unsere Heftserien zu begeistern.

Legacy Die beiden großen Comicreihen sind im Moment Legacy und Knights of the Old Republic. Wie steht es um diese Reihen? Sind Sie zufrieden mit ihrem Erfolg?

Zufrieden, sicherlich. Ich glaube, sie sind deshalb so erfolgreich, weil sie gut geschrieben und gut gezeichnet sind. Solange man seinen Lesern Figuren und Geschichten liefert, mit denen man sie in seinen Bann ziehen kann, wird man ein Publikum haben. Bei Krieg der Sterne besteht die Herausforderung darin, den Lesern das zu präsentieren, was sie nicht erwarten. Ich weiß, dass das kontraproduktiv wirkt, weil es große Massen von Fans gibt, die bestimmte Ereignisse unbedingt sehen wollen, aber man darf sich davon nicht beeinflussen lassen.

Denn wenn man das tut und den Fans immer das gibt, was sie erwarten, werden sie irgendwann die Nase voll davon haben. Man braucht Autoren und Zeichner, die den Lesererwartungen immer mindestens einen Schritt voraus sind, um sein Publikum mit den Entscheidungen seiner Figuren und der Entwicklung seiner Geschichten kontinuierlich zu faszinieren und zu überraschen. Glücklicherweise habe ich eine tolle Gruppe von Autoren und Zeichnern.

Wie ist es, mit all diesen Autoren und Zeichnern zusammenzuarbeiten?

Ganz ehrlich: Ich könnte mit ihrer Arbeit nicht zufriedener sein. Natürlich würde ich mir wünschen, dass einige von ihnen ihre Abgabefristen etwas besser einhielten, aber ich weiß auch, dass es Zeit braucht, die Art Qualitätsarbeit zu erbringen, die unsere Fans erwarten. Meine Arbeit und die von Dave [Marshall] und Freddye [Lins] besteht zum Teil einfach darin, dafür zu sorgen, dass die Aufträge so vergeben werden, dass jeder Kreative Zeit hat, sein Bestmöglichstes zu leisten.

Wie sieht Ihr Verhältnis mit Ihren Kollegen bei Lucas Licensing aus? Wie entsteht ein Comicheft?

Sue Rostoni von Lucas Licensing muss sich bei jedem Projekt fünf Phasen ansehen und diese abnicken: Den Handlungsabriss, das Skript, die Bleistiftzeichnungen, die Tuschezeichnungen und die beschrifteten und kolorierten Seiten. Leland Chee, der Lucasfilm-Verantwortliche für Kontinuität, kann dabei immer mal wieder mit Informationen auftauchen oder Änderungen fordern. Meine Arbeit besteht zu einem großen Teil darin, bei jedem Skript dafür zu sorgen, dass Sue und Leland verstehen, was sie im fertigen Heft sehen werden. Auf diese Weise gibt es bei der Abgabe der Zeichungen keine bösen Überraschungen, und es ist nur sehr selten nötig, Seiten neu zu zeichnen. Unsere Zusammenarbeit verläuft sehr rund.

Vector Letztes Jahr gab es mit Vector ein riesiges Krieg der Sterne-Crossover. Wie erfolgreich war Vector? Hätte aus Ihrer Sicht irgendetwas besser ablaufen können?

Vector war ein bedingter Erfolg. Unser Endspiel wurde dadurch etwas unterbrochen, dass The Clone Wars vorgezogen wurde und sich The Force Unleashed verzögerte. Im Endeffekt haben sich aber selbst diese Störungen unseres Veröffentlichungsplans positiv ausgewirkt. Wir versuchen immer eine etwa gleiche Zahl von Krieg der Sterne-Titeln zu veröffentlichen - gibt es zu wenige, setzen wir auch zu wenig ab, haben wir zu viele, müssen unsere Leser das ein oder andere Heft aus Geldgründen aussitzen.

Da die beiden The Clone Wars-Publikationen - die Bände und die Heftreihe - früher als erwartet herauskamen und The Force Unleashed etwa zur gleichen Zeit dazukam, haben sich die Vector-Fortsetzungen in Rebellion und Dark Times verzögert. Das gab uns allerdings die Zeit, uns Rebellion näher anzusehen und die in Sachen Kontinuität sehr dichtgedrängte Epoche unter die Lupe zu nehmen, auf die die Reihe unweigerlich zusteuerte. Ohne diese Verzögerung hätten wir nie die Entscheidung gefällt, stattdessen Invasion an den Start zu bringen.

Aber für Knights of the Old Republic und Legacy hatte Vector die erhofften positiven Auswirkungen. Die lange Flucht von Zayne Carrick in Knights of the Old Republic wurde zum Abschluss gebracht und Dank der Ereignisse in Vector konnte die Reihe eine neue Richtung einschlagen. Gleichzeitig hat der Abschluss von Vector den Status Quo der Sith in Legacy verändert und Möglichkeiten für neue, unerwartete Ereignisse geschaffen.

Heißt das, wir könnten ein weiteres Crossover zu sehen bekommen?

Nein, zumindest nicht sofort. Für die Zukunft will ich es nicht ausschließen, aber ich wüsste nicht, wie wir eine allumfassende, epochenübergreifende Geschichte erzählen könnten, ohne ein Handlungselement wie den Muur-Talisman zu verändern, und ich will keine Wiederholungen. Sollte einem unserer Autoren eines Tages eine neue Idee für ein Crossover einfallen, könnten wir allerdings darauf einsteigen.

Mit Invasion dringen Sie in eine Epoche vor, die Sie bisher - abgesehen von einer Geschichte der Chewbacca-Reihe und einer Geschichte in den Star Wars Tales - gemieden haben wie der Teufel das Weihwasser.

Das ist alles eine Frage der Logistik. Es ist inzwischen sehr viel leichter geworden, in dieser Epoche zu arbeiten, weil wir jetzt wissen, was dort in Sachen Kontinuität genau vor sich geht. Und das Wissen um die großen Ereignisse dieser Epoche ermöglicht es uns wiederum, unsere eigenen, unerwarteten großen Ereignisse zu schaffen. Anstelle von den Kontinuitäts-Wegpunkten dieser Epoche eingeschränkt zu werden, können wir sie als Ausgangspunkte neuer Abenteuer und neuer Geschichten verwenden.

The Clone Wars Dark Horse hat sich nun auch The Clone Wars zugewandt, sowohl in Band-, als auch in Heftform. Werden diese Geschichten künftig in engerem Zusammenhang zur Serie stehen, anstatt wie bisher nur - sehr beliebige - Geschichten in diesem Zeitrahmen zu erzählen?

Das ist wahrscheinlich unmöglich zu sagen, solange die The Clone Wars-Saga noch läuft. Ernsthaft: Wer sich diese Geschichten mit der Einstellung vornimmt, dass nichts davon zählt, solange es nicht in die persönlichen Vorstellungen der Zeitlinie hineinpasst, ist nicht unser Zielpublikum. Jeder, der an der Serie und an den Comics arbeitet, gibt sein Bestes, um die bestehende Kontinuität nicht zu verletzen, aber ich kann Ihnen garantieren, dass es nie unser Endziel sein wird, zu Lasten guter Geschichten die Kontinuität aufrechtzuerhalten. Einige Ereignisse und Geschichten werden einfach nicht zu dem passen, was bisher erzählt worden ist oder was der ein oder andere über den Gesamtablauf vermutet hat. Es wird Anpassungen geben müssen, und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach seitens der Fans.

Was halten Sie allgemein von der Kontinuität in der Epoche der Klonkriege? Die Fernsehserie hat da ja nun eine Menge Verwirrung hineingebracht.

Die Verwirrung tut mir leid, aber ich kann es nur wiederholen: Keine dieser Geschichten wurde mit der Absicht geschrieben, Lücken in der bestehenden Zeitlinie zu füllen. Wir wollen einfach nur gute Geschichten erzählen.

Wer eine innergalaktische Erklärung möchte, sollte sich diese ansehen: Das erste Kriegsopfer ist immer die Wahrheit. Das ist auf der Erde wahr, und es ist auch im Krieg der Sterne-Universum, wahr. Manchmal wird einem im Krieg die Wahrheit erzählt. Manchmal ist es die Wahrheit, die glattgebügelt worden ist, um besser verdaulich zu sein. Manchmal ist es ein Irrtum. Oder eine bewusste Fehlinterpretation der Wahrheit. Und manchmal wird einem auch eine faustdicke Lüge serviert.

Zu sagen, was was ist, ist erst nach Ende der Feindseligkeiten möglich, und häufig nicht einmal dann. Außerdem sollte man nicht vergessen: Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben. Damit gibt es in der Geschichte ein zusätzliches Motiv für Fehlinformationen. Die Klonkriege waren ein galaxisweiter Krieg, der auf Tausenden verschiedener Welten ausgetragen wurde. Genau zu sagen, wem, wann und wo was passiert ist, dürfte unmöglich sein.

Entschuldigung, ich versuche hier nur zu helfen.

Bomo Greenbark Was ist Ihre Lieblingscomicfigur und wieso?

Das ist eine schwere Frage, weil es eine so große Auswahl gibt. Und weil ich so etwas ungern offen auspreche. Wenn ich es tue, wird einer meiner Autoren vielleicht beschließen, diese Figur umzubringen, bloß um mich zu ärgern.

Wenn ich wählen müsste, würde ich vermutlich Bomo Greenbark aus Dark Times wählen. Er ist das unglücklichste Wesen in der Galaxis, und trotzdem gibt er nicht auf. Ich muss ihn einfach mögen.

Legacy spielt ein Jahrhundert nach den spätesten aktuellen Romanen. Denken Sie, das ist für Serien wie Legacy of the Force und Fate of the Jedi eine Einschränkung?

Es gab ungefähr 57 Romane in den 25 Jahren zwischen Neue Hoffnung und dem Anfang der New Jedi Order. Das heißt, in den 90 Jahren zwischen den aktuellen Romane und Legacy ist wohl noch einmal Platz für dreimal soviele. Solange Del Rey und die Autoren nicht einfach anfangen, die offensichtlichen Lücken zwischen den beiden Zeitperioden zu füllen, sollte es genug Raum für neue Geschichten geben.

Also nein, ich denke nicht, dass die Legacy-Reihe die Romane stärker einschränkt, als die 19 New Jedi Order-Romane es bei Invasion tun.

Haben Sie eine Idee für eine Comicreihe oder auch nur ein Einzelheft auf Lager, die Sie gerne umsetzen würden?

Das kann ich doch nicht verraten! Sagen wir es so, wir haben noch mehr Material in der Hinterhand, aber vorstellen werden wir es erst in 8 Monaten.

Herr Stradley, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

Findus

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Dienstag, 17. März 2009, 21:31

Danke die Übersetzung :)

Eine Sache ist mir sauer aufgestoßen, nämlich:

Zitat

Die Verwirrung tut mir leid, aber ich kann es nur wiederholen: Keine dieser Geschichten wurde mit der Absicht geschrieben, Lücken in der bestehenden Zeitlinie zu füllen. Wir wollen einfach nur gute Geschichten erzählen.

Wer eine innergalaktische Erklärung möchte, sollte sich diese ansehen: Das erste Kriegsopfer ist immer die Wahrheit. Das ist auf der Erde wahr, und es ist auch im Krieg der Sterne-Universum, wahr. Manchmal wird einem im Krieg die Wahrheit erzählt. Manchmal ist es die Wahrheit, die glattgebügelt worden ist, um besser verdaulich zu sein. Manchmal ist es ein Irrtum. Oder eine bewusste Fehlinterpretation der Wahrheit. Und manchmal wird einem auch eine faustdicke Lüge serviert.

Zu sagen, was was ist, ist erst nach Ende der Feindseligkeiten möglich, und häufig nicht einmal dann. Außerdem sollte man nicht vergessen: Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben. Damit gibt es in der Geschichte ein zusätzliches Motiv für Fehlinformationen. Die Klonkriege waren ein galaxisweiter Krieg, der auf Tausenden verschiedener Welten ausgetragen wurde. Genau zu sagen, wem, wann und wo was passiert ist, dürfte unmöglich sein.

Entschuldigung, ich versuche hier nur zu helfen.


Also die Erklärung das in Jahrelangen Kriegen (3 Jahre sind ja auch so heftig, da machen wir Menschen das ja mit unserer vergleichsweise primitiven Technik besser bei Kriegen die länger Dauern und länger her sind -.-) das ein oder andere Datum verwächselt werden könnte war ja noch irgendwie akzeptabel und nachvollziehbar. Da hat wenigstens niemand daran gezweifelt das die Ereignisse passiert sind (Wenn es auch nur fiction ist).

Aber jetz stimmt die andere Story, die andere ist eine Lügengeschichte, und welche was ist ist ein Geheimnis das niemand weiß ? Also ne, wenigstens ist das nicht eine ofizielle Stellungnahme zu dem Kontinuitäts-Problem. Weil das ist wirklich nicht akzeptabel für mich al Erklärung.

Aber wenigstens macht sich diese Frau ueberhaupt noch Gedanken zu dem Thema obwohl das nicht mal ihre Aufgabe ist. Da können sich die Kontinuitäterantwortlichen für die ganzen Kontinuität-Fehler mal was abgucken -.-
Man muss nicht sterben, um in der Hölle zu sein.

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Findus« (17. März 2009, 21:35)


Ace Azzameen

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5

Dienstag, 17. März 2009, 22:35

Irgendwie kann ich Mr. Stradley so gar nicht zustimmen...

Zitat

Es wird Anpassungen geben müssen, und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach seitens der Fans.
Warum hab ich das Gefühl, dass die Autoren mittlerweile einfach nur zu faul sind um sich mal ein bisschen an den Kanon zu halten? Das kann doch nun wirklich nicht zu schwer sein Geschichten spannend im Rahmen des Kanons zu erzählen. Aber nein: Lieber kreuz und quer die Kontinuität überfahren und der Fan darf sich dann "anpassen".

Zitat

Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben. Damit gibt es in der Geschichte ein zusätzliches Motiv für Fehlinformationen.
Ich würde dem Mann jetzt gerne sagen, dass StarWars nicht real ist. :rolleyes:

Zitat

Also die Erklärung das in Jahrelangen Kriegen (3 Jahre sind ja auch so heftig, da machen wir Menschen das ja mit unserer vergleichsweise primitiven Technik besser bei Kriegen die länger Dauern und länger her sind -.-) das ein oder andere Datum verwächselt werden könnte war ja noch irgendwie akzeptabel und nachvollziehbar.
Für mich eigentlich nicht. Wir sollten nicht vergessen, dass der CW kein echter Krieg ist.
Das ganze ist ein Produkt von Autoren der heutigen Zeit und damit ist diese Ausrede für mich nur schwer verständlich.
Außerdem sind die Klonkriegsgeschichten ja keine Nacherzählungen oder Berichterstattungen, sondern "echte" Szenarien die wir hautnah miterleben.
Wie sollen sich in sowas denn Fehler einschleichen?
Ein letzter Salut für Bootsmann

Du warst mir immer ein guter Freund

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ace Azzameen« (17. März 2009, 22:36)


6

Dienstag, 17. März 2009, 22:55

Ein interessantes Interview. Wie ihr alle da immer wieder ran kommt. Schon irre. Es ist immer wieder interessant die Sicht von Leuten zu hören die direkt in SW involviert sind.
Die Reihe scheint echt cool zu werden. Finde die Idee super eine Comic Reihe zu dieser Zeit raus zu bringen und das dabei eine andere Geschichte erzählt wird oder besser gesagt aus einer anderen Sicht.....Super Interview...Danke

Hm soweit hatte ich gar nicht gelesen. Ist ja ein Ding. Sowas kann ich ja mal überhaupt nicht ab. Es sollte doch möglich sein eine Geschichte zu erzählen die in einen Rahmen passt. Man malt doch nicht umgekehrt. So was zerstört einfach den Flair von Star Wars wenn Ungereimheiten auftauen. Man hat nun mal eine Geschichte im Kopf und wenn diese einfach umgeschrieben wird ist das schon sehr nervig. Warum kann sich denn nicht mal der Autor anpassen. Der wird doch dafür bezahlt das er den Kanon einhält. Es sind doch auch die Fans die das kaufen sollen, da kann man diese nicht so einfach abspeisen mit:

Zitat

Es wird Anpassungen geben müssen, und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach seitens der Fans.
Das geht so nicht.

Aaron

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Mittwoch, 18. März 2009, 00:22

Nicht "Autoren" haben die bisherige Kontinuität zerschossen, sondern The Clone Wars hat das getan. Wenn man das kritisieren möchte, dann sollte diese Kritik an den richtigen Adressaten gehen, und das ist hier ziemlich eindeutig George Lucas.

Ansonsten stimme ich Stradley zu: Man kann es mit dem Kontinuitätswahn auch übertreiben. Einige der besten Krieg-der-Sterne-Geschichten sind Infinities-Material. Das macht sie für mich persönlich kein bisschen weniger unterhaltsam.
Und ob jetzt Ereignis A in den Klonkriegen vor Ereignis B kommt... Wen kümmert's. Der Anfang ist klar, das Ende ist klar, was zwischendrin kommt fand ich vor 2005 toll, danach eher albern. Okay, liegt hauptsächlich daran, dass ich das Ende reichlich albern finde, aber der große Masterplan, der vom EU zwischen 2002 und 2004 in den Klonkriegen ausgeführt wurde, ist schon seit 2005 zum Teufel, seit dem Moment nämlich, als Palpatines raffiniertes Ränkespiel mit Episode III von Lucas höchstpersönlich ruiniert wurde. Seither sind die Klonkriege der reinste Kinderspielplatz, auf dem so ziemlich alles abläuft, nur kein wohldurchdachtes Konzept mehr, also kann man die Kontinuität in den 3 Jahren auch gleich über Bord werfen. Asche zu Asche...

Wenn's im Gegenzug ein paar gute Geschichten gibt, umso besser. Meine persönlichen Highlights aus der Klonkriegszeit - die Ostrander-Comics, Medstar, Shatterpoint mit starken Einschränkungen - werden's überleben, ob sie nun einmal widerlegt werden oder tausendfach.
Denn Kanon ist eine persönliche Sache. ;)
You think a little thing like death's gonna slow us down?!
-Han Solo

Ace Azzameen

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Mittwoch, 18. März 2009, 13:41

Zitat

Nicht "Autoren" haben die bisherige Kontinuität zerschossen, sondern The Clone Wars hat das getan.
Nicht ganz.
Nach dem TCW Chaos hatten wir ja erst die Parole "TCW beginnt 1 Jahr nach Geonosis" bekommen.
Das hat Traviss Freundin aber ja grandios über den Haufen gefahren in dem sie ihr Buch ein paar Tage nach Geonosis datierte.
Und das Buch spielt ja schon nach dem TCW-Film.
Und ja: Auch GL hatte ich in die Gruppe der "Autoren" einbezogen.

Zitat

Man kann es mit dem Kontinuitätswahn auch übertreiben.
Ich frag mal ganz stumpf: Wo liegt die große Schwierigkeit gute Geschichten zu schreiben und gleichzeitig auf die bestehenden Geschichten zu achten?

Zitat

Okay, liegt hauptsächlich daran, dass ich das Ende reichlich albern finde, aber der große Masterplan, der vom EU zwischen 2002 und 2004 in den Klonkriegen ausgeführt wurde, ist schon seit 2005 zum Teufel, seit dem Moment nämlich, als Palpatines raffiniertes Ränkespiel mit Episode III von Lucas höchstpersönlich ruiniert wurde.
Ok, das war wohl einer der dämlichsten SW-Moment überhaupt. (PT eben :P)
Aber den Kanon hats trotzdem nicht über den Haufen geworfen. Die Klonkriege des EU waren (ausgenommen die Pre-PT Version) nahezu unverändert geblieben und es existierten damals eben keine doppelten und dreifachen Geschichten an ein und dem selben Tag.

Zitat

Und ob jetzt Ereignis A in den Klonkriegen vor Ereignis B kommt... Wen kümmert's.
Zum Beispiel einige Forenuser. So ein allgemeingültiger ist zB für viele Diskussionen nützlich.

Ich weiß dass ich mich wiederhole aber wo liegt jetzt die Schwierigkeit, das vernünftig hinzukriegen.
Ein letzter Salut für Bootsmann

Du warst mir immer ein guter Freund

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Mittwoch, 18. März 2009, 15:18

Das Warum ist recht einfach zu erklären: Die Klonkriege waren fertig und abgeschlossen, und kein Mensch auf der Welt hätte mehr dazu wissen müssen. Dann kam The Clone Wars, und ein fertiges Gesamtbild (von Gesamtkunstwerk will ich angesichts des Endes nicht sprechen ;)) wurde auseinandergerissen, um für neues Material Platz zu machen. Das Ergebnis sieht nun in etwa so aus, wie die Mona Lisa aussehen würde, wenn man nachträglich noch ein paar Clowns und einen Zirkus reinmalen würde: Es ist echt nicht schön, und der Sinn ist auch ziemlich hinüber. ;)
Die einzige Möglichkeit, das effektiv zu verhindern, hätte darin bestanden, altes Material in der Serie neu auszuwerten oder aber auf die Hauptfiguren der alten Version zu verzichten und mit komplett neuen Figuren einzusteigen. Wollte man aber offenbar nicht, und so ergibt es nun halt keinen Sinn mehr. Dafür haben wir Ahsoka. :P

Womit ich persönlich kein Problem habe, weil die Klonkriege für mich - wie gesagt - schon seit 2005 aus viel Schrott und wenigen Perlen bestehen. Unter dem Gesichtspunkt finde ich Randys Erklärung sogar recht nett.
Und neu ist diese Methode, Vergangenes abzuservieren, ja nun auch nicht. Man nehme bloß die grausige DVD-Verstümmelung der klassischen Trilogie. ;)
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Dienstag, 30. Juni 2009, 15:22

Randy Stradley im Interview


Randy Stradley im Interview
Dienstag, den 30. Juni 2009 um 15:20 Uhr von Aaron

GalacticBinder.com hatte Gelegenheit, mit dem stellvertretenden Chefverleger von Dark Horse Randy Stradley zu plaudern.

Herr Stradley, beginnen wir mit einer sinnlosen Frage: Wenn George [Lucas] einen Vizepräsidenten von Krieg der Sterne wählen würde, wer wäre das (wir hoffen auf Billy Dee Williams)?

Gesetzt den Fall, dass George dann der Präsident der Galaxis ist, müsste die Vizeposition an Leia gehen. Nichts gegen Lando, aber ich denke, man will für den Posten einen sachlichen Kopf mit einem Auge für Details. Lando lässt sich zu einfach von seinem Streben nach Reichtum ablenken genau wie Han, und Luke ist ein zu großer Träumer. Da weder Yoda, noch Obi-Wan die Stelle annehmen würden, bleibt nur Leia.

Invasion Okay, damit zum eigentlichen Thema: Dark Horse hat mit Invasion den Sprung in die Zeit der New Jedi Order gemacht. Die Yuuzhan-Vong gehören zu den wohl besten Schurken der Krieg der Sterne-Welt, und die 19 Romane haben ihnen eine reiche, komplexe Kultur verpasst, die Sie aufgreifen oder in Stücke schießen können. Invasion soll einige Zeit nach dem ersten Roman beginnen. Können Sie uns einen Überblick über die Reihe geben, und setzen Sie mit der Geschichte zu diesem Zeitpunkt an?

Zunächst einmal wollten wir am "Anfang" beginnen, den Lesern zuliebe, die mit den New Jedi Order-Romanen nicht vertraut sind. Bei Krieg der Sterne kann man es als gegeben betrachten, dass die Leser die Filme kennen, aber man sollte nie davon ausgehen, dass sie mit jedem Teil des Erweiterten Universums vertraut sind. Die Hintergrundinformationen liefern wir am Anfang der Reihe recht schnell nach, aber wir wollen den Lesern schon am Anfang genug Material geben, damit sie nicht völlig ahnungslos sind, wenn sie zuvor noch nie von den Yuuzhan-Vong gehört haben.

Vector Prime Wenn man an den ersten New Jedi Order-Roman Vector Prime [Die Abtrünnigen] denkt, fällt einem sofort der Hass ein, den R.A. Salvatore auf sich zog, als das Buch in die Läden kam. Sie waren damals dabei, als über Chewies Tod entschieden wurde. Wie sehen Sie die Anlegenheit heute, gerade in Bezug auf Salvatore? Schulden ihm die Fans noch eine Entschuldigung?

Was nach dem Tod von Chewie passiert ist, habe ich eigentlich nie wirklich mitbekommen, ich weiß also nicht, welche Ausmaße das angenommen hat. Aber klar, wenn die Fans ihre Frustration über diese Entwicklungen in einem fiktionalen Universum an jemandem ausgelassen haben, der angeheuert worden war sie aufzuschreiben, schulden sie diesem Autor eine Entschuldigung. Mr. Salvatore war bei der Konferenz gar nicht dabei, auf der entschieden wurde, dass Chewbacca der Todeskandidat werden würde. Er schrieb Vector Prime auf Basis einer groben Handlungsübersicht, die bereits existierte, bevor er zu dem Projekt hinzustieß. Wer wegen der Ereignisse in der Geschichte also "Hass" empfand, hätte ihn nie an Salvatore auslassen sollen.

Invasion Reden wir über Invasion: Wir haben die tollen Titelbilder der ersten beiden Teile gesehen. Was können Sie uns über den Stil und die Atmosphäre der Zeichnungen sagen? Wird Invasion die Härte und Brutalität der Yuuzhan-Vong widerspiegeln?

Ich hätte mir keinen besseren Zeichner als Colin Wilson wünschen können. Seit ich vor Jahren seine Arbeit an 2000 AD gesehen habe, wollte ich ihn schon für Krieg der Sterne haben, lange bevor er einige Hefte für Legacy und Rebellion für uns zeichnete. Bei harten Actionszenen und furchteinflößenden Außerirdischen, ist Colin Weltmeister, deshalb war er für die Yuuzhan-Vong perfekt geeignet. Gleichzeitig verliert er nie den Kontakt zu den Gefühlen der Hauptfiguren, und das sieht man in den ruhigeren Augenblicken der Reihe auch sehr gut.
Die Farben liefert dann Wes Dzioba, und er hat hervorragende Arbeit geleistet, gerade wenn es darum ging, jeden Schauplatz wie einen einzigartigen Ort innerhalb der Krieg der Sterne-Galaxie wirken zu lassen.
Und dann sind da natürlich noch die Titelbilder von Jo Chen, die ich einfach phantastisch finde. Ich wusste sofort, dass ich Colin nicht für die Titelbilder von Invasion wollte und hatte Jo schon den Auftrag gegeben, als ich eine Mail von unserem Autor Tom Taylor und Colin bekam, in der sie mich baten, Jo für die Titelbilder anzuheuern. Besser hätte es also nicht laufen können.

KotOR TOR Sie haben drei Comicreihen - Dark Times, The Old Republic und Invasion - mit exklusiven Onlineteilen gestartet. Sie scheinen damit die Reaktionen auf dieses Vertriebsmedium testen zu wollen. Können Sie sich vorstellen, dass digitale Comics eines Tages für Dark Horse Gewinne abwerfen könnten? Falls ja, wann wird es Ihrer Ansicht nach soweit sein?

Wir werden weiterhin Onlineexperimente machen, aber ich glaube nicht, dass wir schon an einem Punkt sind, wo es möglich ist, exklusive Onlineinhalte zu schaffen und sie kostendeckend zu vertreiben. Vielleicht kommt es mal dazu, aber noch ist es nicht soweit.

Auf DarkHorse.com haben Sie unlängst über Ihre Goldene Regel Nr. 5 geschrieben, die besagt, dass eine Comicgeschichte nur unter außergewöhnlichen Umständen auf Tatooine spielen sollte, weil der Planet im Grunde unwichtig sei und seine Bedeutung für die Filme durch ständige Comicauftritte nicht untergraben werden sollte. Für die Legacy-Reihe haben Sie einen Bruch dieser Regel nun zugelassen. Werden Sie weich?

Absolut nicht. Aber Fakt ist nun einmal, dass die Geschichte König ist. Wenn Ereignisse, Figuren oder Schauplätze der Geschichte dienen, sollten sie auch vorkommen. Wenn ihr Einbau in die Geschichte hilft, die Entwicklung der Figuren zu unterstützen oder ihre Gefühle (und die der Leser) zu verstärken, ohne von der eigentlichen Geschichte abzulenken, sehr gut. Wenn sie den Leser allerdings nur ablenken oder sie nur dazu dienen, einen netten "Fanboy-Moment" für Hardcore-Fans zu schaffen, lasse ich das nicht durchgehen. Tatooine hat als Schauplatz seinen Sinn. Das Restaurant im Naboo-Stil mit einem riesigen Padmé-Porträt, das niemals zu sehen war, hingegen nicht.

Können Sie uns einige weitere Ihrer 10 goldenen Regeln verraten und uns erklären, wieso Sie sie aufgestellt haben?

Hier ist Regel Nr. 1: Kein Recycling von Dialogen aus den Filmen (es sei denn, innerhalb einer Rückblende auf eine Filmszene). Unter absolut gar keinen Umständen muss eine weitere Krieg der Sterne-Figur jemals wieder sagen, "Ich habe da ein ganz mieses Gefühl" oder "Ich finde Ihren Mangel an Glauben beklagenswert.", etc. Gleiches gilt für die Bezeichnung "THX-1138". 30 Jahre voller Anspielungen dieser Art, haben die Idee zu Tode geritten.

Dark Times Bomo Gute Regel! Nun laufen Legacy, Dark Times (wir lieben Bomo!) und Knights of the Old Republic ganz hervorragend, aber haben Sie keine Sorge, dass die Verkaufszahlen dieser Serien angesichts neuer interessanter Reihen wie Invasion und The Old Republic sinken könnten? Wir halten Sie das Gleichgewicht und die Absatzzahlen Ihrer Hauptserien stabil?

Egal, wie gut man jede Reihe auch betreut, früher oder später endet sie. Als das Interesse an Rebellion zurückging, haben wir Invasion gestartet. Man sollte nicht auf die Idee kommen zu glauben, dass die aktuell laufenden Serien ewig weitergehen werden.
Und schön, dass Bomo ein paar Fans hat. Nachdem er immer nur den Kürzeren zieht, braucht er jedes Bisschen emotionale Unterstützung, die er kriegen kann.

The Clone Wars Vom Vermarktungsstandpunkt aus, war Ihre Clone Wars-Comicreihe angesichts der gleichnamigen Fernsehserie keine große Überraschung. Wie gehen Sie mit der Kontinuität der Reihe um? Haben Sie in Anbetracht der Fans, die die Serie gut kennen, mehr oder weniger Freiheiten?

Nun, der Chefautor der Serie, Henry Gilroy, schreibt den Großteil unserer The Clone Wars-Comics, deshalb mache ich mir um die Kontinuität keine großen Sorgen. Womit wir aufpassen müssen, ist, nicht die gleichen Geschichten zu erzählen wie die Serie, aber nachdem die so weit im Vorfeld ausgearbeitet wird, wissen wir fast immer, was sie gerade planen, um ungewollte Überlappungen zu vermeiden.

[...]

Jedi vs. Sith Nun lesen wir Krieg der Sterne-Comics, weil wir die Geschichten und die Zeichnungen mögen, aber es gibt auch Leute, die die Comics sammeln, weil sie sie gerne sammeln. Viele Lizenznehmer haben Sonderausgaben oder Sammlerartikel herausgebracht, während Dark Horse sich auf einige weniger Sammlerprodukte beschränkt hat, das Dark Times 1-Heft mit dem Bleistifttitelbild zum Beispiel. Wird es in Zukunft weitere Sammlerausgaben geben?

Hier und da sicher. Wir haben, wie der Eine oder Andere sich erinnern wird, zum 30. Jubiläum die 30th Anniversary-Sammelbandreihe herausgebracht. Aber ich bin kein großer Freund von speziellen Sammlerartikeln. Ich weiß noch, dass ich die Deluxe-Edition von Stephen Kings Gunslinger: Dark Tower gekauft habe, als sie herauskam. Damals wurde behauptet, dass dies die einzige Veröffentlichung der Geschichte überhaupt bleiben würde. Wann immer ich den Band jetzt in meiner Sammlung sehe, werde ich wütend. Ich würde einem Fan so etwas nie antun wollen. Es ist besser, wir produzieren etwas, das die Fans immer in Ehren halten werden, weil sie die Geschichte mögen, nicht die Verpackung.

Zum Abschluss eine "Was wäre, wenn..."-Frage: Wenn Sie ins Krieg der Sterne-Universum katapultiert würden, in welcher Epoche und an welchem Ort würden Sie gerne landen und mit wem würden Sie zuerst welche Sache machen (bitte bleiben Sie jugendfrei!)?

Die Zwillinge aus der Mos-Eisley-Cantina sind also Tabu, was? Ich denke, ich würde gerne mit den Wookiees auf Kashyyyk herumhängen. Aber ohne Droiden oder Sturmtruppen zu bekämpfen. Ich würde mir einen Ort suchen, an dem ich den "Sterne"-Teil genießen kann, ohne zu sehr mit dem "Krieg der"-Part zu tun zu bekommen.

Allerletzte Frage: Können Sie uns eine klitzekleine Vorschau auf die nächsten Comics geben?

Nur drei Worte: Einsamer. Weiblicher. Jedi. Denkt einmal drüber nach. Und erwartet nicht, in naher Zukunft etwas darüber zu hören.

Herr Stradley, vielen Dank für dieses Gespräch!

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Dienstag, 30. Juni 2009, 16:35

"Einsamer. Weiblicher. Jedi."
Irgendwie muss ich da grad spontan an die Verbannte denken...
Ansonsten finde ich das Interview jetzt ehrlicvh gesagt nicht so aufschlussreich, da mich Invasion eher kalt lässt, dafür wurde endlich mal geklärt, warum sich in den Comics kein "Mieses Gefühl" wiederfindet.
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Dienstag, 30. Juni 2009, 17:17

Wenn dieses Interview der absolute Oberhammer wären, hätten wir es besser vermarktet. "BIG NEWS: Randy Stradley im INTERVIEW!!!!!!!" Mit flashiger Grafik für die Rotation und passendem Klingelton. So ist es eher die News eines nachrichtenlosen Tages. Einer nachrichtenlosen Woche. Eines scheinbar beginnenden nachrichtenlosen Sommerlochs.
Sofern nicht morgen die TOR-Demo rauskommt, dürfte es in nächster Zeit in der Art weitergehen: Interviews mit Leuten, die man schon hundertmal im Interview gelesen hat und die wenig Neues - wenn auch manchmal vielleicht nicht völlig Uninteressantes - zum Besten geben. :)
Mit einer einsamen Jedi ist allerdings immerhin der Hauch von Information gegeben. Könnte also schlimmer sein.
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Dienstag, 30. Juni 2009, 18:59

@Aaron:
Ich will mich ja nicht über die News beschweren, falls das so rüber gekommen sein sollte. Im Gegenteil, ich finde es gut und bin euch dafür dankbar, dass ihr über alles berichtet was berichtenswert ist.
Ich finde nur die Thematik des Interviews großteils nicht so berauschend, da mich Post-Endor generell ehr kalt lässt, aber dafür könnt ihr ja nichts.
Nochmal Sorry, falls mein Post irgendwie als unkonstruktive Kritik rübergekommen sein sollte, so war der nicht gemeint.
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Dienstag, 30. Juni 2009, 19:18

Äh, nein, ich hatte das nicht als persönliche Kritik aufgefasst, die blutracheverdächtig wäre - und ich bin zwar schnell beleidigt, aber so schnell nun auch wieder nicht. ;) Ich wollte nur den Grund erklären, wieso wir ein Interview bringen, das einen in der Tat begrenzten Informationswert besitzt, das ist alles. :)
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Dienstag, 30. Juni 2009, 19:18

Zitat

Original von Darth Stassen:
"Einsamer. Weiblicher. Jedi."
Irgendwie muss ich da grad spontan an die Verbannte denken...

Ich auch, aber die diesjährige hochoffizielle Ankündigung von KotOR III halte ich für wahrscheinlicher. Warum ausgerechnet die Verbannte? Und wer wird es wagen, ihr ein festgelegtes Gesicht zu geben? Man sollte versuchen, nicht alles mit der KotOR-Brille zu sehen (fällt mir selber auch nicht immer leicht ;)).
Obwohl. Wenn Revan Gastauftritte (in Band 42 sogar etwas mehr, wie es scheint) in KotOR hatte, kann die Verbannte genausogut welche kriegen, ebenfalls mit tief eingezogener Kapuze. Aber dass er bloß einen Nebenauftritt in diesem Zusammenhang erwähnt, halte ich für unwahrscheinlich.

Und es gibt so viele andere Möglichkeiten: Jaina Solo etwa, wo wir doch schon beim Thema Invasion sind. Oder jemand ganz neues, ist doch auch möglich!

Mich würde eine Auflistung dieser 10 goldenen Regeln interessieren. Die beiden genannten klangen sehr vernünftig, ich würde gern mehr darüber erfahren. So informationsarm fand ich das Interview übrigens nicht, und wenn doch, so war es wenigstens unterhaltsam zu lesen. :)
Let the demons have their place... If so it's angels you'll create

Dredg, Ode to the sun, aus Catch without arms

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Dienstag, 10. November 2009, 13:22

Stradley über die jüngste Neuerfindung der SW-Comics


Stradley über die jüngste Neuerfindung der SW-Comics
Dienstag, den 10. November 2009 um 13:18 Uhr von Aaron

TF.N hatte unlängst Gelegenheit, mit Dark-Horse-Star Wars-Programmchef Randy Stradley zu sprechen. Hier die interessantesten Auszüge:

[...]

Wie sind Sie bei Dark Horse und noch genauer bei Krieg der Sterne gelandet?

[...] [Anfang der 80er] hatte ich bereits einige Geschichten an Marvel und DC verkauft, als ich einen Anruf von Mike Richardson bekam. Er hat schon seit längerem darüber gesprochen, seinen eigenen Comicverlag aufzuziehen, und 1985 hielt er den richtigen Augenblick für gekommen. Er fragte mich, ob ich Herausgeber werden wolle und ich sagte ja. Wir brauchten ein Jahr, um das erste Heft auf den Markt zu bringen, aber seither hat es viel Spaß gemacht.

Für mich war es keine leichte Entscheidung, das Krieg der Sterne-Programm zu übernehmen. Mein erster Auftrag im Comicbereich war ein Krieg der Sterne-Heft für Marvel gewesen, und ich fand damals, dass ich damit über die weit entfernte Galaxis alles gesagt hatte, was es zu sagen gab. Mein Herausgeber bei Marvel hatte mich danach noch um weitere Geschichten gebeten, aber alle wurden abgelehnt - was wahrscheinlich auch richtig war. Eine dieser Geschichten holte ich wieder aus der Versenkung und machte daraus "Crimson Empire", aber mit den Figuren und Ereignissen von Krieg der Sterne konnte ich trotzdem noch nicht viel anfangen. Versteht mich nicht falsch: Ich war (und bin noch immer) ein Riesenfan der Filme, aber ich wusste einfach nicht, was ich zu diesem Universum beitragen könnte.

Dann habe ich bei Dark Horse miterlebt, wie sich fünf Herausgeber am Krieg der Sterne-Programm abarbeiteten (vier davon haben danach nie wieder an Comics gearbeitet), und als der sechste, Dave Land, meinte, dass er bald auch am Ende wäre, beschloss ich, das Programm neu aufzuziehen. Ich fand damals, dass wir viel zu häufig zu nah an den Filmen oder Romanen geblieben waren. Viel zu oft hatten wir versucht, Lücken in der bestehenden Kontinuität zu füllen, anstatt unsere eigenen Welten zu schaffen. Es war also Zeit, das Erweiterte Universum ernsthaft zu erweitern. Diesen Neuanfang zu planen, dauerte fast ein Jahr. Dann konzentrierten wir uns auf zwei laufende Reihen in genau umrissenen Epochen (Republic für die Prequel-Zeit und Empire für die Zeit der Klassischen Trilogie). Wir nahmen uns vor, gute Geschichten zu erzählen, anstatt uns darauf zu konzentrieren, um Kontinuitätslücken oder bestehende Ereignisse neue Geschichten zu stricken.

Einige Jahre später haben wir uns erneut neu erfunden, diesmal in vier verschiedenen Epochen mit Knights of the Old Republic, Dark Times, Rebellion und Legacy. Und dieses Jahr starten wir mit Invasion in die nächste Änderungsrunde. Mehr dazu gibt es in den nächsten Monaten, aber grundsätzlich lässt sich sagen, dass wir weiterhin versuchen, unsere Geschichten - und das Krieg der Sterne-Programm an sich - frisch und interessant zu halten, sowohl für Langzeit-Fans als auch für Neueinsteiger.

Sie sind einer der Hauptansprechpartner in Sachen in Kontinuität und Kanon. Haben Sie angesichts der Probleme im EU in letzter Zeit (Karen Traviss, The Clone Wars) noch etwas hinzuzufügen?

Ich bin genaugenommen kein Ansprechpartner in Sachen Kontinuität. Das wären Leland Chee oder George Lucas. Ich bin dafür zuständig, zu kontrollieren, was im Comicbereich passiert, und ich habe sehr spezifische Vorstellungen darüber, wie wir bei Dark Horse vorgehen sollten. In erster Linie geht es mir darum, bereits bestehendes Material auf interessante Weise neu zu verwenden. Es sollte nicht nötig sein, irgendwas richtigzustellen, das die Filme uns gezeigt haben oder neue Kräfte für die Jedi zu entwickeln, die in den Filmen nicht zu sehen sind. Wir müssen keine "bessere" Technologie entwickeln oder bestehende Technologie auf eine Weise einschränken, die in den Filmen nicht deutlich wird, und wir müssen auch keinen Ort, keinen Gegenstand und keine Figur aus den Filmen umarbeiten, verändern oder zurückstufen. Die Autoren, die für mich arbeiten, sollen tolle Geschichten erzählen, und zwar innerhalb des Rasters, das Lucas geschaffen hat. Wenn ich merke, dass einer meiner Autoren sich nur noch darauf konzentriert, seine Spuren im Krieg der Sterne zu hinterlassen oder sich in der weit entfernten Galaxis zu verewigen, werde ich ihn entweder zur Ordnung rufen oder rausschmeißen.

Wie sollte jemand vorgehen, der gerne an einer bekannten Reihe wie Krieg der Sterne mitarbeiten will, sei es als Künstler oder als Autor?

Für Künstler ist es einfach. Sie können mir direkt ihre Bilder schicken. Solange sie nur Beispielmaterial einsenden und keine Geschichten, gibt es keine Probleme. Bei Autoren ist es etwas schwieriger. Unser Vertrag mit Lucasfilm - und unsere interne Verlagspolitik - verbietet es mir, nicht angefordertes Material oder Manuskripte zu lesen. Ich muss also Nicht-Krieg der Sterne-Material lesen, bevor ich einem Autor sagen kann, dass er Krieg der Sterne-Geschichten einsenden soll. Unsere prozesssüchtige Gesellschaft will es leider nicht anders...

Aber generell kann ich Autoren dies sagen: Mich interessieren keine "Geschichten", die Löcher in der bestehenden Kontinuität füllen. Ihr sollt Geschichten erzählen, die unsere Leser bewegen, inspirieren, herausfordern oder zumindest unterhalten und nicht empfundene "Fehler" richtigstellen oder Lücken füllen.

Haben Sie Tipps für Leute, die im Comicgeschäft mitmischen wollen?

Es ist wichtig, Ahnung vom Thema zu haben. Autoren und Künstler, die an Krieg der Sterne (oder einer x-beliebigen Reihe) arbeiten, müssen sich grundsätzlich in der Kontinuität der Reihe auskennen. Aber wie ich schon sagte: Im Kern geht es darum, gute Geschichten gut zu erzählen. Es ist viel einfacher, einem Künstler oder Autor die Feinheiten der Kontinuität näherzubringen, als ihnen erklären zu müssen, wie man gute Geschichten erzählt.

Deshalb kann ich in erster Linie nur empfehlen, dass Künstler oder Autoren in spe zeichnen oder schreiben wollen müssen und dies auch jeden Tag tun, ob sie nun dafür bezahlt werden oder nicht. Übung macht den Meister, und man wird nur besser, wenn man übt. Wollt ihr beispielsweise wissen, was Doug Wheatley, der Zeichner von Dark Times, an seinen freien Tagen macht? Er zeichnet. Und was macht Tom Zaylor, der Autor von Invasion, in seiner Freizeit? Er schreibt Theaterstücke. Natürlich macht es Laune, an Krieg der Sterne zu arbeiten, aber wenn es jemandem nicht darum geht, eine gute Geschichte zu erzählen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass derjenige nicht sehr viele gute Geschichten erzählen wird.

Ich habe über die Jahre viel zu viele Künstler erlebt, die im Comicgeschäft angefangen haben, weil sie gerne Darth Vader (oder Batman oder Spiderman) zeichnen, und dann müssen sie feststellen, dass ihre Lieblingsfigur nur alle paar Seiten zu sehen ist. Die restliche Zeit zeichnen sie andere Figuren, Häuser, Fahrzeuge, Panoramabilder von Schauplätzen und eine Millionen andere Dinge, die nicht so interessant sind wie Vader und zudem sehr viel schwieriger zu zeichnen. Selbst das beste Einzelbild der Welt funktioniert in einem Comic aber nur, wenn es von anderen guten Einzelbildern umgeben ist, die den Leser gemeinsam durch die Handlung führen. Supertolle Einzelbilder werden also nur im Kontext supertoll.

[...]

Stehen demnächst neue Geschichten an, auf die Sie sich besonders freuen, über die Sie aber noch nichts sagen dürfen?

Ja. John Ostrander hat mich gebeten, keine Einzelheiten über die anstehenden Ereignisse in Legacy zu verbreiten, und Mick Harrison will das gleiche für den nächsten Haldungsbogen von Dark Times. Mein Kollege Dave Marshall und Autor John Jackson Miller wollen nicht, dass ich irgendetwas zu der neuen Reihe sage, an der sie arbeiten. Und es gibt wohl noch tausend andere Dinge, über die ich nichts sagen soll.

Ohne betteln zu wollen, aber wollen Sie die Fans vielleicht mit irgendwelchen Andeutungen quälen?

Da ihr nicht betteln wollt, kriegt ihr mal gar nix. :-)

[...]

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Dienstag, 10. November 2009, 14:56

Ein richtig tolles Interview - vor allem die Passagen zur unsäglichen Kanon- und Fehlerdiskussion sind ein Genuss!

Ich hoffe, dass sich das in den Werken niederschlägt: sie müssen endlich wieder dahin zurück, vernünftige Stories im Star-Wars-Universum zu erzählen, die fesseln, unterhalten und mitreißen. Das Schreiben von Star-Wars-Literatur ist nicht zum Ego-Pinseln gedacht, sondern zur Unterhaltung von Lesern und zur Lieferung von gutem (Lese-)"Futter" im Universum, das uns allen so gefällt. Wer das nicht rafft, ist fehl am Platz.

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Dienstag, 10. November 2009, 16:16

Also "Einsamer. Weiblicher. Jedi." plus neue JJM-Serie könnte ein Knaller werden. (OK, ne neue JJM-Serie wird auch einer ohne dem ersten^^)
Vllt. ein Knights of the Old Republic-Nachfolger mit der Verbannten, der gleichzeitig als Prolog zu TOR dient? Also, wenn das wirklich in die richtig gehen würde, wär's einfach ein Traum. :) Ich bin jedenfalls froh, dass was Ordentliches bei den Comics nachkommt.
"Oh mein Gott, sie haben Shaak Ti getötet!"
"Ihr Womp-Ratten!!"

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Dienstag, 10. November 2009, 16:21

Also "Einsamer. Weiblicher. Jedi." plus neue JJM-Serie könnte ein Knaller werden. (OK, me neue JJM-Serie wird auch einer ohne dem ersten^^)
Mit dem einsamen, weiblichen Jedi kann auch "nur" Sha Koon gemeint sein, die in "Purge: Seconds to die" ihren großen Auftritt haben wird.

Welche neue Serie JJM als Autor schreiben wird, spricht Stradley nicht aus. Es könnte genausogut um ein Star Wars-fremdes Thema gehen. Obwohl ich mir natürlich eine neue SW-Reihe von JJM sehr wünschen würde, da KotoR in den letzten 3 Jahren die qualitativ beste aller Reihen war.

Ansonsten ist das Interview sehr interessant, in Sachen Kontinuität kann ich mich auch nur Randys Meinung anschließen und ich bin froh, das er bei darkhorse das Sagen hat.

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Dienstag, 10. November 2009, 16:30

@Lord Sidious: OK, dann wohl keine Verbannte... :(
Nun, ich hoffe mal, dass sich Randy Stradley Dark-Horse-Star Wars-Programmchef auch auf Star Wars bezog, oder hat der noch andere Kompetenzen?
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Dienstag, 10. November 2009, 16:39

@Lord Sidious: OK, dann wohl keine Verbannte... :(
Nun, ich hoffe mal, dass sich Randy Stradley Dark-Horse-Star Wars-Programmchef auch auf Star Wars bezog, oder hat der noch andere Kompetenzen?
Stradley ist als Vizepräsident/stellvertretender Chefverleger des Verlags für alle Themenbereiche (in-)direkt verantwortlich, nicht nur Star Wars. Da sich das Interview hauptsächlich um Star Wars dreht liegt es natürlich nahe, dass er JJM auch in Verbindung mit Selbigem erwähnte, sicher ists aber nicht.

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Dienstag, 10. November 2009, 20:20

Da das Interview ganz klar auf Star Wars zielte und es mit einer Star-Wars-Fanseite geführt wurde, sollte wohl außer Frage stehen, dass es um Star Wars ging...