Erst einmal sei zu bedenken, dass man immer sachlich bleiben und auf eine weniger drastische Wortwahl ausweichen sollte, sonst wird so ein Beitrag schnell als Gemotze abgetan.
Das was ich jetzt schreiben werde, wird einigen sicher nicht gefallen, aber ich bitte Euch lest meinen Beitrag zu Ende.
Erst einmal halte ich nichts von Schwarz-Weiß Denken, auch wenn das Universum in SW Schwarz-Weiß ist. Aber hier in der wirklichen Welt, wird man eben dieser damit nicht gerecht. D.h. weder ist alles an den Filmen super toll, noch ist das ganze EU, Schrott. Es ist Unterhaltung und da gibt es nun einmal verschiedene Geschmäcker, Absolutismus ist aber eben kaum zutreffend. Aber dank dieser Geschmäcker kann man ja einfach sagen, mir gefällt der ganze EU-Kram nicht, ich lasse es bleiben. Auch ok, umso weniger verstehe ich aber Deinen Wutausbruch, denn die Filme werden ja durch das EU nicht berührt ( mit den wenigen Ausnahmen, wie z.B. Coruscant heißt Coruscant, oder die Erwähnung von Quinlan Vos ).
Dann muss ich aber auch sagen, ja, es gibt im EU auch Schrott. Qualitativ schlecht bearbeitetes Material, welchen Mediums auch immer, taucht immer wieder auf - versinkt aber meistens nach kurzer Zeit wieder in der Versenkung. Bücher in denen "handwerkliche" Fehler gemacht wurden oder das EU schlecht und uninformiert wiedergegeben wurde. Ich denke da an Bücher wie "Kristallstern" oder "Darksaber" - das besonders durch seine langweilige Wiederholung der x-ten Superwaffe auch noch auf Basis des Todessterns glänzte ( es gab durchaus auch gute Stellen, aber die Story war nix ).
Dann bin ich auch nicht so sehr begeistert von vielen Comics, was aber sicherlich daran liegt, dass ich allgemein kein Comicfan bin. Was heißt das nun... nichts. Ich lese diese Comics einfach nicht und damit hat es sich
Aber das EU hat definitiv seine Berechtigung und Notwendigkeit. Richtig los ging es ja damit erst Anfang der 90er - ich Glückspilz, da wir ich im richtigen SW-Alter. Bücher erschienen. Zwar gab es schon einige Romane davor, die zu den Filmen, dann die Rückkehr des Skywalker und die erste Han Solo-Trilogie, aber der Startschuss für den Markt wurde eigentlich mit der Zahn-Trilogie gegeben. Sie wurde richtig vermarktet und beworben und war auch noch gut gemacht. Ohne zu kopieren hat Zahn es geschafft interessante Figuren zu schaffen und SW-Atmosphäre herauf zu beschwören, auf ihn geht ja auch der Name Coruscant zurück. Ich bin mir aber ziemlich sicher hätte dieser erneute Aufschwung des Fandoms und Merchandise nicht geklappt, hätte es auch keine Special Edition oder Prequels gegeben. Nach ca. 10 Jahren war SW ein wenig in Vergessenheit geraten und auch die Macher waren inzwischen bei anderen Projekten.
Aber Zahn hatte Erfolg und es gab zahlreiche weitere Projekte. Die Jedi Academy Trilogie, die vielen Comics und Merchandise zum EU. All das war vielleicht nicht alleiniges Kriterium, aber sicherlich hat es Lucas gezeigt, dass SW noch präsent ist in den Köpfen der Zuschauer und eine Rückkehr auf die Leinwand Sinn machen würde, dass die Leute immer noch Interesse an neuen Geschichten in diesem Universum haben. In dem Sinne denke ich also schon, dass wir dem EU einiges zu verdanken haben.
Natürlich soll man alles kritisch betrachten und man soll auch nicht alles kaufen nur weil SW draufsteht - aber das sollte man ja nie. Ich sehe mir ein Produkt an und wenn es mir gefällt, dann kaufe ich es. Ich kann verstehen, dass es Puristen gibt, die sagen, das sagt mir nichts, oder das EU interessiert mich nicht, aber zu sagen das wäre alles Schrott ist einfach nicht gerecht. Es gibt viele Leute die sich wirklich Mühe geben, den Fans der Saga diese noch ein wenig zu versüßen. Klar ist nicht alles gleich gut und die Filme sind natürlich noch das A und O, aber das EU hat eine Daseinsberechtigung und ist eigentlich nicht mehr wegzudenken. Sehr positiv finde ich z.B. auch, dass in einer Zeit in der Bücher immer weniger genutzt werden, junge Menschen durch solche Romane doch dazu angeregt werden.
Und ich kann Dir nur vorschlagen, zumindest die Klassiker des EU mal zu lesen. Die Zahn-Trilogie, die Han Solo Trilogie ( die erste! ) und etc. sind definitiv einen Blick wert.
Aber so einfach will ich Dich doch nicht davon kommen lassen, also hier noch ein paar kritische Fragen zu Deinen Aussagen.
1. Wieso passt Mara Jade nicht ins SW Universum? Ist es nicht vorstellbar, dass der Imperator noch andere Agenten hatte als Vader? Schließlich gibt es einige seltsame Gestalten auf dem Todesstern zu sehen, die keine normalen Offiziere sind.
2. Wieso passt Xizor nicht? Ein gerissener, kühl berechnender Machthaber, der intrigiert, um seine Macht auszubauen? Könnte eine solche Beschreibung nicht auch auf Palpatine passen?
3. Die Solo-Kids passen Deiner Meinung nach auch nicht, wieso? Was ist an Ihnen denn so unglaubwürdig? Was widerspricht an Ihnen Deinem Verständnis des SW-Universums?
4. Wieso widerspricht Luke's Heirat der Aussage der Filme? Was das Liebesverbot gebracht hat sehen wir ja: Darth Vader. Dank Geheimniskrämerei und Verboten kam es überhaupt zu einer Situation in der Anakin verführt werden konnte, sich den Sith anzuschließen. Außerdem erfährt doch Luke nie etwas davon. Bis zu EP II, gab es im SW-Universum kein Liebesverbot für Jedi und in der alten Trilogie wird das nie erwähnt. Also ist da kein Widerspruch.
Ich stimme Dir zu, das es albern ist den Filmen vorzuwerfen, sie würden sich nicht an das EU halten, aber pauschal abzuurteilen ist auch nicht gerade überzeugend. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn Du mir meine Fragen beantworten würdest...
Es sei abschließend noch zu bemerken, dass jemand der sich offensichtlich Gedanken über das EU macht, doch sicherlich genau so SW-Fan ist, wie die, die es mögen. Star Wars ist in erster Linie eine eine Geschichte von Gut gegen Böse im klassischstem Sinne, ein Märchen mit Zauberern, Rittern, etc. Fan sein bedeutet aber nicht alles toll zu finden oder zu bejubeln. Fan sein bedeutet einfach, von etwas so berührt werden, dass man damit mehr Zeit verbringen möchte, als mit anderen Dingen oder Filmen, etc. Es gibt keine 2. Klasse Fans nur weil einige das EU mögen oder nicht mögen, wer anderes behauptet hat das Fan sein nicht verstanden. Das ist keine Glaubensrichtung oder Religion sondern Unterhaltung. Nicht mehr und gewiss nicht weniger.