Die Folge lief noch keine zwei Minuten, da hatte sie mich schon maximal verärgert.
Beim ersten Mal Ansehen war der Ärger über diese ersten beiden Minuten so groß, dass ich den Großteil der restlichen Folge nicht mehr genießen konnte.
Die Rede ist natürlich von Ahsokas Einsatzbesprechung.
Im Verlauf des "TCW"-Films wurde zwischen Anakin und Ahsoka ganz klar eine Meister-Padwan-Beziehung etabliert, in der er ihr zuhört, ihr Vertrauen schenkt und sie erstmal machen läßt.
Diese grundsätzliche Linie wurde dann auch über die erste Staffel und dem Anfang der zweiten Staffel weitergefahren.
Was also soll jetzt bitte dieser Quatsch?
Ich habe ja gar nichts dagegen wenn es zwischen den beiden zu Streitigkeiten und Krisen kommt (in "Storm over Ryloth" sehr ansprechend gemacht), aber es sollte doch schon glaubwürdig herbeigeführt sein und nicht so’n dummer plumper Kinderquatsch, wo Anakin ständig ohne jeden Grund dazwischen quasseln muß.
Ich hasse es wie die Pest wenn Charaktere und ihre Beziehungen zueinander mit Gewalt verbogen werden um eine bestimmte Story zu ermöglichen und das ist hier m.E. ganz klar geschehen.
Wie ich sagte diese ersten zwei Minuten haben mir beim ersten Mal Anschauen jede Freude an der Folge genommen.
Luminaras und Barriss‘ Auftauchen war gut und recht lustig inszeniert --> „Ist es mal wieder soweit.“

Dass Luminara Barriss anweisen muß sich vorzustellen läßt btw. tief blicken.
Der Knicks von Barriss und ihre völlig überzogene Grußformel war dann auch witzig, - und Anakins und Ahsokas Gesichter dazu.
Gut, dass sich Ahsoka davon nicht hat aus der Ruhe bringen lassen und Barriss dann einfach die Hand gegeben hat.
Barriss Offee finde ich nicht so glücklich gestaltet. Zumindest ihr Gewand war im Film wunderschön; das kommt in der "TCW"-Figur überhaupt nicht zu Ausdruck.
Irgendwie wirkt die Figur auch etwas eckig auf mich.
Ich sehe den Reiz den eine Team Ahsoka – Barriss verbunden mit einer eventuellen Freundschaft hat, aber leider entsteht dabei imo der Eindruck, dass Ahsoka und Barriss Altersgenossen wären.
Barriss ist jedoch in etwa so alt wie Anakin (und ihre erste Begegnung mit ihm scheint mir recht interessant gewesen zu sein, nachdem ich vor kurzem ein paar Seiten von "Der Sturm zieht auf" angelesen habe). Irgendwie ist es da auch etwas schade, dass man nun wohl nichts aus Anakin-Barriss macht, was imo auch durchaus interessant hätte werden können.
Soll das Wiedersehen, von dem Anakin spricht, eigentlich eine direkte Anspielung auf die gemeinsame Mission auf Ansion sein?
Läßt man mal den nicht zum Ausdruck kommenden Altersunterschied zwischen Ahsoka und Barriss außer Acht muß ich sagen, dass sie mir als Team in dieser (und der übernächsten) Folge gefallen haben, - die Chemie stimmt.
Luminara hat einen tollen Plan in der Tasche, der aus einer Geheimmission zur Sprengung der Droidenfabrik sowie einem Ablenkungsmanöver mit schweren Waffen besteht.
Luminara teilt also die Gruppen ein und die Aufgaben zu und erweckt damit Anakins Unmut.
Anakins emotionales Engagement lenkt natürlich prima von der Frage ab ob Luminaras Plan in seiner konkreten Ausgestaltung überhaupt sinnvoll ist. Ich will mir den Luxus dennoch mal gönnen.
Sachlich bin ich hier doch durchaus dazu geneigt Anakin zuzustimmen; die Mission kann sehr schnell zu einen Selbstmordkommando werden (insb. da überhaupt nicht abzusehen ist inwieweit die Geonosianer in den Tunneln sich ablenken lassen) und insbesondere die Entscheidung ein Team zusammenzustellen von dem man nicht weiß ob die beiden Mitglieder überhaupt erfolgreich zusammenarbeiten können, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Da offenbar nur Barriss sich das Labyrinth eingeprägt hat, ist sie notwendiges Teammitglied, aber wieso wird sie nicht von Luminara begleitet (läßt man die dramaturgische Erklärung mal außer acht), - da hätte man dann ein Team von dem man wüßte, dass es harmoniert.
Ein reines Padwan-Team auf diese Sprengmission zu schicken macht für mich auch aus dem Gesichtspunkt keinen Sinn, dass dieser Auftrag in der Anlage der schwierigere zu sein scheint.
In der Sache denke ich also, dass Anakin recht hat und Luminara und Barris hätten gehen sollen während er mit Ahsoka die Ablenkung hätte übernehmen können.
Ahsokas Kommentar, dass die verläßliche Barriss die Sache schon schaukeln würde fand ich lustig und ich konnte Anakins finsteren Gesichtsausdruck gut verstehen, als Luminara ihn einfach überfahren hat.
Der Kracher kommt dann aber noch, als Ahsoka und Barriss losgelaufen sind.
Luminara: „Glaubt ihr Ahsoka ist dem nicht gewachsen?“
Ähm, ja......das wäre ja dann doch etwas gewesen was sie vorher mit ihm hätte besprechen müssen.
Ich finde Luminaras Verhalten reichlich anmaßend, - welche Qualifikation (bis auf die eine gemeinsame Mission) hat sie denn bitte Ahsoka für irgendwelche Mission einzuteilen (hier darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass Ahsoka einige Jahre weniger Erfahrung hat als Barriss)?
Es ist wieder der gleiche Mist wie in Episode II:
Obi Wan sagt, dass Anakin noch nicht bereit sei für eine Mission und Yoda und Mace überstimmen ihn einfach.
Wenn Anakin das auch noch mitbekommen hätte, hätte er den „Beweis“ dafür gehabt, dass Obi Wan ihn ausbremst und nicht weiterkommen läßt.
Bei dem von den Jedi verwendeten System steht imo in erster Linie dem Meister die Beurteilung zu wozu sein Schüler bereit ist und wozu er nicht bereit ist.
Es kann nicht sein, dass da plötzlich Hinz und Kunz vorbeikommen und den Lehrer mal einfach überstimmen können, wenn es gerade so in den Kram paßt.
Die anrückenden Republikstreitkräfte haben mir gefallen, - besonders wie Anakin und Luminara zwischen den Klonen marschieren.
Anakin: „Die haben einiges an Droiden aufgefahren.“
Luminara: „Nunja, es ist ja auch eine Droidenfabrik.“
Anakin: „So lange wir sie schneller plattmachen, als sie sie produzieren, sieht es gut für uns aus.“
Luminara: „Ich mag eure simple Logik, Skywalker.“

Das war wirklich ein sehr schönes entspanntes Gespräch.
Die Musik war top.
Die Kampfdarstellung war erneut sehr gelungen, - besonders haben mir hier die Geonosianer gefallen, die unterstützend aus der Luft angegriffen haben.
Die Droidekas haben diesmal leider keine besonders gute Figur gemacht, - in "LOE" werden glaub ich auch Droidekas von Klonen erledigt, weiß noch jemand mit welchen Waffen?
Ich bin auch etwas erstaunt, dass sich die Republik überhaupt auf diese Brückengeschichte einläßt, - sinnvoller erscheint mir die Fabrik von den anderen Seite anzugreifen nachdem man den Schild ausgeschaltet hat.
Aber die Brücke soll sich dann ja später als Glücksfall für die Republik herausstellen.
Die Superpanzer der Separatisten haben mir ziemlich gut gefallen: sie griffen schön das aus Episode I bekannte typische Handelsföderations-Design auf und ihr Schußmodus hat mich sehr an "Galactic Battlegrounds" erinnert.
Wie Anakin dann die Brücke sprengen will und zu Luminara meint, dass alles sorgfältig vorbereitet sei, war ziemlich lustig.
Dass Anakin und Luminara dann mit bloßen Händen unter der Brücke bringen war etwas übertrieben, hier hätten irgendwelche Werkzeuge (oder vielleicht auch nur ein unter der Brücke über die Schlucht gespanntes Seil) sicher nicht geschadet.
Es war auch ein bißchen schade, dass sich die Superpanzer ohne Not auf die Brücke haben locken lassen, aber in "Star Wars" hat man auch schon albernere Dinge gesehen.
Wie Ahsoka und Barriss in das Tunnelsystem eindringen indem sie dieses riesige Stück Felsen herausschneiden war etwas sehr einfach aber zu verschmerzen.
Im Tunnelsystem selbst war es dann tlw. ganz schön gruselig (da lagen Skelette auf dem Boden), - also ich würde mich da nicht unbedingt herumschleichen wollen.
Und dann diese Geräusche und die schlafenden Geonosianer.....
Wie Barriss dann plötzlich die Hand von dem einen schlafenden Geonosianer auf der Stirn hatte und Ahsoka zurückkommen und den Arm halten mußte, damit Barriss weiterkriechen konnte, war ziemlich spannend.
Da der Geonosianer dann jedoch trotzdem aufwacht, war die Mission eigentlich in diesem Moment gescheitert, - schwer vorstellbar, dass Ahsoka und Barriss noch aus dem Tunnelsystem herausgekommen wären, wenn er die anderen Geonosisaner geweckt hätte.
Der Reaktorraum hat entfernt an den zweiten Todesstern erinnert, - sah gut aus.
Ziemlich schwachsinnig fand ich es einen riesigen Panzer zur Abwehr von zwei Jedi (Hat was von "mit Kanonen auf Spatzen schießen") in einen so wichtigen Raum einzusetzen. Da hätte auch durch einen „Unfall“ der Reaktor zerstört werden können.
Cool waren hingegen die Geonosianer, die die Bomben wieder eingesammelt haben und sich dann wieder in die Tunnel verzogen haben (und zwischendurch noch Ahsoka gegen die Reaktorverkleidung geschleudert haben), - kleine miese Drecksratten.
Der Taktik-Droide schien mir eher überflüssig zu sein. Seine Zerstörung lief nach dem mittlerweile gut bekannten „Taktik-Droiden-Witz“- Schema ab, - war diesmal nicht ganz so gelungen.
Wie Barriss aus der Luke vom Superpanzer geguckt hat sah ganz ulkig aus.
Lachen mußte ich dann ja, als auch Ahsoka in den Panzer kommt:
Ahsoka: „Und was machen wir jetzt?“
Barriss: „Ich weiß nicht was wir tun könnten ohne die Bomben.“
Tja, eigenständiges kreatives Denken und Improvisation stehen nicht auf Meisterin Luminaras Lehrplan, was?
Mal wieder ein Beweis dafür, dass sich der Gehorsamkeitsfanatismus der Jedi nicht damit verträgt starke Persönlichkeiten heranzubilden, die eine Situation eigenständig beurteilen und autark funktionieren können, - dummerweise ist genau das aber das Kerneinsatzgebiet der Jedi.
Sehr passend ist es da dann natürlich, dass dann Ahsoka die Idee kommt wie man die Mission doch noch zu Ende bringen kann.